BANGKOK – Thailand muss sich auf einen neuen El Niño einstellen. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 96 bis 98 Prozent, dass das Wetterphänomen bis Juli 2026 einsetzt und bis Anfang 2027 anhalten kann. Die Regierung warnt vor schweren Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft und zieht die Notbremse bei der Klimavorsorge.
Klimamodelle schlagen Alarm
Die aktuellen Daten lassen kaum noch einen Zweifel. Führende Klimaagenturen wie die US-amerikanische NOAA, das Internationale Forschungsinstitut für Klima und Gesellschaft (IRI) und das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) sagen übereinstimmend eine starke El-Niño-Entwicklung in den kommenden Monaten voraus.
Naturressourcenminister Suchart Chomklin bestätigte am 17. Juni die drastische Prognose. Mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 98 Prozent rutscht Thailand in eine langanhaltende Trockenphase.
Regierung reagiert mit Maßnahmenpaket
Die Regierung hat das Katastrophenmanagement und die Klimaanpassung zur obersten Priorität erklärt. Wasserressourcenmanagement, verbesserte Katastrophenschutzsysteme und die Entwicklung eines nationalen Versicherungsrahmens sollen die Risiken abfedern.
Gleichzeitig hält Thailand am Ziel fest, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen wird dabei als zentraler Baustein gesehen.
Bangen um die Regenzeit
Die größte Sorge gilt den Niederschlägen. Zwischen Juni dieses Jahres und Januar 2027 rechnen die Experten in vielen Landesteilen mit deutlich weniger Regen als üblich.
Das trifft das Land ausgerechnet in der Hauptregenzeit, die von Juni bis August dauert. Schon in den kommenden Monaten drohen Ernteausfälle und Wasserknappheit.
Hochauflösende Risikokarten in Arbeit
Das Ministerium für Klimawandel und Umwelt (DCCE) arbeitet mit Hochdruck an detaillierten Klimadatenbanken. Sie sollen die Planung für Dürren, Überschwemmungen und andere Extremwetterereignisse verbessern.
DCCE-Generaldirektor Pirun Saiyasitpanich drängt auf eine genaue Überwachung der Veränderungen. Besonders die Verschiebung von Niederschlags- und Temperaturmustern müsse engmaschig verfolgt werden.
Erwartete Verschärfung zum Jahreswechsel
Die Klimamodelle zeigen eine Intensivierung des El Niño zwischen November 2026 und Januar 2027. Dann könnte das Phänomen seine volle Wucht entfalten und produktive Sektoren empfindlich treffen.
Suchart Chomklin machte deutlich, dass ohne angemessene Vorbereitungen erhebliche Schäden drohen. Die nächsten Monate sind entscheidend, um Bevölkerung und Betriebe vor den Folgen zu schützen.



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