Falsche Gesundheitsdaten im System: Betroffene fordern Prüfung

Ministerium setzt Frist von zwei Wochen, nachdem Betroffene und Personal massiven Druck sowie falsche Einträge im System aufdecken.

Falsche Gesundheitsdaten im System: Betroffene fordern Prüfung
Matichon

PATHUM THANI / ROI ET – Ein Post über erfundene Krankenbesuche in der App Mor Prom schlägt hohe Wellen. Hunderte Betroffene schließen sich zusammen, während Insider von systematischem Druck durch Hunderte Leistungsindikatoren berichten. Der Gesundheitsminister ordnete eine strenge Untersuchung an und setzte eine knappe Frist.

Minister setzt Frist von zwei Wochen

Gesundheitsminister Phatthana Phomphat zog nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort die Reißleine. Er wies den Staatssekretär an, alle Fakten zum Fall der möglicherweise gefälschten Gesundheitsdaten zu prüfen.

Die Inspektoren des Ministeriums wurden beauftragt, die betroffenen Gebiete zu überprüfen. Die Ergebnisse sollen nach Angaben des Ministers innerhalb von maximal zwei Wochen vorliegen.

294 Betroffene schließen sich zusammen

Ausgelöst wurde die Debatte durch einen Facebook-Nutzer, der in seinen Daten zwei ihm unbekannte Krankenhausbesuche in der Provinz Pathum Thani entdeckte. Er befürchtet massive Auswirkungen auf künftige Krankenversicherungsansprüche und den Abschluss von Lebensversicherungen.

Gemeinsam mit der Stiftung zur Rückforderung von Gerechtigkeit gründete er die Line-Gruppe „Geschädigte durch Mor Prom“. Die Gruppe zählt inzwischen 294 Mitglieder und will eine systemweite Prüfung beantragen, da es nicht nur um individuelle Fehler, sondern um die Glaubwürdigkeit des gesamten Gesundheitsdatensystems gehe.

KPIs als Treiber der Dateneingabe

Personal der Gesundheitszentren auf Gemeindeebene, der sogenannten Ror Por Stor, schildert die Schattenseite der digitalen Erfassung. Neben echten Falschabrechnungen gebe es ein massives Problem mit Daten, die eingegeben werden, um die geforderten Leistungsindikatoren zu erfüllen.

Viele dieser Stationen arbeiten mit nur drei bis vier Mitarbeitern, die neben Behandlungen und Hausbesuchen auch eine Flut von Daten bewältigen müssen. Der Druck, die Ziele zur Krankheitsvorsorge zu erreichen, führe dazu, dass in manchen Gebieten Daten geschönt werden, um die Vorgaben zu erfüllen.

Forderung nach radikaler Kürzung der Indikatoren

Suphat Hasuwannakit, ehemaliger Krankenhausdirektor und Abgeordneter der Volkspartei, spricht von einem „KPI-Pumpen“, damit die Ergebnisse den Indikatoren des Ministeriums entsprechen. Der Druck entstehe stufenweise durch die gesamte Befehlskette und treffe die Mitarbeiter an der Basis, die mit über 300 Indikatoren völlig überfordert seien.

Er fordert eine dringende Überprüfung des Systems und eine Reduzierung der Indikatoren von etwa 300 auf maximal 30. Zudem müsse die Kultur des „Leistungspumpens“ beendet werden. Statt Druck auf die Zahlen auszuüben, solle man betroffenen Gebieten zusätzliches Personal schicken.

Unklare Zuständigkeit nach Übertragung an Or Bor Jor

Eine hochrangige Quelle aus dem Ministerium dämpft jedoch die Erwartungen an eine einfache Lösung. Bei der Untersuchung müsse genau geprüft werden, wessen KPI-Vorgaben überhaupt gelten, da viele Ror Por Stor bereits an die Provinzverwaltungsorganisationen übertragen wurden.

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ZUM ANGEBOT

Das Ministerium könne dort keine Anweisungen mehr geben. Dazu zitiert die Quelle aus der Provinz Roi Et: „Man muss schauen, welcher Teil die KPI ist und wer die Anweisung dazu gab. Wie in Roi Et, wo die Übertragung bereits stattgefunden hat, kann das Ministerium so etwas nicht festlegen.“

Untersuchung soll zeigen, wo die Fehler liegen

Minister Phatthana kündigte an, die Prüfung parallel mit dem Nationalen Gesundheitsamt abzustimmen, falls die Daten mit Budgetabrechnungen verknüpft sind. Das Ziel sei, die Dateneingabe auf das Nötigste zu beschränken, um das medizinische Personal nicht weiter zu überlasten.

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Die Ermittlungen müssen nun klären, in welchen Fällen es sich um vorsätzliche Falscheingaben zur Abrechnung und in welchen um systembedingte Fehleingaben zur KPI-Erfüllung handelt. Bei nachgewiesener Abrechnungsmanipulation drohen strafrechtliche Konsequenzen.

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Quelle: Matichon

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