BANGKOK, THAILAND – Der unabhängige Amtsinhaber Chadchart Sittipunt hat seinen erdrutschartigen Sieg bei der Gouverneurswahl in Bangkok erklärt. Nach inoffiziellen Ergebnissen fuhr er mit rund 1,444 Millionen Stimmen einen überwältigenden Vorsprung ein – fast das Fünffache seiner nächsten Rivalin. Die Hauptstadt gab ihm damit ein klares Mandat für eine zweite Amtszeit, auch wenn die offizielle Bestätigung durch die Wahlkommission noch aussteht.
Erdrutschsieg mit Ansage
Mit 89,86 Prozent der ausgezählten Stimmen lag Chadchart am Sonntagabend uneinholbar vorn. Mallika Boonmeetrakool Mahasuk, seine stärkste Konkurrentin, brachte es lediglich auf 288.171 Stimmen. Der Ingenieur und ehemalige Verkehrsminister konnte seinen Stimmenanteil von etwa 51 Prozent bei der Wahl 2022 auf inoffiziell rund 64 Prozent ausbauen.
2022 war er mit dem Slogan „Bangkok, eine lebenswerte Stadt für alle“ angetreten und hatte als unabhängiger Kandidat 1.386.215 Stimmen geholt. Jetzt zeigt sich, dass seine Politik auf breitere Zustimmung stößt als je zuvor.
„Kein Sieg, sondern ein Auftrag“
Chadchart selbst wertete das Ergebnis nicht als Triumph, sondern als Verpflichtung. „Kein Sieg, sondern ein Auftrag des Volkes“, sagte er und betonte die damit verbundene Verantwortung. Er versprach, allen Bürgern zu dienen – unabhängig davon, wie sie gewählt haben.
Der Gouverneur bestätigte auch einen Glückwunsch-Anruf von Chaiwat Sathawornwichit, dem Kandidaten der People’s Party. Der unterbreitete ihm Vorschläge zur frühkindlichen Entwicklung und zum Hochwasserschutz. Chadchart signalisierte Gesprächsbereitschaft: „Jeder ist ein Verbündeter.“
Was die Hauptstadt jetzt erwartet
Seine erste Priorität nach der offiziellen Bestätigung wird es sein, über 260 Wahlkampfversprechen in einen strategischen Plan zu gießen. Ein dringendes Programm für die ersten hundert Tage soll die schwierigsten Probleme der Stadt anpacken. Hochwasserschutz und Verkehr stehen ganz oben auf der Liste, ebenso Transparenz und Anti-Korruption.
Die Verwaltung steht unter Druck, in Bereichen wie Entwässerung, öffentlichem Nahverkehr, Abfallmanagement, Grünflächen, Gesundheit und Sicherheit endlich durchgreifende Verbesserungen zu liefern. Die Wähler messen ihn jetzt an dem Fortschritt seiner ersten vier Amtsjahre.
Der Mann hinter den Zahlen
Chadchart Sittipunt ist ausgebildeter Bauingenieur und machte sich zunächst als Transportspezialist einen Namen. Unter der ehemaligen Premierministerin Yingluck Shinawatra diente er als stellvertretender Verkehrsminister und später als Verkehrsminister, bevor er als unabhängiger Kandidat ins Rennen um das Gouverneursamt ging.
In seiner ersten Amtszeit setzte er auf datengesteuertes Stadtmanagement, führte verbesserte Hochwasserüberwachung ein und trieb technologiebasierte öffentliche Dienstleistungen voran. Auch ein problembezogenes Nachverfolgungssystem auf Bezirksebene wurde etabliert.
Gold für Gleichstellung
Ein Aushängeschild seiner bisherigen Verwaltung ist die soziale Ausrichtung: 2026 erhielt die Bangkok Metropolitan Administration das UNDP Gender Equality Seal Gold. Sie ist damit die erste öffentliche Einrichtung in Asien und dem Pazifikraum, die diese Zertifizierung erreichte.
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Die Auszeichnung unterstreicht den Anspruch einer modernen Verwaltung, geht aber auch mit gestiegenen Erwartungen einher. Die Zusammenarbeit mit nationalen Behörden und dem Bangkok Metropolitan Council wird für die nächsten vier Jahre entscheidend sein.
Der Beweis steht noch aus
Chadcharts langfristiges Ziel, Bangkok zu einer global wettbewerbsfähigen Stadt zu machen, hängt jetzt von der Umsetzung der nächsten Schritte ab. Die Wahlkommission muss das Ergebnis noch offiziell zertifizieren, bevor der Fahrplan für die zweite Amtszeit in Kraft tritt.
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