BANGKOK – Die Polizei hat ein weit verzweigtes Firmengeflecht ausgehoben, mit dem chinesische Staatsangehörige heimlich mehr als 30 Luxusvillen in Bangkok kontrollierten. Der mutmaßliche Drahtzieher soll dabei seine thailändische Freundin und deren Mutter als Strohfrauen eingesetzt haben – eine Bäckereiverkäuferin und eine Kautschukbäuerin. Zeitgleich flogen in Phuket fünf Hotels als unlizenzierte Betriebe auf.
Bäckereiverkäuferin und Kautschukbäuerin als Strohfrauen
Den entscheidenden Hinweis auf die Besitzverhältnisse lieferten nach Angaben der Ermittler zwei Frauen aus dem engsten Umfeld des mutmaßlichen Kopfes. Die thailändische Freundin des Chinesen arbeitet als Verkäuferin in einer Bäckerei, ihre Mutter verdient ihr Geld als Kautschukbäuerin.
Beide sollen als Geschäftsführerinnen von Scheinfirmen fungiert haben, über die das Netzwerk Luxusimmobilien erwarb. Die Beamten werfen der Gruppe vor, damit das Verbot für Ausländer, in Thailand Grund und Boden zu besitzen, systematisch umgangen zu haben.
33 Scheinfirmen für Luxusvillen
Die Abteilung für Wirtschaftskriminalität durchsuchte fünf abgeriegelte Wohnanlagen in den Bangkoker Bezirken Phatthanakan und Krungthep Kreetha. Insgesamt geht es um 33 Villen im Wert von über 1,27 Milliarden Baht – umgerechnet mehr als 35 Millionen US-Dollar.
Für den Kauf gründete das Netzwerk laut Polizei exakt 33 Briefkastenfirmen. Eine lokale Anwaltskanzlei und eine Buchhaltungsfirma sollen die Formalien abgewickelt haben, während die chinesischen Hintermänner das gesamte Kapital stellten.
Bargeld, Pässe und Blanko-Dokumente
Bei den Razzien beschlagnahmten die Beamten drei Grundstücksurkunden und 30 bereits unterschriebene Blanko-Aktienübertragungsverträge. Dazu kamen 15 Reisepässe verschiedener Nationalitäten, elektronische Geräte und Firmenpapiere.
In bar stellten die Ermittler rund 1,4 Millionen Baht sicher, etwa 38.000 US-Dollar. Jetzt laufen die Auswertungen der Finanzwege, um die Geldflüsse hinter den Immobiliendeals vollständig aufzudecken.
Anklage gegen 21 Verdächtige
Die Polizei plant, gegen insgesamt 21 Personen Anklage zu erheben – vier thailändische und 17 chinesische Staatsangehörige. Die Vorwürfe lauten auf Verstöße gegen den Foreign Business Act und das Landgesetz, die den Einsatz von Strohmännern verbieten.
Das System war den Ermittlern zufolge durchdacht: Wollte ein chinesischer Kunde eine Villa kaufen, wurde eine der Scheinfirmen kurzerhand umstrukturiert und der Käufer zum Anteilseigner oder Geschäftsführer gemacht. Eine weitere Strohmann-Agentur kümmerte sich um Vermietung und Weiterverkauf.
Phuket: Fünf Hotels ohne Lizenz
Zeitgleich zu den Durchsuchungen in Bangkok liefen am 23. Juli Razzien in Phuket. Beamte der Provinzverwaltung kontrollierten fünf Hotels in den Bezirken Mueang Phuket, Kathu und Thalang und stellten fest: Keines der Häuser mit 45 bis 246 Zimmern besaß eine gültige Betriebslizenz.
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Zwei Hotelbetreiber wurden in Kathu und Thalang vorläufig festgenommen. Eines der Objekte war zu 49 Prozent in russischem Besitz registriert – auch hier prüfen die Ermittler eine unzulässige Strohmann-Struktur ausländischer Anteilseigner.
Bis zu einem Jahr Haft
Den beiden festgenommenen Betreibern droht eine Anklage nach dem Hotel Act von 2004. Das Gesetz sieht bis zu einem Jahr Gefängnis und Geldstrafen von maximal 20.000 Baht vor, etwa 593 US-Dollar.
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Die Ermittlungen zu den Finanzwegen und Eigentumsstrukturen laufen derzeit noch.
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Wenn ich den Bericht richtig verstanden habe, haben Chinesen für die Villen 1,27 Milliarden Baht ins Land gebracht und mittels der bis vor kurzem noch tolerierten Nominee-Firmen investiert.
Frage: Wo bitteschön soll denn nun Thailand ein Schaden von 1,3 Milliarden Baht entstanden sein? Den einzigen Schaden werden die Chinesen haben welche in diese illegalen Konstruktionen investierten.
Aber egal, künftig werden solche Investitionen, die man dann später zu einem „Schaden“ umdeklariert wohl nicht mehr haben. Hauptsache der Ideologie ist Genüge getan und das Narrativ der Patrioten ist befriedigt. Man kann es sich ja leisten!