Premier verspricht „Neustart“ nach Korruptionsskandal

Anutin verspricht einen "Neustart" nach Skandalen, will Korruption ausmerzen und fordert: "Wir müssen brüllen wie Löwen, nicht bellen wie Welpen."

Premier verspricht "Neustart" nach Korruptionsskandal
Chanat Katanyu / Bangkok Post

BANGKOK – Innenminister Anutin Charnvirakul hat eine knallharte Rosskur für sein von Korruptionsskandalen erschüttertes Ministerium angekündigt. Er spricht von einem vollständigen „Reset“ im August und macht damit unmissverständlich klar, dass es keinen Schutz für Beamte geben wird, die in den mutmaßlichen Betrug bei Einstellungsprüfungen verwickelt sind.

Reset-Knopf für das Innenministerium

Der auch als Premierminister amtierende Anutin erklärte bei einem Treffen mit Spitzenbeamten am Dienstag, er hege keinen persönlichen Groll. „Ich habe nie jemanden gehasst“, sagte er, aber die Zeit des Wegschauens sei vorbei.

Nach einer dreimonatigen politischen Auszeit kündigte er an, im August den „Reset-Knopf“ zu drücken. Er erwarte von seinen Leuten greifbare Ergebnisse und einen echten Neuanfang, um die angeschlagene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Über 100 Verdächtige und Tausende Annullierungen

Hintergrund der harschen Ansage ist der Skandal um mutmaßlichen Betrug bei der Einstellung von Verwaltungsbeamten. Ein Regierungsausschuss schätzt, dass mehr als 100 Personen aus dem öffentlichen und privaten Sektor in die Manipulationen verstrickt sein könnten.

Die Behörden bereiten sich darauf vor, die Prüfungsergebnisse von 5.924 Bewerbern zu widerrufen. Ermittler hatten Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, die mit dem System in Verbindung stehen. Anutin machte klar, dass Korruption nicht toleriert werde.

"Parasitäres Unkraut" und Löwen

Seine Wortwahl ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. In einer Rede forderte er, korrupte Individuen auszurotten, bevor sie den Ruf ehrlicher Beamter zerstören. „Lasst nicht zu, dass parasitäres Unkraut das gute Gras überwuchert“, zitierte er ein Sprichwort.

Kämpferisch fügte er hinzu: „Wir müssen wie Löwen brüllen, nicht wie Welpen bellen.“ Die aktuelle Vertrauenskrise müsse als Chance gesehen werden, um der Gesellschaft zu beweisen, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholen.

Krasuang Mahatthai und ein böses Wortspiel

Besonders scharf kritisierte der Minister die Gier im eigenen Haus. Er warnte davor, das Innenministerium – auf Thai „Krasuang Mahatthai“ – zu einem „Ministerium für große Bestechungsgeldforderungen“ verkommen zu lassen.

Er nutzte dabei ein bitteres Wortspiel mit dem ähnlich klingenden „maha thai“, was übersetzt so viel wie „großes Geld erpressen“ bedeutet. Die Botschaft an die Anwesenden war unmissverständlich.

Befehl an Gouverneure und Vorbereitung für Myanmar-Besuch

Neben der schonungslosen Abrechnung wies Anutin die Provinzgouverneure an, umgehend Recht und Ordnung durchzusetzen. Die Bekämpfung von Drogenhandel, illegalen Vergnügungsstätten und Menschenhandel nannte er als höchste Prioritäten.

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Unabhängig davon befahl er den Gouverneuren, Informationen für die geplanten Gespräche mit dem Präsidenten von Myanmar, Min Aung Hlaing, zu sammeln. Der Besuch in Thailand ist für den 6. bis 8. August vorgesehen.

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Quelle: Bangkok Post

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