LONDON, GROSSBRITANNIEN – Ein 18-jähriger Verdächtiger ist aus Dubai nach London ausgeliefert worden und steht im Zusammenhang mit dem Tod der thailändischen Staatsbürgerin Kamonnan Thiamphanit vor Gericht. Die Frau wurde im April 2024 tot in einer Londoner Wohnung gefunden. Die Metropolitan Police hat sich selbst bei der unabhängigen Aufsichtsbehörde gemeldet, nachdem bekannt wurde, dass zwei Notrufe vor dem Fund der Leiche unbearbeitet blieben.
Die Tote und die Umstände des Fundes
Kamonnan Thiamphanit, 27, kannte Phuket als Heimat und London als Wahlheimat. Die thailändisch-hongkongische Doppelstaatsburgerin war 2016 zum Grafikdesign-Studium nach London gekommen und arbeitete zuletzt in der Immobilienverwaltung.
Am Morgen des 8. April 2024 brachen Polizeibeamte die Tür eines Stadthauses in Stanhope Place, Bayswater auf. Im Inneren fanden sie Kamonnan tot auf. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus. Das Haus in der Nähe des Hyde Parks hat nach Angaben von Immobilienportalen einen geschätzten Wert von rund 3,1 Millionen Pfund.
Verdächtiger nach Dubai geflohen und ausgeliefert
Scotland Yard ermittelte schnell einen Verdächtigen: Enzo Bettamio, zum Tatzeitpunkt 17, inzwischen 18 Jahre alt. Kurz nach dem Tod von Kamonnan reiste er aus Großbritannien aus. Die internationale Fahndung führte nach Dubai.
Vergangenen Freitag wurde Bettamio von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach London überstellt. Am Samstag erschien er vor dem Amtsgericht Westminster. Er nannte seinen Namen und sein Geburtsdatum, äußerte sich jedoch nicht zur Tat. Das Gericht ordnete Untersuchungshaft an; der nächste Termin am Old Bailey war für den 28. April angesetzt.
Zwei unbearbeitete Notrufe
Am Abend des 7. April rief eine Freundin von Kamonnan zweimal die Polizei an – um 19.05 Uhr und um 21.34 Uhr. Sie konnte Kamonnan nicht erreichen und war besorgt. Die Polizei stufte den Fall als mittelschweren Vermissteneinsatz ein und rückte nicht unmittelbar aus.
Mehr als 13 Stunden nach dem ersten Anruf gelangten Beamte schließlich zur Wohnung. Die Metropolitan Police meldete sich daraufhin selbst bei der unabhängigen Polizeiaufsichtsbehörde IOPC. Die IOPC prüft nun, ob das Handeln der Beamten in der Tatnacht vorschriftsmäßig war.
Berichte aus der Nachbarschaft
Anwohner berichteten gegenüber Medien, in der Tatnacht ungewohnte Geräusche gehört zu haben. Konkretere Angaben machte die Polizei hierzu nicht. Chefinspektorin Alison Foxwell dankte der Familie für ihre Geduld. Die Angehörigen werden von Spezialbeamten betreut.
Ob Zeugenaussagen aus der Nachbarschaft in das Strafverfahren einfließen, ist Teil der laufenden Ermittlungen.
IOPC-Prüfung und weiteres Verfahren
Die IOPC untersucht, ob das Verhalten der Beamten am Abend des 7. April den Vorschriften entsprach. Je nach Ergebnis können Disziplinarmaßnahmen folgen. Eine abschließende Bewertung steht noch aus.
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Die Familie von Kamonnan wurde nach der Festnahme von Bettamio über den Verfahrensstand informiert. Das Strafverfahren vor dem Old Bailey läuft.



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