CHIANG MAI, THAILAND – Extreme PM2.5-Feinstaubwerte durch anhaltende Waldbrände halten Nordthailand im Würgegriff und können laut einem Lungenfacharzt schwere Entzündungen auslösen. In Chiang Mai und Pai wurden Werte gemessen, die die Sicherheitsstandards um ein Vielfaches übersteigen.
Smog-Alarm in Chiang Mai: Sicht stark eingeschränkt
Die Luftqualität in Chiang Mai blieb am Samstag auf Krisenniveau, während dichter Dunst die Stadt einhüllte und die Sicht deutlich reduzierte.
Die Belastung steht im Zusammenhang mit anhaltenden Waldbränden in den nördlichen Provinzen, die die Smoglage weiter verschärfen.
Messwerte an der Chiang Mai University weit über dem Grenzwert
Im Bezirk Muang stieg der PM2.5-Wert an der Chiang Mai University auf 360 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³).
Damit lag die Belastung weit über dem angegebenen Sicherheitsstandard von 37,5 µg/m³.
Waldbrände als Treiber: Weiterhin zahlreiche Hotspots
Die kritische Lage fiel mit fortdauernden Waldbränden zusammen, wobei trotz eines leichten Rückgangs weiterhin 27 Hotspots registriert wurden.
Diese Brandherde gelten als wesentlicher Faktor für die anhaltend hohe Feinstaubbelastung in der Region.
Arzt warnt: PM2.5 dringt tief in die Lunge ein
Dr. Atikun Limsukon, Facharzt für Atemwegs- und Intensivmedizin an der Medizinischen Fakultät der Chiang Mai University, erklärte, PM2.5-Partikel seien klein genug, um tief in die Lunge einzudringen.
Laut ihm können die Partikel zudem in den Blutkreislauf gelangen, Entzündungen auslösen und bestehende Lungenerkrankungen verschlimmern.
Fallbeispiel: 19-jähriger Tourist mit schwerer Lungenentzündung
Der Mediziner verwies auf einen aktuellen Fall eines 19-jährigen ausländischen Touristen ohne Vorerkrankungen, der nach einem Besuch in Pai (Provinz Mae Hong Son) und Chiang Mai eine schwere Lungenentzündung entwickelte.
Auch bei chronisch kranken Patienten in der Region habe sich der Zustand laut Dr. Atikun teils rasch verschlechtert.
Pai mit landesweit höchstem AQI: 42 Tage schwere Belastung
Das Environmental and Pollution Control Office 1 in Chiang Mai meldete, dass die PM2.5-Werte in den nördlichen Provinzen weiterhin gefährlich hoch blieben.
Pai verzeichnete demnach einen Luftqualitätsindex (AQI) von 472 – den höchsten im Land – und dies an 42 aufeinanderfolgenden Tagen mit schwerer Auswirkung; in den vergangenen 24 Stunden wurden dort 222,8 µg/m³ PM2.5 gemessen.
Deine Meinung
Wie erlebst du die aktuelle Smoglage in Nordthailand – spürst du gesundheitliche Auswirkungen oder Einschränkungen im Alltag, etwa in Chiang Mai oder Pai?
Welche Maßnahmen sollten Behörden und Politik deiner Ansicht nach priorisieren, um Waldbrände und Feinstaub wirksamer einzudämmen? Diskutiere mit in den Kommentaren.



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