Ticket-Betrug in Thailand: Bande mit 350 X-Accounts zerschlagen

Über 350 Fake-Accounts auf X zockten verzweifelte Musikfans ab. Die Bande erbeutete Millionen mit gefälschten Konzerttickets. Ob die Opfer ihr Geld jemals wiedersehen, bleibt nach der Razzia völlig ungewiss.

Ticket-Betrug in Thailand: Bande mit 350 X-Accounts zerschlagen
Wassayos Ngamkham / Bangkok Post

BANGKOK – Ein riesiges Netzwerk aus über 350 gefälschten X-Accounts, mit denen Kriminelle ahnungslose Musikfans um teure Konzerttickets prellten. Die thailändische Polizei hat die Bande jetzt hochgenommen und sieben Verdächtige festgenommen. Der Schaden geht in die Millionen.

Die Sehnsucht nach dem ausverkauften Ticket

Sie wollten nur ihre Idole live sehen – und fielen auf eine perfide Masche herein. Opfer waren Fans von Superstars wie Blackpink, Got7, Twice oder EXO, deren Konzerte oft in Minuten ausverkauft sind.

Genau diese Verzweiflung nutzten die Täter aus. „Sie ließen sich leicht zum Kauf überreden“, erklärte Polizeigeneralleutnant Jirabhop Bhuridej. Auf X lockten die Gauner mit angeblichen Restkarten, die es nie gab.

Ein Fan verliert 3.000 Baht für Jimmy Sea

Ein besonders dreister Fall landete auf der Polizeistation Huai Khwang. Ein Kunde überwies 3.000 Baht als Anzahlung für ein Konzert des thailändischen Künstlers Jimmy Sea – die Hälfte des angeblichen Ticketpreises von 6.000 Baht.

Das Geld war weg, das Ticket kam nie. Es ist nur einer von 739 dokumentierten Betrugsfällen, die sich über Monate summierten. Insgesamt erbeutete die Bande mehr als 3,7 Millionen Baht.

Razzia in drei Provinzen

Die Verdächtigen im Alter von 22 bis 37 Jahren gingen den Ermittlern in Bangkok, Nakhon Pathom und Phuket ins Netz. Die Polizei beschlagnahmte 10 Bankbücher, vier Mobiltelefone und ein Auto.

Seit Ende 2024 lief die Betrugsmasche. Die Rollen waren klar verteilt: Einige spionierten Veröffentlichungstermine aus, andere erstellten Werbung, chatteten mit Opfern oder verwalteten die sogenannten Mule-Konten.

Gefälschte Buchungen mit Photoshop-Garantie

Um vertrauenswürdig zu wirken, klauten die Täter Bilder echter Ticketbuchungen anderer Verkäufer. Sie manipulierten Namen und Sitzplatznummern und klatschten ihr eigenes Wasserzeichen darauf.

Nach jedem erfolgreichen Deal änderten sie blitzschnell Kontonamen und Benutzer-IDs. So blieben sie monatelang unentdeckt und konnten immer weiter Fans abzocken.

Schnelles Geld, viele Konten

Sobald ein Opfer zahlte, wurde das Geld sofort über mehrere Konten weitergeschoben. Die Abhebungen erfolgten rasch, die Beute wurde unter den Bandenmitgliedern verteilt.

Die Polizei ermittelt nun wegen bandenmäßigen Online-Betrugs. Die sichergestellten Bankunterlagen sollen die Geldflüsse lückenlos belegen.

Von K-Pop bis Rock – diese Fans wurden enttäuscht

Auf der Liste der betroffenen Künstler stehen neben BLACKPINK auch NCT, Day6, Seventeen, aespa, One OK Rock und Daniel Caesar. Internationale Top-Acts, deren Fans besonders heiß auf Tickets sind.

Das Anti Cyber Scam Centre warnt vor solchen Deals auf Social Media. Wer Karten für ein ausverkauftes Konzert sucht, sollte sich niemals auf private Vorkasse-Geschäfte einlassen.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

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