BANGKOK, THAILAND – Der Katastrophenschutz warnt vom 24. bis 27. September 2026 in 70 Provinzen vor Starkregen und möglichen Sturzfluten. In Ayutthaya stieg der Chao Phraya binnen einer Nacht um mehr als einen Meter und trat bereits über die Ufer.
Ayutthaya: Chao Phraya steigt binnen einer Nacht um mehr als einen Meter
Besonders im Bezirk Bang Ban mussten Anwohner ihre Habseligkeiten in Sicherheit bringen. Betroffen sind außerdem tiefliegende Gebiete in Phak Hai, Sena, Bang Pa-in, Bang Sai und Teilen der Provinz Phra Nakhon Si Ayutthaya.
Am Wat Chaiwatthanaram errichten Beschäftigte des Fine Arts Department einen Schutzwall mit einer Plane, um die historische Anlage vor Hochwasser zu schützen. Bei einer Abflussmenge von 2.000 Kubikmetern pro Sekunde könnte das Wasser dort nach Einschätzung der Behörden rund 40 Zentimeter über den Uferbereich steigen.
Katastrophenschutz bereitet 70 Provinzen auf Starkregen vor
Die Katastrophenschutzbehörde hat die Provinzen aufgefordert, Wetter, Niederschläge und Wasserstände engmaschig zu beobachten. Einsatzteams und Geräte für den Katastrophenschutz sollen in gefährdeten Gebieten bereitstehen, damit Helfer schnell eingreifen können.
In häufig überfluteten Gebieten und an Orten, an denen das Hochwasser bereits steht, sollen die Behörden das Wasser nach Kräften ableiten. Für gefährdete Höhlen und Wasserfälle sind Warnungen und gegebenenfalls Absperrungen vorgesehen. Bei starkem Wellengang sollen Behörden das Baden verbieten; bei voraussichtlich schwerer Lage sollen sie auch die Schifffahrt untersagen.
Wetterdienst erwartet Regen in mehreren Landesteilen
Nach Angaben des thailändischen Wetterdienstes drohen vom 24. bis 27. September in vielen Gebieten heftige und örtlich sehr heftige Regenfälle. Zuerst soll es den unteren Nordosten und den Osten treffen, später auch den Norden, die Zentralregion, Bangkok und das Umland sowie den Süden.
Ein kräftiges Tiefdruckgebiet vor der Küste Zentralvietnams soll über den unteren Nordosten, den Osten und die Zentralregion ziehen. Zugleich wird der Südwestmonsun über der Andamanensee, Thailand und dem Golf von Thailand stärker. Der Wetterdienst warnt vor Sturzfluten und schnell abfließendem Wasser, besonders an Berghängen, Wasserläufen und in tiefliegenden Gebieten. Der Wetterdienst rät außerdem, Reisen auf wiederholt überfluteten Strecken, besonders in tiefliegenden Gebieten, zu vermeiden.
Regierung stellt Sicherheit der Bevölkerung in den Vordergrund
Vizepremierminister Yotsanan Wongsa-wat erklärte, die Regierung verfolge die Lage mit der Katastrophenschutzbehörde und den betroffenen Provinzgouverneuren. Vorrang habe die Sicherheit der Bevölkerung, danach gehe es um den Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten.
Für die kurzfristige Reaktion soll der bereits vorbereitete Plan gelten. Gemeinsam mit dem Wetterdienst arbeitet die Regierung außerdem an einer Karte, die Niederschlags- und Wetterinformationen für mehrere Gebiete anzeigen soll.
Abgeordneter fordert klare Informationen zu Wasserständen
Bei einer Beschwerde im Parlament schilderten Vertreter aus den überschwemmungsgefährdeten Bezirken Bang Ban, Sena und Phak Hai in Ayutthaya die Folgen der erhöhten Wasserabgabe am Chao Phraya-Staudamm. Ein Vertreter der Anwohner forderte Wasserpumpen für das betroffene Gebiet am Noi-Fluss und kritisierte, dass frühere Zusagen zu Hilfsgeldern bislang nicht umgesetzt worden seien.
Der stellvertretende Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Wasserressourcen verlangte von der Regierung sechs Schritte: frühzeitige Warnungen, Offenlegung der Ablasspläne, Angaben dazu, wann und wie hoch das Wasser einzelne Orte erreichen dürfte, sowie ein Lagezentrum bei schweren Überschwemmungen. Hinzu kommen regelmäßige Pressekonferenzen und ein Register der Hochwasserbetroffenen, damit Hilfen verteilt werden können.
Bangkok kontrolliert bekannte Überschwemmungspunkte
Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt ließ gefährdete Straßen und wiederholt überschwemmte Stellen kontrollieren. Dazu zählen die Sois Sena Nikhom 1 und Ram Inthra 5 sowie Bereiche am Lat-Phrao-Kanal. Die Bezirke sollen außerdem Abfälle vor den Abflüssen entfernen, damit sie das Wasser nicht aufhalten.
Der Zufluss aus dem Norden lag nach Angaben des Gouverneurs bei 1.500 Kubikmetern pro Sekunde und sei noch nicht kritisch. Die Stadt beobachtet die Ufergemeinden und verfolgt die tägliche Wettervorhersage. Anzeichen für eine kritische, länger anhaltende Regenlage gebe es derzeit nicht.
Wasser erreicht Häuser in Ang Thong
Im Dorf Moo 9 in Bang Chak, Bezirk Wiset Chai Chan, lief das Wasser über den Schutzwall und drang bereits in einige Häuser ein. Der Pegel des Noi-Flusses war dort um rund 34 Zentimeter gestiegen.
Für denselben Tag wurde ein weiterer Anstieg um etwa einen Meter erwartet, der auch Teile der Dörfer Moo 1 und Moo 2 treffen könnte. Die örtlichen Behörden halfen den Bewohnern, darunter bettlägerigen Patienten, und brachten ihnen Medikamente und medizinisches Material.
Pattaya überflutet, Versorgung in Sa Kaeo beeinträchtigt
Starker Dauerregen setzte in Pattaya tiefliegende Bereiche unter Wasser. An einzelnen Stellen stand das Wasser rund einen Meter hoch. Einsatzkräfte pumpten es ab und sperrten überflutete Straßen, auf denen kleinere Fahrzeuge nicht mehr fahren konnten. Betroffen waren unter anderem die Pattaya-Sai-3-Straße, die Sukhumvit-Straße und die Straße entlang der Bahnstrecke am Wat Thammasamakkee.
In Sa Kaeo stand ein Farm- und Resortgelände am Khlong Phra Sathung nahe der Stadt seit fast einer Woche unter Wasser. Die Anlage zur Wasseraufbereitung für den täglichen Gebrauch wurde beschädigt und fiel aus. Trinkwasser wurde knapp, während Bewohner Gegenstände mit Seilen sicherten.
Schlammwasser aus dem Khao-Yai-Gebiet erreicht den Lam Takhong
In der Provinz Nakhon Ratchasima bereiteten sich Behörden auf Hochwasser in mehreren Risikogebieten vor, darunter Pak Chong, Wang Nam Khiao, Dan Khun Thot, Non Thai, Pak Thong Chai, Chok Chai und Phimai. Schlammiges Hochwasser aus dem Khao-Yai-Nationalpark ergoss sich in den Lam Takhong und überflutete bereits Gebiete im Bezirk Pak Chong.
Die Provinz warnte die Bewohner der Gemeinden Mu Si und Khanong Phra vor Sturzfluten und schnell abfließendem Wasser. Im Bezirk Pak Chong waren nach einer Bilanz des Katastrophenschutzes drei Gemeinden mit vier Dörfern und insgesamt zehn Haushalten betroffen. Helfer wurden zur Unterstützung der Betroffenen entsandt.
Sturzflut beschädigt Dorf und Brücke in Mae Hong Son
Eine Sturzflut traf am 22. September das Dorf Siwa Deh in der Gemeinde Mae Sam Laep im Bezirk Sop Moei. Nach Angaben von Anwohnern war es das schwerste Hochwasser seit 100 Jahren.
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Mitgerissenes Holz staute das Wasser und lenkte es um. Die Flut zerstörte die Dorfbrücke und beschädigte Uferbefestigungen und Straßen. Die Gemeinde begann mit der Schadensaufnahme und plante weitere Hilfe für die Betroffenen.
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