BANGKOK, THAILAND – Thailands Geldwäschebehörde AMLO hat weitere Vermögenswerte im Wert von 8,2 Milliarden Baht beschlagnahmt, die mit einem mutmaßlichen internationalen Online-Investmentbetrugsnetzwerk in Verbindung stehen sollen. Im Fokus stehen der südafrikanische Staatsbürger Benjamin Mauerberger (auch „Ben Smith“) sowie der Geschäftsmann Yim Leak; insgesamt wurden damit bereits mehr als 20 Milliarden Baht eingefroren.
Weitere Milliarden-Beschlagnahme: Gesamtwert steigt über 20 Milliarden Baht
Die jüngste Sicherstellung umfasst laut AMLO Vermögenswerte im Wert von 8,2 Milliarden Baht, die mutmaßlich dem Netzwerk um Benjamin Mauerberger („Ben Smith“) und Yim Leak zuzuordnen sind.
Zusammen mit einer früheren Beschlagnahme von 12,1 Milliarden Baht übersteigt der Gesamtwert der in diesen Fällen eingefrorenen Assets inzwischen 20 Milliarden Baht.
34 Positionen im Visier: Luxusautos, Bankguthaben und Wertpapierkonten
Die aktuelle Maßnahme betrifft 34 Einzelpositionen, darunter Luxusfahrzeuge, Bankeinlagen, Darlehensforderungen und Wertpapierkonten.
Mindestens sechs Fahrzeuge werden noch bewertet, während die übrigen Posten laut Behördenangaben Bargeld und weitere dem Netzwerk zugerechnete Vermögenswerte umfassen.
So sollen Gelder verschleiert worden sein: Firmenkonstrukte und Strohleute
AMLO erklärte, die Gruppe habe Geldströme über Firmenvehikel, Frontunternehmen und Kapitalmarkt-Konten geleitet, um die Herkunft der Mittel zu verschleiern.
Ziel sei demnach gewesen, wirtschaftlich Berechtigte zu verbergen und Steuern zu umgehen, während Ermittler die Transaktionen weiter nachverfolgen.
Rechtsrahmen: Einfrieren bis zu 90 Tage und mögliche Verwertung
Die Vermögenswerte werden zunächst vorläufig für bis zu 90 Tage eingefroren, wie es das Anti-Money-Laundering-Gesetz vorsieht.
Falls einzelne Assets als nicht geeignet zur Verwahrung gelten, kann AMLO sie verkaufen und die Erlöse sichern oder – sofern Opfer identifiziert werden – Gelder an Geschädigte zurückführen.
Haftbefehle und internationale Fahndung: Interpol-Red-Notice im Gespräch
Thailändische Behörden hatten bereits zuvor Haftbefehle gegen Mauerberger und seine Ehefrau im Zusammenhang mit mutmaßlichem Anlagebetrug und Geldwäsche erwirkt.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Die Polizei will das Paar nach Thailand bringen, um strafrechtliche Verfahren zu führen; zudem werde Berichten zufolge eine Interpol-Red-Notice zur internationalen Lokalisierung angestrebt.
Vorwurf der Ermittler: Investor zu mehreren Projekten bewegt, Geld umgeleitet
Ermittler behaupten, ein ausländischer Investor sei dazu gebracht worden, Geld in mehrere Vorhaben zu investieren, darunter Aktiengeschäfte, Immobilienprojekte und ein Energieprojekt.
Anschließend sollen die Mittel umgeleitet worden sein, was den Kern der Betrugs- und Geldwäschevorwürfe bildet.
Spur nach Singapur: Capital Asia Investments und eingefrorene S$160 Millionen
Teil der Ermittlungen ist auch Capital Asia Investments (CAI), eine in Singapur ansässige Fondsmanagementgesellschaft, die mit dem Netzwerk in Verbindung gebracht wird.
Singapurische Behörden sollen Vermögenswerte von über 160 Millionen Singapur-Dollar (rund 4 Milliarden Baht) eingefroren haben, während Thailand laut AMLO auf zusätzliche Belege von nationalen Stellen und Regulierern in Singapur wartet.
Beschuldigte weisen Vorwürfe zurück: Streit um Einordnung als Zivil- oder Strafsache
Sowohl Yim Leak als auch Mauerberger bestreiten die Vorwürfe, Teil eines transnationalen Betrugsnetzwerks zu sein, und fordern ein faires Verfahren.
Mauerbergers Anwalt Witoon Keng-ngarn bezeichnete die Angelegenheit als zivilrechtlichen Streit aus einem Aktienkaufvertrag zu einem Energieinvestment mit Laos-Bezug und stellte die Höhe der eingefrorenen Vermögenswerte im Verhältnis zum behaupteten Schaden infrage.
Breite Ermittlungen: Zusammenarbeit von AMLO, Polizei und Börsenaufsicht
AMLO ermittelt gemeinsam mit der Royal Thai Police und der Securities and Exchange Commission gegen die Gruppe, der unter anderem Betrug, Cyberkriminalität und organisierte Kriminalität vorgeworfen werden.
In den Behördenangaben werden zudem Delikte wie Menschenhandel, Drogendelikte und Bandenbeteiligung genannt, während die Ermittlungen zu transnationalen Finanzstrukturen weiterlaufen.
Aufenthaltsort unklar: Behörden vermuten Mauerberger im Ausland
Die Behörden gehen davon aus, dass Mauerberger Thailand im Jahr 2025 verlassen hat und sich möglicherweise derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhält.
Parallel dazu setzt AMLO die Nachverfolgung von Geldflüssen fort, um internationale Finanznetzwerke, die den Verdächtigen zugerechnet werden, strafrechtlich zu verfolgen.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: