BANGKOK – Thailands Provinzialverwaltung (DOPA) wehrt sich gegen wilde Spekulationen im Netz: Geplante Änderungen am Staatsangehörigkeitsgesetz sollen angeblich eingebürgerten Ausländern den Weg in die Politik ebnen. Die Behörde stellt klar: Der Entwurf steckt noch tief im Konsultationsstadium, und von politischen Rechten für Neubürger ist nirgends die Rede.
DOPA schießt Gerüchte ab
Auf Social Media brodelte es tagelang. Nutzer warnten, die Regierung plane eine heimliche Reform, die frisch Eingebürgerten politische Ämter öffne. Die Abteilung unter dem Innenministerium trat jetzt resolut auf die Bremse und nannte die Behauptungen schlicht ungenau.
Nicht einmal der Premierminister, das Kabinett oder das Parlament hätten den Vorschlag bislang zu Gesicht bekommen, stellte DOPA trocken fest. Was in Online-Foren als fertiger Plan verkauft wurde, ist in Wahrheit nicht mehr als eine akademische Idee in der ersten Prüfungsrunde.
Drei Themen statt Politbombe
Tatsächlich dreht sich der Entwurf um ganz andere Baustellen. Erstens: Staatenlose und Menschen ohne klaren Passstatus – ihr Anspruch auf Staatsbürgerschaft durch Geburt soll nach Section 7 bis des Nationality Act B.E. 2508 klarer gefasst werden. Betroffene könnten endlich gleichberechtigt ihre Rechte ausüben.
Zweitens geht es um Begrifflichkeiten. Nach dem Ehegleichstellungsgesetz verschwinden Wörter wie „Ehemann“ und „Ehefrau“ aus dem Gesetzestext – künftig stehen dort nur noch neutrale Formulierungen wie „Person“ oder „Ehepartner“. Drittens: Aufenthaltsrechte für Ex-Thailänder, die ihre Staatsbürgerschaft verloren haben und zur Familie zurückwollen.
Konsultation läuft nur noch wenige Tage
Bevor irgendetwas in Stein gemeißelt wird, läuft seit 22. Mai die öffentliche Anhörung über das Portal des Office of the Council of State. Nur noch bis 21. Juni können Bürger ihre Meinung zum Entwurf einbringen. Danach geht es erst richtig los.
Erst wenn die Konsultation abgeschlossen ist, bereitet DOPA einen richtigen Gesetzentwurf vor und legt ihn dem Innenminister vor. Von dort müsste der Text durch Ministerien und schließlich vors Repräsentantenhaus – ein weiter Weg, der noch kein Stück zurückgelegt wurde.
Akademischer Rückenwind, aber keine Politik
Die juristische Fakultät der Thammasat-Universität unterstützt den Vorstoß zur Staatsbürgerschaft durch Geburt fachlich. Ihre Experten diskutierten die Rechte von Menschen, die unter Section 7 bis bereits die Staatsangehörigkeit besitzen sollen. DOPA betont aber: Akademische Unterstützung und öffentliche Konsultation machen aus einem Vorschlag noch lange keine Regierungspolitik.
Jeder Änderungswunsch durchläuft den normalen Gesetzgebungsprozess mit erster Lesung im Parlament und Abstimmung über die Prinzipien des Entwurfs. Nichts davon ist passiert, und der Entwurf ist kein fertiges Gesetzespaket.
Schon jetzt strenge Kontrollen
DOPA verweist darauf, dass das derzeitige Genehmigungsverfahren für Staatsbürgerschaften voller strenger Regelungen steckt. Prüfer sind angehalten, Anträge akribisch unter die Lupe zu nehmen. Zusätzlich hat die Behörde eine Spezialeinheit namens DOPA N.I.C.E. ins Leben gerufen.
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Die „Anti-Registration Security Threat Working Group“ soll gezielt Korruptionsfälle bei Einbürgerungen aufspüren. Betroffene Beamte oder Beteiligte müssen mit Straf- und Disziplinarverfahren rechnen.
Thai Pakdee warnt, DOPA bleibt gelassen
Politisch hatte vor allem die Thai Pakdee Partei das Thema hochgekocht und vor Gefahren für die nationale Sicherheit gewarnt. Sie sieht Risiken, falls die Änderung käme, und spricht von möglichen politischen Erschütterungen. Die Partei lehnt den Vorschlag entschieden ab.
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