LOEI – Ein Paar in der nordthailändischen Provinz Loei ist ins Visier von Drogenfahndern geraten. Die thailändischen Behörden weiten ihre Ermittlungen zu einem transnationalen Drogennetzwerk aus, das mit einer in Australien festgenommenen Thai-Airways-Flugbegleiterin in Verbindung steht. Im Fokus: sechs Pakete und ein Kilogramm Heroin.
Die Spur führt von Melbourne nach Loei
Auslöser der Razzia im Nordosten war die Festnahme der Thai-Airways-Flugbegleiterin Mina am Flughafen Melbourne. Australische Polizisten sollen in ihrem Gepäck rund ein Kilogramm Heroin gefunden haben.
Thailändische Fahnder des Office of the Narcotics Control Board (ONCB) und der Provinzpolizei Loei suchten daraufhin nach der Person, die das Paket mutmaßlich losgeschickt hatte. Die Recherchen führten direkt zu einem Haus im Unterbezirk That im Bezirk Chiang Khan.
Ein Kautschukzapfer und seine Frau
Am Donnerstag, gegen 13 Uhr, rückten Beamte der Polizeistation Chiang Khan zu der Adresse aus. Dort wohnten der 43-jährige Athit und seine 42-jährige Ehefrau Thatsaphon, eine laotische Staatsangehörige. Das Paar war jedoch nicht anzutreffen.
Die Ermittler fanden heraus, dass das Paar als Kautschukzapfer im Bezirk Erawan angeheuert hatte. Wenig später spürte die Polizei Athit im Wat Tham Pha Mak Ho auf, wo er gerade an einem Tempeldach arbeitete.
Sechs Lieferungen für jeweils 8.000 Baht
Athit wurde zur Vernehmung auf die Polizeistation Erawan gebracht. Laut Polizeibericht räumte er ein, sechsmal Pakete nach Bangkok geschickt zu haben. Drei Lieferungen gingen über einen Paketdienst in Chiang Khan raus, zwei von Ban That und eine aus dem Bezirk Erawan.
Für jede Zustellung soll ihm ein laotischer Staatsbürger 8.000 Baht gezahlt haben. Das letzte Paket wurde Ende Juni versandt. Die Identität des Auftraggebers blieb zunächst unklar.
Festnahme in der Kautschukplantage
Thatsaphon, die Ehefrau, entdeckten die Beamten kurz darauf in einer Kautschukplantage im Gebiet Pha Nang-Pha Koeng. Ein schwarzer Mitsubishi Triton Pickup mit Loei-Kennzeichen parkte in der Nähe.
Auch sie kam auf die Wache im Bezirk Erawan. Bei der ersten Befragung stritt sie jedoch jede Beteiligung und jegliches Wissen um die Pakete ab.
Abflug nach Bangkok und ONCB-Zentrale
ONCB-Generalsekretär Pol Maj Suriya Singhakamol ordnete an, das Paar von Udon Thani nach Bangkok zu fliegen. Gebucht wurde der AirAsia-Flug FD3355 mit geplanter Ankunft um 10:40 Uhr am Don Mueang Airport.
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Dort sollen beide den Vernehmungsprozess der Drogenbehörde durchlaufen. Das ONCB will herausfinden, wer die mutmaßliche Operation in Auftrag gab, unterstützte oder mithalf.
Ermittler sehen klares Netzwerk-Muster
Für den ONCB-Chef spiegelt der Fall die typische Methode transnationaler Drogenringe wider: Personen auf unterschiedlichen Ebenen werden genutzt, um Rauschgift zu transportieren und Kontrollen zu entgehen.
Die enge Zusammenarbeit zwischen thailändischen und ausländischen Strafverfolgern half den Ermittlern, mögliche Verbindungen innerhalb Thailands aufzuspüren. Die Behörde plant, ihre Ermittlungen auszuweiten und rechtliche Schritte gegen jeden auf jeder Ebene der Beteiligung einzuleiten.
Nächstes Ziel: Geldströme kappen
Zusätzlich will das ONCB die internationale Kooperation verstärken. Das Ziel: transnationale Drogennetzwerke abfangen, Transportwege unterbrechen und Finanzkanäle austrocknen.
Die Ermittler bleiben nicht bei den Kurieren stehen. Der Blick richtet sich auf die Hintermänner und deren Geldflüsse, ganz im Sinne der Drogenbekämpfungspolitik der Regierung.



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