Mutter und Tochter zur Einschüchterung verschleppt

Nach einer Polizeifahndung in Pattaya sind eine Chinesin und ihre Tochter wieder frei. Ermittler prüfen, ob sie als Druckmittel gegen den Ehemann verschleppt wurden.

Mutter und Tochter zur Einschüchterung verschleppt
SiamRath

PATTAYA, Thailand – Eine chinesische Frau und ihre Tochter sind nach dem Verdacht auf eine Entführung in Bang Lamung wieder freigelassen worden. Die Polizei verfolgt Videoaufnahmen und prüft, ob eine mutmaßliche chinesische Betrugsgruppe die beiden unter Druck gegen den Ehemann festhielt. Mehrere Beteiligte wurden zur Befragung gebracht.

Polizei findet Mutter und Tochter nach Video-Spur

Überwachungskameras zeigten, wie die Frau und das Kind eine Wohnsiedlung im Gebiet Rong Po mit einer ihnen bekannten Chinesin verließen und in ein Auto stiegen. Die Ermittlungen führten zunächst zu einem Resort in Nong Pla Lai.

Nach einem Fahrzeugwechsel brachte die Gruppe die beiden offenbar an einen anderen Ort. Als die mutmaßlichen Entführer bemerkten, dass die Polizei ihnen folgte, ließen sie die Frau und ihre Tochter am 6. August gegen 2.30 Uhr in der Soi Na Kluea 16 frei.

Ehemann meldet das Verschwinden

Der Ehemann ging am 5. August um 17.05 Uhr zur Polizeistation Bang Lamung. Er erklärte, seine Frau und seine Tochter seien aus ihrem Haus weggebracht worden.

Nach seinen Angaben hatte er zuvor für die chinesische Gruppe gearbeitet, war ihr entkommen und hatte die Polizei um Hilfe gebeten. Er vermutet, dass die Gruppe seine Familie mitnahm, um ihn von einer Anzeige abzuhalten.

Videoanruf lässt Fragen offen

Während der Befragung telefonierte der Ehemann per Video mit seiner Frau. Nach Angaben der Polizei wirkte sie verängstigt und weinte während des Gesprächs, konnte ihrem Mann aber nicht sagen, wo sie festgehalten wurde.

Nach der Freilassung brachten Beamte die Frau, das Kind und weitere Beteiligte zur Polizeistation Bang Lamung. Die Polizei nahm mehrere Personen zur Befragung fest.

Aussagen der Frau widersprechen den Ermittlungen

In ihrer ersten Aussage erklärte die Frau, sie habe sich mit ihrem Ehemann gestritten und sei freiwillig an einen anderen Ort gegangen. Sie habe lediglich woanders bleiben wollen.

Die Polizei zweifelt an dieser Darstellung. Beweise und Aussagen mehrerer Personen enthalten nach Angaben der Ermittler Widersprüche, die nun geprüft werden.

Ehemann soll etwa einen Monat festgehalten worden sein

Die Ermittler vermuten, dass der Ehemann zuvor mit der Gruppe zusammenarbeitete. Nach einem Fluchtversuch soll er etwa einen Monat lang festgehalten worden sein.

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Die Polizei untersucht nun, ob die Vorwürfe mit einem grenzüberschreitenden kriminellen Netzwerk oder einer Call-Center-Betrugsmasche verbunden sind. Auch die Beziehungen zwischen den Beteiligten und mögliche Geldflüsse werden geprüft.

Liu Minglong wegen Haftbefehls festgenommen

Bei der Überprüfung der Beteiligten stießen die Beamten auf Liu Minglong, einen 37-jährigen chinesischen Staatsangehörigen. Er hatte seinen erlaubten Aufenthalt in Thailand um 56 Tage überzogen.

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Liu war bereits im Juni wegen eines Haftbefehls des Provinzgerichts Pattaya gesucht worden. Der Fall betrifft Betrug, die Fälschung und Verwendung gefälschter amtlicher Dokumente sowie falsche Angaben in einem Computersystem; er wurde für die weiteren rechtlichen Schritte in Gewahrsam genommen.

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Quelle: AseanNow
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