Bangkok, Thailand – Korruptionsbekämpfung ist kein Job allein für ein Parlament. Das betonte Asapol Santritrapop, Abgeordneter der Bhumjaithai-Partei und Chef des Anti-Korruptionsausschusses im Repräsentantenhaus, nach einem Austausch mit der Anti-Korruptions-Organisation (Thailand). Am 14. Juni 2026 postete er auf Facebook: Nur wenn Bürger, Zivilgesellschaft und Abgeordnete an einem Strang ziehen, werde Thailand Korruption tatsächlich in den Griff kriegen. Schon nächste Woche kommen mehrere heikle Fälle auf den Tisch.
Drei Säulen gegen Korruption
Bei dem Treffen mit der Anti-Korruptions-Organisation wurde für Santritrapop eines glasklar: Wirksame Kontrolle braucht drei Pfeiler. Erstens das Parlament, das prüft, Gesetze vorantreibt und Behörden überwacht.
Zweitens die Zivilgesellschaft, die beobachtet, reale Probleme spiegelt und Hinweise liefert. Und drittens die Bürger – sie sind die stärkste Kraft, wenn sie Korruption im Alltag nicht hinnehmen.
Beschwerden schneller bearbeiten – Plattform ACT Ai als Werkzeug
Santritrapop will jetzt Tempo machen. Der Ausschuss arbeitet daran, dass Beschwerden mit ausreichend Belegen zügig zur Prüfung kommen und direkt an die zuständigen Stellen wandern.
Parallel sollen Bürger besser lernen, Hinweise sicher zu melden. Dafür setzt der Politiker auf die Melde-Plattform ACT Ai – ein Kanal, über den man Korruptionsfälle vertraulich und effizient an die Behörden bringen kann.
„Nicht nur auf dem Papier“ – was der Ausschuss wirklich will
„Ich glaube, dass Thailand Korruption wirklich reduzieren kann, wenn das Überprüfungssystem stark ist und die Bürger sich beteiligen“, ließ Santritrapop auf Facebook wissen. Der Ausschuss werde die Arbeit mit allen Sektoren vorantreiben.
Den Kampf gegen Korruption müsse man konkret umsetzen – „nicht nur auf dem Papier, sondern es müssen Ergebnisse erscheinen, die die Bürger im täglichen Leben spüren können.“
Sieben dicke Brocken: Land, Beamte und Budgets
Am 17. Juni 2026 tagen die Unterausschüsse. Auf dem Prüfplan stehen gleich sieben komplexe Themen. Es geht um die Aufsicht über lokale Beamte, die Nutzung von Staatsland und die Auszahlung von Budgets.
Weitere Punkte sind die Ausstellung von Landtiteln und neue Ansätze, um unrechtmäßige Vorteilsforderungen im Keim zu ersticken.
Casino in Sattahip und Eisenbahn-Gelder im Fokus
Nur einen Tag später, am 18. Juni 2026, rückt ein anderer Brocken in den Fokus: Der Ausschuss durchleuchtet die Arbeit der Behörden, die mit der Spar- und Kreditgenossenschaft der Eisenbahner verbunden sind.
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Zusätzlich geht es um ein Glücksspielcasino im Bezirk Sattahip in der Provinz Chonburi – ein Fall, bei dem es offenbar um erhebliche Summen und mögliche Versäumnisse geht.



Wenn man diesen Artikel unter dem Eindruck des am 1. Juni erschienen Beitrages „Thailand im Wandel: Die drei Gesichter der Macht in Bangkok“ liest, dann könnte man das auch ganz anders verstehen. Da kann man beispielsweise unter der Überschrift „Verzahnung der Macht“ nachlesen:
„Im Zentrum steht die Partei Bhumjaithai, die auf provinziellen Netzwerken und engen Verbindungen zu lokalen politischen Familien basiert und so politische Kontrolle dezentral, aber wirkungsvoll organisiert.“