CHIANG MAI, THAILAND – Die Regierung will die Maßnahmen gegen Waldbrände, Smog und PM2.5 im oberen Norden verschärfen, während die Belastung weiterhin deutlich über dem Grenzwert liegt. Parallel werden „staubfreie Räume“ als Sofortschutz für besonders gefährdete Gruppen ausgerollt.
Regierungsbesuch zur Krisenlage im Norden
Premier- und Innenminister Anutin Charnvirakul wird am Montag eine ressortübergreifende Delegation nach Chiang Mai führen, um die Bekämpfung von Waldbränden, Dunst und PM2.5 nachzuverfolgen.
Nach Angaben der Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek soll der Besuch die Lagebewertung vor Ort bündeln und die Umsetzung von Maßnahmen in den nördlichen Provinzen beschleunigen.
Terminplan: Seminar und anschließende Reise
Am Montag wird Anutin zunächst ein Seminar zur politischen Ausrichtung und zur Budgetvorbereitung für das Haushaltsjahr 2027 leiten.
Anschließend reist er mit der Delegation in den Norden, um die Situation in den betroffenen Provinzen direkt zu begutachten.
Koordination mit Provinzen und Katastrophenschutz
Vor Ort sind Treffen mit zuständigen Ministern, Provinzbehörden sowie Vertretern des National Disaster Prevention and Mitigation Command vorgesehen.
Im Mittelpunkt steht laut Sprecherin Rachada, proaktive Maßnahmen zu stärken und politische Vorgaben in messbare Ergebnisse zu übersetzen, da Brände und Smog weiterhin Umwelt und Gesundheit belasten.
Diskutierte Maßnahmen: Landwirtschaft, Importe, Gesundheit
Die Gespräche sollen ein breites Maßnahmenpaket abdecken, darunter landwirtschaftliche Praktiken in Hochlandgebieten und zusätzliche Unterstützung für die Brandbekämpfung im Norden.
Außerdem geht es um Kontrollen oder Verbote von Importen landwirtschaftlicher Produkte aus Nachbarländern, die mit Brandrodung in Verbindung stehen, sowie um öffentliche Gesundheitsmaßnahmen.
PM2.5-Werte deutlich über dem Grenzwert
Die Belastung bleibt laut Bericht hoch: In den vergangenen 24 Stunden lagen die PM2.5-Konzentrationen in nördlichen Provinzen zwischen 62,8 und 218 µg/m³.
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Damit wird der staatlich festgelegte Sicherheitsgrenzwert von 37,5 µg/m³ teils massiv überschritten, obwohl bereits Gegenmaßnahmen laufen.
„Staubfreie Räume“ als Sofortschutz für Risikogruppen
Zum Schutz vulnerabler Gruppen wird ein Pilotprojekt ausgerollt: Ein von der Chiang Mai University entwickelter „dust-free room“ wurde am Samstag im Viengping Children’s Home im Bezirk Mae Rim installiert.
Das kostengünstige System (rund 3.600 Baht) arbeitet mit Überdruck, selbstgebauten Luftreinigern und IoT-Sensoren, um die Innenraumluft zu verbessern.
Ausweitung auf 83 Standorte in acht Provinzen
Hochschul-, Wissenschafts-, Forschungs- und Innovationsminister Yodchanan Wongsawat erklärte, die Technik biete einen sofort verfügbaren und bezahlbaren Schutz, während langfristige Lösungen entwickelt werden.
In einer ersten Phase soll das System auf 83 Standorte in acht nördlichen Provinzen ausgeweitet werden, mit Fokus auf Kinder, ältere Menschen und Patienten; später ist ein landesweiter Rollout geplant.
Warnung vor besonders toxischem Smog
Der Besuch erfolgt zudem vor dem Hintergrund einer Warnung eines Lungenfacharztes, der den Smog über dem Norden als hochtoxisch bezeichnete.
Die Regierung betont, alle beteiligten Behörden sollten die Lage gemeinsam bewerten und Prävention sowie Bekämpfung von Bränden, Dunst und PM2.5 „in allen Dimensionen“ nachschärfen.



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