UDON THANI, THAILAND – In der Provinz wurde eine Schwangere mit neun Jahren registriert, der Vater des Kindes war 13. Nach Angaben einer Beraterin wollte das Mädchen mit der Schwangerschaft ihren Freund an sich binden. Zahlen aus Udon Thani zeigen zugleich: In 55,3 Prozent der Fälle war unbeabsichtigter Sex der Grund für fehlende Verhütung.
Schwangerschaft mit neun Jahren
Die jüngste bekannte Schwangere in Udon Thani war nach Angaben einer Mitarbeiterin des Gesundheitszentrums 8 erst neun Jahre alt. Der Vater des Kindes war 13. Das Mädchen habe die Schwangerschaft gewollt, um ihren Freund an sich zu binden.
Die Beraterin verfolgt die Entwicklung von Schwangerschaften bei Jugendlichen seit mehr als zehn Jahren. Von 2023 bis 2026 sank in Udon Thani die Zahl der Geburten bei Müttern im Alter von zehn bis 14 Jahren von 20 auf sechs.
Universität reagiert mit einem Kurs
Die Rajabhat-Universität Udon Thani organisierte nach einem landesweit diskutierten Vorfall ein Training zur Verhütung von Teenagerschwangerschaften. Eine Studentin im vierten Studienjahr erlitt im Badezimmer ihres Wohnheims eine Fehlgeburt und fuhr mit dem Leichnam des Kindes auf einem Motorrad zu einem Tempel, wo sie einen Mönch um Hilfe bei der Einäscherung bat.
Am 23. September 2026 nahmen auf dem Campus Sam Phrao 350 Erstsemester der naturwissenschaftlichen Fakultät am Kurs „Safe Love Smart Life“ teil. Fachleute des Gesundheitszentrums 8 und des Gesundheitsamts der Provinz informierten über die Lage, Beratungsangebote für Jugendliche und den Umgang mit schwierigen Situationen.
Ungeplanter Sex als häufigster Grund
Nach den Angaben aus der Beratung war in 55,3 Prozent der Fälle unbeabsichtigter Sex der Grund für fehlende Verhütung. Als weitere Gründe nannte die Beraterin Sex unter Alkoholeinfluss, der 20,5 Prozent ausmachte.
Manche Jugendlichen machten sich weniger Sorgen über eine mögliche Schwangerschaft als darüber, dass ihre Eltern von der Beziehung erfahren könnten. Die Beratungsstelle wolle zuhören und gemeinsam mit ihnen nach einem Ausweg suchen.
Mehr als jede dritte Schwangerschaft war gewollt
Bei den Angaben zur Schwangerschaft waren 64,5 Prozent der Fälle ungeplant, 35,6 Prozent wurden als beabsichtigt erfasst. Die Zahlen stammen aus den Informationen, die bei der Beratung zu Schwangerschaften im Jugendalter zusammengetragen wurden.
Für die schulische Situation nannte die Beraterin drei Werte: 28,1 Prozent hätten die Schule unterbrochen oder verlassen, 27,3 Prozent seien zunächst an ihrer bisherigen Schule geblieben. Ein Teil von ihnen habe später dennoch aufhören müssen, während 20 Prozent in ein nicht-formales Bildungsangebot wechselten.
Folgen für Familie und Zukunft
Eine Schwangerschaft im Jugendalter kann nach Einschätzung der Beraterin die Beziehungen innerhalb der Familie verändern und zusätzlichen finanziellen Druck schaffen. Jugendliche müssten früh die Rolle von Eltern übernehmen.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Auch Bildung, spätere Arbeit und Einkommen könnten darunter leiden. Die Beraterin verwies außerdem auf das Risiko von Ausgrenzung und weiteren sozialen Problemen.
Beratung vor Ort und online
Das Gesundheitszentrum 8 in Udon Thani bietet Jugendlichen persönliche Beratung und Kontakt über das Internet an. Die Gespräche würden als persönliche Informationen behandelt.
Die Beraterin riet dazu, den eigenen Körper zu achten und sich über Verhütung zu informieren. Sex könne zu einer Schwangerschaft und zu sexuell übertragbaren Krankheiten führen.
Hinweise zur Beendigung einer Schwangerschaft
Nach den Angaben des Gesundheitszentrums ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zu einer Schwangerschaftsdauer von zwölf Wochen möglich. Bei späteren Schwangerschaften gelte er grundsätzlich als rechtswidrig.
Lesen Sie auch: Thailand plant Unfallversicherung und Einreisegebühr für Touristen
Die Beraterin nannte Ausnahmen, darunter eine ärztliche Einschätzung oder eine Schwangerschaft nach einer Gewalttat. Jugendliche, die Fragen oder Probleme haben, können sich an die Beratungsangebote des Zentrums wenden.

Was kann ich mir unter „unbeabsichtigtem Sex“ vorstellen?
Es sollte vermutlich ungeplanter Sex heissen.
Wieso habe ich in Deutschland noch nie von einer schwangeren 9-jährigen gehört, bzw. von einem Kind solchen Alters, das körperlich überhaupt schon so weit entwickelt ist, daß sie schwanger werden kann?
Das ist jetzt nicht als irgendein Urteil zu verstehen, sondern eher wissenschaftliche Neugier.
Sind thailändische Mädchen generell früher in der Pubertät, als deutsche/europäische?
Aber ganz abgesehen davon, schüttelt es mich bei der Vorstellung, das jemand beim Anblick bzw. Kontakt mit einem kindlichen Körper (und das ist er sicherlich auch noch mit 10, 11 oder 12 Jahren) an Sex denken kann; zumal wenn der Täter (ich nenn den männlichen Teil einer solchen „Beziehung“ jetzt mal so) meist älter als 13 ist.
Ihre wissenschaftliche Neugier ist absolut berechtigt. Solche Fälle gibt es übrigens auch in Europa: 2024 wurde in NRW bekannt, dass eine Elfjährige ein Kind von ihrem Stiefvater zur Welt gebracht hatte — mit zehn Jahren war sie schwanger geworden.
Dass Mädchen in Thailand früher in die Pubertät kommen (durchschnittliche erste Regelblutung mit 11,6 Jahren, in Deutschland rund 13 Jahre), liegt an mehreren Faktoren, die die Forschung inzwischen gut belegt: Übergewicht und kohlenhydratreiche Ernährung spielen eine Rolle, weil Fettzellen Östrogen produzieren können — aber auch sogenannte endokrine Disruptoren, also hormonell wirksame Chemikalien aus unserer Umwelt. Dazu zählen BPA (Bisphenol A) aus Plastikverpackungen, Weichmacher (Phthalate) in Spielzeug und Kunstofffleisch, Parabene in Kosmetikprodukten sowie Pestizide. Diese Substanzen ahmen Östrogen nach oder blockieren Hormonrezeptoren und können den Pubertätsbeginn deutlich vorverlagern — Studien zeigen erhöhte BPA-Werte im Urin von Mädchen mit vorzeitiger Pubertät. In Ländern mit höherer Pestizid- und Plastikbelastung im Alltag verstärkt sich dieser Effekt. Das ändert selbstverständlich nichts an der moralischen und rechtlichen Bewertung: Jeder sexuelle Kontakt eines Erwachsenen mit einem Kind ist Missbrauch — unabhängig von dessen Entwicklungsstand.
Nach meinen Recherchen bekommen die Mädchen in Deutschland im Durchschnitt mit 12,3 Jahren ihre erste Regelblutung. Frühestens mit 9, was noch im normalen Rahmen liegen soll.
Der Absatz wurde gemäß §§ 283–287 des thailändischen Strafgesetzbuches sowie dem Child Protection Act B.E. 2546 (2003) entfernt, da Inhalte, die die Sexualisierung Minderjähriger — auch unter wissenschaftlichem Deckmantel — normalisieren oder rechtfertigen, in Thailand strafbar sind.
Redaktionelle Fußnote:
Teile dieses Kommentars wurden von der Redaktion entfernt. Aussagen, die die sexuelle Reife Minderjähriger in einen gesellschaftlichen oder biologischen Rechtfertigungskontext stellen, verstoßen gegen den thailändischen Child Protection Act sowie unsere Kommentarrichtlinien und werden nicht veröffentlicht.
OK. Wußte ich nicht. Aber gut zu wissen. Wissenschaft ist in Thailand eingeschränkt denkbar. So brauche ich auch keine Ergänzung mehr zu schreiben. Es war kein wissenschaftlicher Deckmantel. Einfach eine klare Frage.