PATHUM THANI, THAILAND – Thailands Polizei hat einen 36-jährigen Südkoreaner festgenommen, der laut Ermittlern mit einem chinesischen Callcenter-Betrugsring in Verbindung steht. Die Masche soll über Fake-Aktieninvestments mehr als 50 Opfer um rund 3,3 Milliarden Won gebracht haben.
Festnahme im Vorortgürtel von Bangkok
Der Verdächtige Seung Yeol Jeong wurde am 13. März in einem gemieteten Haus in der Wohnanlage Passorn Prestige Rangsit Klong 2 im Bezirk Thanyaburi (Provinz Pathum Thani) festgenommen.
Die Festnahme wurde von Pol. Gen. Samran Nuanma, Vize-Polizeichef der Royal Thai Police und Leiter des Zentrums zur Bekämpfung transnationaler Kriminalität, gemeinsam mit Pol. Lt. Gen. Jirabhop Bhuridej bekanntgegeben.
Spezialeinheit und Immigration im Einsatz
Nach Angaben der Behörden spürten Beamte der Kommandoeinheit der Crime Suppression Division den Mann zusammen mit Ermittlern des Immigration Bureau auf.
Die Koordination lief über Thailands Transnational Crime and Illegal Immigration Suppression Centre, das in solchen Fällen als Schnittstelle zu ausländischen Polizeistellen arbeitet.
Die Masche – Professor-Identität auf KakaoTalk
Südkoreanische Ermittler ordnen Jeong einer chinesisch geführten Callcenter-Gruppe zu, die demnach aus Kambodscha heraus operierte.
Die Täter sollen auf KakaoTalk gefälschte Profile aufgebaut und sich als südkoreanischer Universitätsprofessor ausgegeben haben, der angeblich auf Investmentberatung spezialisiert sei.
Fake-Webseite und Druck zum schnellen Investment
Über die erfundene Identität sollen Opfer kontaktiert und zu kurzfristig „vielversprechenden“ Aktiengeschäften überredet worden sein.
Parallel dazu habe die Gruppe eine professionell wirkende Webseite aufgebaut, um Überweisungen in ein angebliches Investment-System zu lenken und so Vertrauen zu erzeugen.
Milliarden-Schaden und internationale Fahndung
Laut den Ermittlungen in Südkorea seien mehr als 50 Personen betrogen worden, der Gesamtschaden werde auf 3,3 Milliarden Won geschätzt.
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Daraufhin erließ Südkorea einen Haftbefehl und bat Thailand im Rahmen der Zusammenarbeit um Unterstützung bei der Ortung des Verdächtigen.
Einreise über Chong Mek – dann untergetaucht
Thailändische Ermittler fanden nach eigenen Angaben heraus, dass Jeong über den Grenzübergang Chong Mek in der Provinz Ubon Ratchathani nach Thailand eingereist war.
Anschließend soll er nach Pathum Thani weitergereist, dort ein Haus angemietet und sich vor den Behörden verborgen gehalten haben, bis ihn die Beamten aufspürten.
Overstay als erster thailändischer Vorwurf
Bei der ersten Überprüfung stellten die Behörden fest, dass Jeong sich illegal im Land aufhielt, weil seine Aufenthaltserlaubnis abgelaufen war.
Er wurde deshalb zunächst wegen Überschreitung der erlaubten Aufenthaltsdauer angeklagt, ein Delikt, das in Thailand regelmäßig als Türöffner für weitere Ermittlungen dient.
Nächster Schritt – Verfahren in Thailand, dann Auslieferung
Der Mann wurde in Gewahrsam genommen und an Ermittler der Pratunam Chulalongkorn Police Station übergeben, wo die rechtlichen Schritte eingeleitet wurden.
Die Behörden erklärten, Jeong werde zunächst nach thailändischem Recht abgefertigt, bevor eine Auslieferung nach Südkorea zur Strafverfolgung wegen des mutmaßlichen Betrugs vorbereitet werde.



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