Korrupte Beamte ermöglichen Ausländern illegale Geschäfte in Thailand

Zwei Drittel der Thais machen korrupte Beamte für illegale Auslandsgeschäfte verantwortlich – dicht gefolgt von zu milden Strafen und Schlupflöcher im Gesetz.

BANGKOK – Eine neue Umfrage zeigt, wo die Thailänder das Kernproblem illegaler Auslandsgeschäfte sehen. Für 67,10 Prozent der Befragten steht fest: Korrupte Staatsbeamte tragen die Hauptschuld.

Beamte unter schwerem Korruptionsverdacht

Korrupte Staatsbeamte sind nach Ansicht der Bevölkerung der entscheidende Faktor, der Ausländern illegale Geschäfte in Thailand ermöglicht. Das ergab eine landesweite Erhebung des National Institute of Development Administration (Nida), die am Sonntag veröffentlicht wurde.

Die Meinungsforscher befragten von Montag bis Mittwoch 1.310 Personen ab 18 Jahren im ganzen Land. Mehrfachnennungen waren ausdrücklich erlaubt.

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Milde Strafen und Gesetzeslücken im Visier

Auf Platz zwei der Hauptgründe landeten mit 59,31 Prozent die aus Sicht der Bürger zu milden Strafen. Erst danach folgen Gesetzeslücken, die 52,21 Prozent der Teilnehmer als Einfallstor für kriminelle Strukturen sehen.

Korrupte Politiker machen 50,46 Prozent der Befragten mitverantwortlich. Auffallend ist die komplexe Gemengelage: Fast jeder Zweite sieht die Ursache nicht nur bei Ausländern, sondern auch im eigenen Land.

Mittäterschaft im Inland

Geldgierige Thailänder, die aktiv mit ausländischen Geschäftsleuten zusammenarbeiten, tragen laut 48,70 Prozent der Befragten eine klare Mitschuld. Sie stellen Strohmänner, unterschreiben Dokumente oder geben ihre thailändische Identität für illegale Geschäftsmodelle her.

44,35 Prozent kritisieren zudem Beamte, die bei Straftaten von Ausländern gezielt wegsehen. Die Werte zeigen, dass die Bevölkerung das Problem nicht als rein extern wahrnimmt, sondern tief in den eigenen Strukturen verankert sieht.

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Fälle um chinesische Babys erschüttern Land

Die Umfrage fand vor dem Hintergrund neuer Enthüllungen um die thailändische Staatsbürgerschaft chinesischer Babys statt. Berichten zufolge sollen mutmaßlich korrupte Beamte, Krankenhauspersonal und thailändische Männer dabei geholfen haben, falsche Vaterschaften zu beurkunden.

Die Vorfälle haben die Debatte über undurchlässige Kontrollsysteme neu entfacht. Der Fall zeigt nach Ansicht vieler Bürger exemplarisch, wie ausländische Netzwerke mit Hilfe lokaler Akteure illegalen Zugang zu geschützten Rechten erhalten.

Razzien in Touristenhochburgen

Strafverfolgungsbehörden haben zuletzt mehrere Unternehmen geschlossen, die Ausländern gehören, aber illegal durch thailändische Strohmänner geführt wurden. Die Razzien konzentrierten sich laut Behörden auf Großstädte und beliebte Urlaubsregionen.

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Sowohl große als auch kleine Betriebe waren betroffen. Die Polizei kündigte weitere Kontrollen an, um die verschleierten Eigentümerstrukturen systematisch aufzudecken.

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Quelle: Bangkok Post

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