BANGKOK, THAILAND – Das thailändische Innenhandelsministerium sieht trotz extremer Hitze keine Engpässe bei Schweinefleisch, Hähnchen und Eiern. Erzeugerverbände wollen Preise möglichst stabil halten, während der Staat mit „Blue-Flag“-Billigmärkten gegen hohe Lebenshaltungskosten vorgeht.
Innenhandel prüft Lage bei „Schwein–Hähnchen–Eiern“
Das Department of Internal Trade (Innenhandelsbehörde) hat sich mit Verbänden der Schweine-, Broiler- und Legehennenhalter sowie großen Marktteilnehmern beraten.
Ziel ist es, Produktion und Handel eng zu verfolgen und Preismaßnahmen so abzustimmen, dass Produzenten nicht übermäßig belastet werden und Verbraucherpreise nicht unnötig steigen.
Hitzewelle bremst Wachstum und senkt Eierleistung
Als Hauptfaktor nennt die Behörde die seit Ende Februar anhaltende extreme Hitze, durch die Tiere weniger fressen und langsamer wachsen.
Bei Legehennen sinkt zudem die Legeleistung, und die Eier fallen kleiner aus, wodurch insgesamt weniger Ware auf den Markt kommt.
Steigende Kosten: Wasser, Strom und Kühlung in den Farmen
Die Hitze treibt laut Bericht auch die Betriebskosten nach oben, weil in den Ställen verstärkt Kühl- und Belüftungstechnik eingesetzt werden muss.
Dadurch steigen insbesondere Ausgaben für Wasser und Strom, was die Kalkulation der Betriebe zusätzlich belastet.
Schweinepreise: Erholung nach Verlusten, aber kaum über Kosten
Der Präsident des nationalen Schweinehalterverbands betont, der jüngste Preisanstieg sei vor allem eine Erholung nach angesammelten Verlusten seit dem Vorjahr.
Der offiziell genannte Lebendpreis liege bei 72 Baht/kg, tatsächlich werde aber meist nicht mehr als 68 Baht/kg gehandelt – nahe an den Produktionskosten.
Hähnchenmarkt: Geopolitik drückt Exportnachfrage
Beim Broiler-Sektor wird von sinkenden Auslandsbestellungen berichtet, die im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen stehen.
Das könne die Preise eher nach unten bewegen, zumal die Erzeuger die Produktion erhöht haben, um hitzebedingte Ausfälle auszugleichen und die Mengen wieder zu normalisieren.
Eier: Rückgang im Sommer, Entspannung zur Regenzeit erwartet
Der Verband der Legehennenhalter räumt ein, dass die Eierproduktion in der heißen Jahreszeit typischerweise zurückgeht.
Mit Beginn der Regenzeit soll sich die Menge jedoch wieder erhöhen, entsprechend dem natürlichen Produktionszyklus.
Erzeuger wollen Preise stabil halten – trotz Energie- und Transportrisiken
Obwohl Energie- und Transportkosten mit den globalen Rohölpreisen schwanken und künftig auch Futtermittelimporte verteuern könnten, kündigen die Verbände Zurückhaltung bei Preisanpassungen an.
Schweine-, Broiler- und Eierproduzenten wollen die Preise nach eigenen Angaben möglichst in einem „angemessenen Rahmen“ stabilisieren, um Verbraucher zu entlasten.
„Blue-Flag“-Aktionen und harte Strafen gegen Wucher
Das Innenhandelsministerium will landesweit „Thong-Fah“- bzw. „Blue-Flag“-Verkaufsaktionen in Bangkok, im Umland und in den Regionen organisieren, um günstige Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen.
Bei überhöhten Preisen können Verbraucher die Hotline 1569 kontaktieren; bei Verstößen drohen nach Abschnitt 29 des Preis- und Dienstleistungsgesetzes (B.E. 2542) Geldstrafen bis 140.000 Baht oder bis zu sieben Jahre Haft – oder beides.
Deine Meinung
Spürt ihr in Thailand aktuell höhere Preise für Schweinefleisch, Hähnchen oder Eier – oder bleibt es in eurem Alltag stabil?
Schreibt in die Kommentare, ob „Blue-Flag“-Märkte bei euch wirklich helfen und wie konsequent ihr Kontrollen gegen überhöhte Preise erlebt.



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