BANGKOK, THAILAND – Eine US-Staatsanwältin erhebt schwere Vorwürfe: Kambodscha versinkt im Scam-Sumpf. Bis zu 60 Prozent der Wirtschaftsleistung stammen angeblich aus Betrugsgeschäften. Jetzt geraten auch die mächtigsten Männer des Landes unter Verdacht.
US-Ermittlerin rechnet ab!
Jeanine Ferris Pirro, oberste Anklägerin in Washington D.C., sprach am 24. April Klartext. In einer virtuellen Pressekonferenz stellte sie sich den Fragen von Journalisten aus der Region.
Auf die Frage des „Phnom Penh Post“-Reporters Chheng Niem, ob Kambodscha wirklich zur Scam-Hölle verkommen sei, sagte Pirro deutlich: „Kambodscha bleibt einer unserer Schwerpunkte.“
Gigantische Summen aus Verbrechen
Die Staatsanwältin legte eine unglaubliche Zahl vor: Schätzungen zufolge stammen 40 bis 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts Kambodschas aus Scam-Erlösen. Betrug als Wirtschaftsmotor – ein Alarmsignal für die ganze Region.
Zwar hätten die Behörden des Landes kürzlich gegen einige Betrugsfestungen vorgegriffen. Aber Pirro bleibt skeptisch: „Wir warten ab, ob sich dadurch wirklich etwas ändert.“
Hun-Sen-Clan im Fadenkreuz?
Der BBC-Journalist Sen Nguyen hakte nach: Gibt es Verbindungen zwischen Senatspräsident Hun Sen, seinem Sohn Premierminister Hun Manet und den Scam-Zentren? Und was weiß der US-Geheimdienst über Aktivitäten in Vietnam?
Pirro winkte ab – zu laufenden Ermittlungen könne man nichts sagen. Aber sie betonte: „Wir nehmen Vorwürfe sehr ernst, dass Amtsträger in diese Betrugsmaschinerie verwickelt sind oder davon profitieren.“ Ihr Strike Force ziele auf die Drahtzieher ab – „völlig egal, welche politischen Verbindungen sie haben.“
Millionen-Geldwäsche aufgeflogen
Die US-Behörden haben schon massiv zugeschlagen. Ermittler klagten Leute an, die mit Betrugsfestungen in Myanmar zusammenarbeiteten. Auch in Kambodscha wurden Rekrutierungsnetzwerke zerschlagen.
Die Bilanz kann sich sehen lassen: Hunderte Webseiten wurden abgeschaltet, mehr als 700 Millionen Dollar in Kryptowährung – Geld von geprellten Opfern – eingefroren. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Skrupellose Maschen enttarnt
In der Pressekonferenz ging es vor allem um sogenannte „Schweineschlacht“-Betrügereien. Dahinter steckt eine perfide Masche: Täter locken Opfer mit falschen Jobangeboten oder Liebesversprechen ins Netz.
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Erst wenn die Falle zuschnappt, wird das Geld abgezogen. Der internationale Druck auf die Scam-Mafia in Südostasien wächst. Pirros Botschaft ist klar: Die USA lassen nicht locker – egal wie hoch die Strippenzieher sitzen.
Wer schützt die Betrogenen?
Hinter jeder dieser kalten Zahlen stehen echte Schicksale: Ausgebrannte Menschen, die ihre Ersparnisse verloren haben. Familien, die um Angehörige bangen, die in versklavten Betrugsfabriken schuften müssen.
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