Tödlicher Streit in Pattaya: Neue Vorwürfe gegen Polizeibeamten

Er bot dem Opfer per Chat eine Waffe für 40.000 Baht an – und hatte in der Nacht gleich drei Pistolen dabei. Was steckt dahinter?

Tödlicher Streit in Pattaya: Neue Vorwürfe gegen Polizeibeamten
ThaiRath

PATTAYA, THAILAND – Ein betrunkener Polizeibeamter soll auf der Walking Street den Besitzer eines Cannabis-Shops erschossen haben; nun kommen weitere Vorwürfe hinzu. Die Familie des Opfers spricht von möglichen Hintergründen und verweist auf Chat-Nachweise, in denen der Beamte dem Getöteten zuvor Waffen angeboten haben soll.

Schüsse hinter einem Cannabis-Shop auf der Walking Street

Im Mittelpunkt steht der Fall von Polizist R.ต.ต. จีระศักดิ์ ศรีคัทธะนาม (54), bekannt als „หมวดโจ้“, der in Pattaya einen 41-jährigen Cannabis-Shop-Besitzer (นายภัทรธร จิรโชคชัยกุล, Spitzname „King“) erschossen haben soll.

Der Vorfall ereignete sich laut Bericht hinter einem Cannabis-Shop an der Walking Street in Süd-Pattaya (Provinz Chonburi), nachdem der Beamte alkoholisiert die Kontrolle verloren haben soll.

Polizei erhebt zusätzliche Anklage wegen Beamtenbeleidigung

Am 20. April 2569 (thailändisches Jahr) um 11.30 Uhr wurde der Verdächtige aus der Zelle geholt, um über eine weitere Anklage informiert zu werden.

Zusätzlich zu den Vorwürfen „Tötung“ sowie Verstößen gegen das Waffengesetz wurde ihm nun auch „Beleidigung eines Beamten während der Dienstausübung“ zur Last gelegt.

Was in der Nacht der Festnahme passiert sein soll

Die neue Anklage stützt sich auf das Verhalten des Verdächtigen, als Streifenbeamte ihn nach der Tat unter Kontrolle brachten und ein Polizeioffizier versuchte, ihn zu beruhigen und zum Hinsetzen zu bewegen.

Laut Darstellung soll „หมวดโจ้“ dabei abfällig gesprochen und obszöne Gesten gezeigt haben; trotz Warnung, dass dies eine weitere Anzeige nach sich ziehen könne, habe er weiter provoziert und behauptet, er sei ein „Undercover-Agent“.

Kurzstatement des Verdächtigen: Entschuldigung an Familie des Opfers

Gegenüber Medien äußerte sich der Beschuldigte bei der Vorführung zur zusätzlichen Anklage nicht, sagte jedoch bei einer früheren Befragung am Morgen kurz, er entschuldige sich beim Opfer und dessen Angehörigen.

Er erklärte zudem knapp, das Geschehen sei „sehr schnell“ passiert, bevor er wieder in den Gewahrsam der Polizei von Pattaya gebracht wurde.

Weitere Vernehmung und Vorbereitung der Untersuchungshaft

Für den Mittag wurde angekündigt, dass ein stellvertretender Provinzpolizeichef aus Chonburi den Verdächtigen persönlich vernehmen werde.

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Anschließend sollte der zuständige Ermittler die Überstellung zur Untersuchungshaft beim Provinzgericht Pattaya (erste Haftprüfung) noch am Nachmittag vorbereiten.

Bruder des Opfers schildert Ablauf vor den Schüssen

Der 44-jährige Bruder des Getöteten (นายศากวร จิรโชคชัยกุล, Spitzname „A“) sagte, „หมวดโจ้“ sei vor der Tat mit einem Untergebenen und einer Frau in den Laden gekommen, insgesamt drei Personen.

Während Untergebener und Frau im Laden eine Show angesehen hätten, seien „หมวดโจ้“, das Opfer und ein Geschäftspartner („Golf“) nach hinten gegangen; dort habe man dem Beamten Bier bestellt, während Opfer und Partner nach Angaben der Familie nicht tranken.

Bericht des Geschäftspartners: Erst Schuss, dann tödliche Treffer

Der Partner „Golf“ habe laut Bruder den Eindruck gehabt, das Gespräch habe sich wie eine Art Schuldeneintreibung oder Erpressung angefühlt.

Demnach habe „หมวดโจ้“ zunächst einmal auf „Golf“ geschossen, die Kugel habe den Kopf nur gestreift; als das Opfer beschwichtigend reagiert und versucht habe, die Waffe herunterzudrücken, seien drei Schüsse schräg in die Brust abgegeben worden.

Festhalten im Laden und offene Fragen zum Motiv

Nach der Tat habe der Verdächtige fliehen wollen, sei aber von Mitarbeitern des Lokals festgehalten worden; auch sein Untergebener sei unter Kontrolle gebracht worden.

Der Bruder betonte, die Familie wisse weiterhin nicht, warum es zu der tödlichen Schießerei kam, sei aber überzeugt, dass es „mehr dahinter“ geben müsse, und wolle einen Anwalt beauftragen.

Handy als mögliche Spur: Chat über Waffenangebot

Die Familie kündigte an, das Mobiltelefon des Opfers auszuwerten, das nach eigenen Angaben im Meer gefunden wurde, um weitere Beweise zu sichern.

Der Bruder veröffentlichte zudem Informationen aus Chats, in denen „หมวดโจ้“ dem Opfer demnach kurz nach dem Kennenlernen eine Waffe für 40.000 Baht angeboten haben soll, während das Opfer kaum reagiert und kein Interesse gezeigt habe.

Deine Meinung

Wie bewertet ihr den Fall: Handelt es sich um eine eskalierte Trunkenheits-Tat – oder deuten die geschilderten Abläufe und Chat-Inhalte auf ein tieferes Motiv hin?

Schreibt in die Kommentare, welche Fragen die Ermittler aus eurer Sicht dringend klären müssen und welche Konsequenzen ihr in solchen Fällen für bewaffnete Beamte erwartet.

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Quelle: Thairath

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