Thailand – Die Tourism Authority of Thailand (TAT) meldet, dass steigende globale Treibstoffpreise zur Stornierung von mehr als 200 chinesischen Charterflügen geführt haben und dadurch rund 70 Millionen Baht der „Thailand Summer Blast“-Kampagne unverbraucht geblieben sind. Die Behörde prüft deshalb, die Kampagne bis September zu verlängern, um das Geld für andere Märkte und Incentive-Reisen zu nutzen – eine Nachricht, die Reisende und Veranstalter gleichermaßen treffen kann.
Mehr als 200 Charterflüge aus China gestrichen
Pattaraanong Na Chiangmai erklärte, höhere Kerosinkosten hätten besonders Charterbetreiber aus Städten wie Chengdu und Guangzhou unter Druck gesetzt, sodass über 200 Flüge storniert wurden. Die Fluggesellschaften kämpfen laut TAT damit, die steigenden Betriebskosten zu stemmen.
Die TAT zahlt pro Charterflug bis zu 350.000 Baht Beihilfe, bleibt damit aber hinter Angeboten anderer Destinationen zurück, die zwischen 500.000 und 1 Million Baht pro Flug bieten.
70 Millionen Baht bleiben ungenutzt – Verlängerung möglich
Weil einige Flugkontingente zurückgegeben wurden, stehen der „Thailand Summer Blast“-Kampagne noch rund 70 Millionen Baht zur Verfügung, obwohl das Programm ursprünglich im Juni enden sollte. Die TAT bereitet nun eine Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen vor, um die Kampagne bis September zu verlängern.
Ziel der Verlängerung wäre, das verbleibende Budget vor allem für Langstreckenmärkte und das Segment der Incentive-Reisen einzusetzen, wo die Nachfrage weiterhin stabil ist.
Touristenstatistik: Kurzstrecken dominieren
Thailand empfing laut TAT in den ersten vier Monaten 2026 etwa 13,1 Millionen ausländische Gäste, das sind rund 3 % weniger als 2025. Kurzstreckenmärkte machten mit 64 % beziehungsweise etwa 8,29 Millionen Ankünften den Großteil der Besucher aus.
China blieb mit etwa 2,1 Millionen Ankünften der wichtigste Markt, gefolgt von Malaysia mit 1,47 Millionen. Der indische Markt wächst weiter und dürfte bald die Marke von einer Million Ankünften erreichen.
Negativmeldungen in Sozialen Medien belasten Vertrauen
Die TAT beobachtet laut Pattaraanong negative Social-Media-Berichte über angeblich vermisste chinesische Touristen, die das Sicherheitsimage Thailands beschädigen könnten. Die Behörde hat bereits begonnen, Erklärungen zu veröffentlichen, sieht aber weiterhin Handlungsbedarf.
Solche Meldungen könnten das Vertrauen chinesischer Reisender schwächen, gerade während sich das Buchungsverhalten von Gruppen- zu Individualreisen verschiebt.
NEXT-Strategie: Neue Zielgruppen und Kooperationen
Als Antwort auf volatile Märkte setzt die TAT auf die „NEXT“-Strategie mit vier Säulen: neue Segmente, erlebnisbasierter Tourismus, breitere Partnerschaften und nachhaltiges Wachstum. Geplant ist unter anderem die Ansprache älterer chinesischer Reisender („Silver Age“) und weiblicher Gäste aus Japan.
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Die Strategie will außerdem tiefere Reiseerlebnisse verkaufen, Partnerschaften außerhalb der Tourismusbranche aufbauen und sekundäre Städte fördern, um Einnahmen breiter zu verteilen.
Südkorea-Rückgang und Vorsicht beim Indien-Boom
Die Ankünfte aus Südkorea gingen in den ersten vier Monaten um 19 % zurück; die TAT untersucht mögliche Ursachen wie Binnenkonjunktur, Wechselkurse oder verändertes Reiseverhalten. Gleichzeitig wächst der indische Markt weiter, doch die Behörde mahnt zur Vorsicht bei Flugkürzungen und möglichen Änderungen in der Visapolitik.
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