BANGKOK – Nach dem verheerenden Brand in einer Bierhalle startet die Stadtverwaltung eine beispiellose Sicherheitsoffensive. Rund 1.100 Unterhaltungslokale sollen innerhalb von 60 Tagen durchleuchtet werden. Dabei geht es nicht nur um Brandschutz, sondern auch um einen Riegel gegen Korruption.
Masseninspektion nach tödlichem Feuer
Gouverneur Chadchart Sittipunt kündigte am Montag an, dass städtische Kontrolleure und Polizei systematisch sämtliche Clubs, Bars und Kneipen der Hauptstadt überprüfen werden. Die Aktion ist eine direkte Reaktion auf die Katastrophe vom 12. Juli in der Bierhalle „Rong Beer Na Ladprao“. Damals waren Menschen ums Leben gekommen.
Den Auftakt machten die Beamten bereits am Sonntagabend mit Razzien im Ausgehviertel entlang der Thonglor und Ekamai Road. Die Botschaft der Behörden ist deutlich: Wer Kunden gefährdet, verliert seine Lizenz.
60 Tage, 1.100 Läden, null Toleranz
Die Prioritätenliste ist klar definiert. Zuerst kommen Läden unter die Lupe, die als Hochrisiko-Betriebe eingestuft sind oder gegen die bereits Beschwerden vorliegen. Auch wer besonders viele Gäste durchschleust, muss mit einem sofortigen Besuch der Prüfer rechnen.
Ein zentrales Element der neuen Strategie sind verbindliche Obergrenzen. Man werde für jedes Lokal exakt festlegen, wie viele Personen es maximal fassen darf. So soll künftig ausgeschlossen sein, dass aus Profitgier die Fluchtwege zugestellt werden.
Gemeinsam gegen Doppelarbeit und Bestechung
Der stellvertretende nationale Polizeichef, Polizeigeneral Thatchai Pitaneelabut, begleitete die nächtlichen Kontrollen persönlich. Er machte klar, dass der Brand von Ladprao ein Umdenken erzwungen hat. Nur wenn alle Behörden an einem Strang ziehen, könne man Schwachstellen und schwarze Schafe entdecken.
„Wenn Beamte vieler Organisationen die Kontrollen gemeinsam durchführen, werden Doppelarbeit und Möglichkeiten zur Bestechung reduziert“, erklärte Thatchai. Die Stadt setzt auf Transparenz, um dem Eindruck entgegenzuwirken, Sicherheitsmängel ließen sich mit Geld aus der Welt schaffen.
Schärfere Auflagen für Notausgänge
Auf die Betreiber kommt eine detaillierte Mängelliste zu. Die neuen Standards betreffen die gesamte Gebäudestruktur, die elektrischen Leitungen sowie die Brandschutzsysteme. Besonderes Augenmerk liegt auf unbrennbarem Dekorationsmaterial und klar gekennzeichneten Rettungswegen.
Pimjutha Sakunsitthada, Chefin des Bezirks Watthana, wurde bei den ersten Kontrollen deutlich. Sie verlangt breitere Notausgänge und den Einbau massiver Rauchschutztüren. Betreiber, deren Sicherheitskonzept sie als ungenügend einstuft, müssen ihre Pforten umgehend schließen.
Schließung bei vielen Mängeln
Schon bei den ersten Besuchen zeigten sich laut Pimjutha teils gravierende Probleme. Läden mit vielen Mängeln wurden nicht nur verwarnt, sondern direkt vorübergehend dicht gemacht. Die Betreiber müssen nun nachbessern und die Freigabe der Behörden abwarten.
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Die zuvor erstellte Checkliste wird den Eigentümern zugestellt. Erst wenn alle Punkte von der Statik bis zur Notbeleuchtung abgehakt sind, dürfen die Discotheken und Bars wieder öffnen.
Regelmäßige Kontrollen angekündigt
Gouverneur Chadchart warnte vor kurzfristigen kosmetischen Reparaturen, die nur dem ersten Kontrolltag standhalten. Er kündigte an, dass die Beamten nach den Erstbesuchen immer wieder unangemeldet zurückkehren werden.
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„Notausgänge könnten blockiert, Notbeleuchtungen defekt oder Notausgangsschilder verdeckt worden sein. Das gefährdet die Sicherheit der Kunden“, stellte Chadchart klar. Wer nach der ersten Prüfung schlampig wird, riskiert ebenfalls die Zwangspause.
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