Tropischer Pazifik – Die US-Behörde NOAA meldete am 22. Mai 2026, dass sich im tropischen Pazifik ein neues El-Niño-Phänomen rasch ausbildet und sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Juli zu entwickeln beginnt. Wissenschaftler warnen, dass sich daraus ein historisches „Super-El-Niño“ entwickeln könnte, der große Auswirkungen auf das Weltklima haben würde.
NOAA beobachtet schnelle Bildung
Die NOAA teilte mit, dass Wettervorhersager weltweit eine schnelle Erwärmung im äquatorialen Pazifik beobachten. Die Behörde schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bis Juli entsteht, auf etwa 80 Prozent.
Messungen zeigen, dass sich große Mengen warmen Wassers unter der Meeresoberfläche angesammelt haben, ein klassisches Vorzeichen für starke El-Niño-Ereignisse. Diese unterseeische Wärme kann die Entwicklung an der Oberfläche weiter antreiben.
Prognose: Bis zu 2,5 Grad über dem Durchschnitt
Mehrere Wetterbehörden rechnen damit, dass die Meerestemperaturen in wichtigen Gebieten des äquatorialen Pazifiks bis Ende des Jahres um bis zu 2,5 Grad Celsius über dem Durchschnitt liegen könnten. Solche Abweichungen gelten als äußerst ungewöhnlich hoch.
Eine so starke Erwärmung erhöht das Potenzial für weitreichende klimatische Folgen, weil die Pazifiktemperaturen das globale Wetter und die Temperaturen beeinflussen. Die Prognosen basieren auf den aktuellen Messwerten und Modellrechnungen.
Historische Einordnung: Nur drei Ereignisse über 2 Grad
Seit der ersten Aufzeichnung großer El-Niño-Ereignisse 1877–1878 gab es nur drei Fälle, in denen die Temperatur die Marke von 2 Grad Celsius überschritt. Diese starken Ereignisse traten in den Jahren 1982–1983, 1997–1998 und 2015–2016 auf.
Das macht deutlich, wie selten sehr starke El-Niño-Ereignisse sind und warum Experten die aktuelle Entwicklung besonders aufmerksam verfolgen. Ein weiteres starkes Ereignis wäre ein ungewöhnliches Klimaphänomen mit globaler Reichweite.
Met Office: Mögliches Rekordereignis
Adam Scaife, Leiter der Langfristprognose beim britischen Wetterdienst, sagte, dass dieses El Niño das stärkste seit Jahrzehnten werden oder sogar einen neuen Rekord aufstellen könnte. Er betonte, dass die aktuellen Anzeichen deutlich auf eine außergewöhnliche Entwicklung hindeuten.
Die Einschätzung des Met Office unterstreicht, dass mehrere Forschungsgruppen ähnliche Signale in den Beobachtungsdaten sehen. Die Fachwelt bewertet das Ereignis als potenziell historisch bedeutsam.
Passatwinde als Schlüssel zur Stärke
Entscheidend für die Intensität ist nach Angaben von Fachleuten das Verhalten der Passatwinde, die am Äquator von Ost nach West wehen. Schwächen diese Winde, beschleunigt das die El-Niño-Entwicklung, stärken sie sich wieder, kann das Wachstum verlangsamt oder gestoppt werden.
Michelle L’Heureux, El-Niño-Expertin bei der NOAA, machte deutlich, dass Veränderungen der bodennahen Winde schwer vorherzusagen sind. Diese Unsicherheit bleibt die zentrale Variable für die weitere Prognose.
Warnung vor möglichen globalen Temperaturrekorden
Wissenschaftler warnen, dass ein sehr starkes El-Niño die globalen Temperaturen weiter anheben und zu neuen weltweiten Rekordwerten führen könnte. Diese Einschätzung basiert auf den aktuellen Erwärmungssignalen im Pazifik und den Modellprognosen.
Die NOAA und andere Wetterbehörden beobachten die Entwicklung weiter und veröffentlichen laufend aktualisierte Analysewerte und Prognosen.



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