CHIANG MAI, THAILAND – Eine chinesische Bande zwang junge Thailänderinnen mit einem Haushaltsjob-Köder zur Geldwäsche. Die Opfer wurden festgehalten und mussten ihre eigenen Bankkonten für Millionenbetrug hergeben. Jetzt schnappte die Polizei zu.
Haushaltshilfe gesucht – der blanke Horror
Alles begann mit einer harmlosen Anzeige auf Facebook. Eine gewisse „Nonthicha Suksawat Choti Arun“ suchte Putzhilfe für ein Hotel in Chiang Mai. Phatchari, eine junge Thailänderin, bewarb sich gemeinsam mit ihrer Tochter.
Doch statt Lohn gab es blanke Gewalt. Zwei Chinesen nahmen die Frauen am 27. Februar 2026 in Empfang. Sie zwangen Mutter und Tochter, mit ihren eigenen Bankkonten fremdes Geld zu empfangen und weiterzuleiten – direkt am Bankschalter, mitten in Chiang Mai.
Sie machten Opfer zu Bankautomaten
Die Täter: Yang Pengyu (23) und Yang Jie (31). Beide Chinesen, beide kaltblütig. Sie hielten ihre Opfer fest und missbrauchten deren Konten für dreiste Online-Betrügereien. Allein am ersten Tag flossen 97.800 Baht über die Konten der Frauen.
Das Geld stammte von einer bereits betrogenen Thailänderin aus der Provinz Nakhon Pathom. Deren Ersparnisse waren zuvor bei einer Internet-Abzocke geraubt worden. Die Chinesen leiteten es umgehend in Luxusware um – zwei iPhone 17 Pro Max, gekauft in einem Einkaufszentrum.
So flog die iPhone-Bande auf
Am 2. April 2026 erstattete Phatchari Anzeige bei der Polizei in Chiang Mai. Sie schilderte, wie sie und ihre Tochter eingeschüchtert und herumkommandiert wurden. Die Ermittler nahmen die Spur sofort auf.
Der entscheidende Treffer kam am 19. April: Yang Jie marschierte erneut in ein Handygeschäft und wollte gleich 20 iPhone 17 Pro Max bestellen. Ein misstrauischer Angestellter alarmierte die Polizei. Die Beamten folgten dem Chinesen schnurstracks zu einem gemieteten Haus im Bezirk Nong Phueng.
Gold, Handys – das schmutzige Geldwäsche-System
In der Unterkunft fanden die Fahnder nicht nur Yang Jie und Yang Pengyu, sondern auch dessen thailändische Freundin Aphinya (24) aus Lamphun. Auf ihren Handys entdeckten die Beamten Fotos von Bargeldbündeln, Goldbarren und unzähligen iPhone 17 Pro Max.
Die Bande kaufte mit dem ergaunerten Geld massenhaft Gold und Apple-Handys. Über Telegram organisierte Aphinya thailändische Strohleute als Kontoinhaber. Die teuren Geräte wurden paketweise an ahnungslose Handyläden in ganz Thailand verschickt – eine perfide Geldwäsche-Maschine mit über einer Million Baht Schaden.
Wer schützt die einfachen Leute?
Drei Menschen sitzen jetzt in Haft, doch die Drahtzieher-Methoden werden immer dreister. Eine alleinerziehende Mutter und ihre Tochter suchten nur Arbeit – und landeten in den Fängen skrupelloser Betrüger. Wie viele weitere Opfer in stillen Mietwohnungen auf ihre Chance warten, weiß niemand.
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