Neue Umweltregeln? Gesundheit gegen Profit

Saubere Luft – aber um welchen Preis? Bhumjaithai warnt: Das Clean-Air-Gesetz könnte Beamten weitreichende Macht geben – bis hin zu Razzien, Kontosperren und Betriebsschließungen ohne Richter. Droht jetzt ein gefährlicher Deal?

Neue Umweltregeln? Gesundheit gegen Profit
Panumate Tanraksa, Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Die Regierungspartei Bhumjaithai warnt, der „Clean Air Bill“ könne Behörden zu weitreichende Eingriffe erlauben und Thailands Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Abgeordneter Supachai Jaisamut betont: Nicht fehlende Gesetze, sondern mangelnde Durchsetzung sei das Kernproblem der PM2.5-Krise.

Bhumjaithai warnt vor Schnellverfahren

Während einer Debatte im Parlament zur PM2.5-Luftverschmutzung in den nördlichen Provinzen äußerte der Listenabgeordnete Supachai Jaisamut deutliche Vorbehalte gegen den Clean Air Bill.

Er kritisierte Bestrebungen, das Gesetz zügig voranzutreiben, nachdem es das Repräsentantenhaus bereits passiert hat und nun im Senat zur Prüfung liegt.

„Genug Gesetze – zu wenig Durchsetzung“

Supachai erklärte, die Smog- und Haze-Krise sei nicht auf fehlende Rechtsgrundlagen zurückzuführen, sondern auf eine schwache Umsetzung bestehender Vorschriften.

Er stellte zugleich klar, saubere Luft sei ein grundlegendes Recht der Bevölkerung, doch ein gutes Gesetz dürfe keine neuen Probleme schaffen oder unnötige Lasten für das Land erzeugen.

Zu große Macht für Beamte befürchtet

Nach Supachais Darstellung räumt der Entwurf staatlichen Stellen sehr weit gefasste Befugnisse ein, die unter anderem Durchsuchungen, Beschlagnahmungen, das Einfrieren von Vermögenswerten und Anordnungen zur Betriebsschließung ohne richterlichen Beschluss ermöglichen könnten.

Solche Regelungen könnten aus seiner Sicht den Rechtsstaat untergraben, Missbrauch begünstigen und die Möglichkeiten von Bürgern einschränken, Entschädigung einzufordern.

Juristische Unschärfen im Gesetzentwurf

Supachai bemängelte zudem, der Entwurf sei rechtlich zu vage und formuliere eher allgemeine Prinzipien, während zentrale Details später von Behörden festgelegt würden.

Das berge nach seiner Einschätzung das Risiko, dass entscheidende Regeln nicht parlamentarisch präzise definiert, sondern nachträglich administrativ ausgestaltet werden.

Kostenrisiken für Industrie und Standort Thailand

Wirtschaftlich warnte Supachai, geplante Verschmutzungsgebühren und Mechanismen zur Risikoabsicherung könnten die Kosten für die Industrie in einer Phase globaler Unsicherheit deutlich erhöhen.

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Das könne Thailands Wettbewerbsfähigkeit schwächen, wenn zusätzliche Belastungen schneller steigen als die Fähigkeit von Unternehmen, sich anzupassen.

Zweifel an Emissionshandel nach europäischem Vorbild

Er stellte außerdem infrage, ob ein Emissionshandelssystem nach europäischem Muster in Thailand praktikabel wäre.

Ein solches Modell könne scheitern, wenn die Durchsetzung im Inland weiterhin schwach bleibe, so seine Argumentation.

Überschneidungen mit bestehenden Gesetzen und neue Behörden

Supachai sagte, der Clean Air Bill überschneide sich mit bestehenden Regelwerken etwa zu Umwelt, Stadtplanung und Verkehrsmanagement, ohne klar zu benennen, welche Gesetze ersetzt würden.

Er wandte sich auch gegen die Einrichtung mehrerer neuer Ausschüsse sowie eines geplanten „Clean Air Office“, das aus seiner Sicht Aufgaben der Pollution Control Department doppeln könnte.

Grundsatz ja – aber ohne Kollateralschäden

Trotz der Kritik betonte Supachai, er lehne das Prinzip eines Gesetzes für saubere Luft nicht ab.

Er forderte jedoch, die endgültige Fassung müsse die öffentliche Gesundheit wirksam schützen, ohne der Wirtschaft zu schaden oder rechtsstaatliche Leitplanken zu verwässern.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

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