Nakhon Si Thammarat – Um 21 Uhr hörte Somphop Sommai das Brüllen seiner Kuh. Er griff zur Taschenlampe, lief hinaus – und stand einem riesigen Wildschwein gegenüber. Das Tier hatte der Kuh den Bauch aufgerissen, die Eingeweide lagen heraus. Als Somphop schrie, flüchtete das Schwein in den Wald. Die Kuh starb am nächsten Morgen.
Zwei Kühe angegriffen, eine überlebt nicht
In der Nacht zum 6. August schlug das Tier hinter dem Haus von Somphop Sommai im Unterbezirk Nam Tok, Bezirk Thung Song, zu. Es biss einer Kuh den Bauch auf, sodass die Eingeweide heraustraten. Eine zweite Kuh wurde am Bein verletzt und überlebte. Die schwer verletzte Kuh atmete am Morgen nur noch schwach und verendete am Vormittag des 7. August.
Somphop ist sich sicher, was er gesehen hat: ein grosses Wildschwein. „Wer das nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, würde auf einen Tiger oder Bären tippen“, sagte er. „Das Tier war riesig und wirkte bedrohlich.“
Tiger-Alarm, der keiner war
Am Morgen danach rückte Bezirkschef Somkid Kalsuwan mit Polizisten, Verwaltungsmitarbeitern und Fachleuten für Tierspuren an. In der Gegend leben Indochinesische Tiger und Schwarze Panther – die Angst im Dorf war gross. Doch nach eingehender Untersuchung der Abdrücke stand fest: kein Grossraubtier. Die Spuren stammen von einem Moo Thok – dem Wildschwein-Begriff aus dem Süden Thailands.
Gemeint ist ein älteres Wildschwein-Männchen, das sich von der Rotte gelöst hat. Solche Tiere können über 150 Kilogramm wiegen, haben kräftige Hauer und werden mit zunehmendem Alter aggressiver. Sie fressen Pflanzen, Aas und auch Nutztiere, wenn sie ihnen nahe kommen.
Schutzwald zieht Wildtiere an
Nam Tok grenzt an einen dichten, artenreichen Wald. Die Dorfbewohner jagen dort nicht und greifen Wildtiere nicht an – eine Haltung, die den Wald lebendig hält, aber Mensch-Tier-Konflikte nicht ausschliesst. Wildhirsche streifen regelmässig durch das Dorf; Bewohner berichten, die Hirschdichte sei nirgendwo in Thailand so hoch wie hier. Wo Hirsche sind, kommen früher oder später Räuber.
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Bezirkschef Kalsuwan kündigte weitere Beobachtung des Gebiets an. Kameras oder Fallen wurden zunächst nicht aufgestellt. Ob das Wildschwein noch in der Nähe ist, bleibt offen.


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