BANGKOK, THAILAND – Nach der Festnahme des mutmaßlichen Cyber-Betrügers Sun Mingchen und dem Fund eines Waffenlagers haben thailändische Behörden ihre Ermittlungen gegen international vernetzte Kriminalität massiv ausgeweitet. Premierminister Anutin Charnvirakul rief die Polizeiführung ins Regierungshaus; die Razzien reichen inzwischen von Chon Buri bis zu beliebten Touristenzielen und zielen auch auf Strohmänner und Scheinfirmen.
Festnahme löst Großeinsatz aus
Die Polizei verhaftete Sun Mingchen bereits am 8. Mai in Chon Buri, laut Angaben der Ermittler führte das zu weiteren Zugriffen. Dabei stellten Beamte Sturmgewehre, Granaten, C4-Sprengstoff, Munition und kugelsichere Westen sicher.
Nachfolgende Maßnahmen führten zur Festnahme von zehn weiteren Verdächtigen; fünf thailändische Beschuldigte sollen Sun mit Waffen versorgt haben, so die Polizei.
Regierung berief Sicherheitsgespräch
Premier Anutin Charnvirakul lud den nationalen Polizeichef Pol. Gen. Kittharath Punpetch und ranghohe Sicherheitsbeamte ins Regierungshaus zu Beratungen ein. Die Regierung will nach eigenen Angaben enger gegen grenzüberschreitende Kriminalität vorgehen.
Polizeichefs betonten, die Ermittlungen betreffen nicht nur Betrug im Netz, sondern auch mögliche Geldwäsche, Waffenhandel und verschleierten Landbesitz durch ausländische Netzwerke.
Polizei sieht keinen direkten Terroranschlag
Pol. Lt. Gen. Jirabhop Bhuridej erklärte, es gebe keine Hinweise auf einen geplanten Terroranschlag in Thailand; vielmehr deute vieles auf persönliche Interessen und Streitigkeiten zwischen Betrügergruppen hin. Er warnte zugleich, Thailands Offenheit mache die Überwachung ausländischer Besucher schwieriger.
Jirabhop betonte laut Polizei außerdem, dass „die meisten Straftaten mit Beteiligung chinesischer Staatsangehöriger in Thailand mit Online-Betrug zu tun haben, während russische Verdächtige öfter mit digitalen Vermögenswerten und Geldwäsche in Verbindung stehen.“
Razzien in Touristenzentren
Die Ermittlungen weiteten sich auf beliebte Urlaubsorte aus: Koh Phangan (Surat Thani), Phuket, Pai (Mae Hong Son) und Hua Hin (Prachuap Khiri Khan) stehen nun unter verstärkter Polizeikontrolle, teilten die Behörden mit. Die Polizei sieht Ausländer in solchen Gegenden als leichter versteckbar unter Expat- und Geschäftsnetzwerken.
Die Beamten arbeiten nach eigenen Angaben eng mit Interpol, der Einwanderungspolizei und Geheimdiensten zusammen, um Flüchtige aufzuspüren und internationale Verbindungen zu prüfen.
Nominee-Netzwerke und Landbesitz auf Koh Phangan
Pol. Maj. Gen. Pattanasak Bupphasuwan sagte, Ermittler untersuchten Geschäftsstrukturen auf Koh Phangan, bei denen thailändische Strohmänner den Landbesitz für ausländische Anteilseigner verschleiern sollen. Die Einwanderungspolizei hat nach Angaben der Behörden mehr als zehn israelische Staatsangehörige abgeschoben, die illegal Geschäfte betrieben haben sollen.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Bei einer Razzia am 23. Mai identifizierte die Polizei 32 Firmen, die mit dem System in Verbindung stehen; betroffen sind 45 Grundstücke auf mehr als 40 Rai mit einem geschätzten Schaden von über 200 Millionen Baht. Ein untersuchtetes Unternehmen kontrollierte acht Grundstücke (rund 7 Rai) mit einem Wert von etwa 60 Millionen Baht.
Ermittlungen dauern an – Aufruf an die Bevölkerung
Die Polizei sammelt weiter Beweise und befragt Beteiligte; Behörden prüfen Schusswaffen- und Aufenthaltsregister sowie Besitzstrukturen in Koordination mit dem Department of Provincial Administration. Die Regierung kündigte zudem an, gegen korrupte Beamte vorzugehen, die illegale Aktivitäten ermöglicht haben könnten.
Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, verdächtige Aktivitäten zu beobachten und zu melden, da Sicherheit eine gemeinsame Verantwortung der Gesellschaft ist. Die Polizei arbeitet eng mit verschiedenen Sicherheitsbehörden zusammen, um weitere Straftaten zu verhindern und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: