BANGKOK – Bei einem tödlichen Schuss auf einen Eindringling gibt es weder einen Freibrief für den Hausbesitzer noch eine automatische Schuld. Entscheidend sind nach Angaben des Polizeisprechers Tri Rong Phiwaphan die Umstände im Moment des Geschehens. Auch eine polizeiliche Untersuchung bedeutet zunächst nicht, dass derjenige, der sich verteidigt hat, als schuldig gilt.
Kein pauschales Recht, auf Eindringlinge zu schießen
Der Sprecher der thailändischen Polizei erklärte, allein der Umstand, dass ein Verstorbener in ein Haus eingedrungen sei oder die Tat innerhalb eines Hauses stattgefunden habe, reiche für eine rechtliche Bewertung nicht aus.
Geprüft werde, ob eine unmittelbare Gefahr für Leben, Körper oder Eigentum bestand und ob die Reaktion angemessen war. Als mögliche Kriterien nannte er einen Eindringling, der nachts ins Haus kommt, sich dem Bewohner nähert oder trotz Aufforderung nicht anhält.
Artikel 68 schützt angemessene Notwehr
Nach Artikel 68 des Strafgesetzbuches ist eine Handlung gerechtfertigt, wenn eine rechtswidrige Gefahr unmittelbar bevorsteht und die Abwehr angemessen ausfällt. In diesem Fall liegt nach der gesetzlichen Regelung keine Straftat vor.
Endet die Gefahr jedoch bereits und verfolgt der Betroffene den Eindringling anschließend weiter oder setzt Waffen ein, kann die rechtliche Bewertung anders ausfallen. Maßgeblich bleibt das Verhalten während des gesamten Vorfalls.
Überschreitung kann milder beurteilt werden
War eine Abwehr grundsätzlich berechtigt, ging sie aber über das angemessene Maß hinaus, kann Artikel 69 zur Anwendung kommen. Das Gericht darf dann eine geringere Strafe verhängen als gesetzlich vorgesehen.
Entstand die Überschreitung aus Aufregung, Schreck oder Angst, kann das Gericht auch von einer Bestrafung absehen. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, hängt von den festgestellten Umständen ab.
Polizei sichert Spuren und Beweise
Wenn ein Mensch durch einen Schuss stirbt, muss die Polizei den Tatort untersuchen, die Waffe prüfen und die forensischen Beweise auswerten. Auch Aufnahmen von Überwachungskameras sowie Aussagen von Zeugen und anderen Beteiligten werden gesammelt.
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Die Ermittler klären anschließend, was in dem Moment geschah, in dem die Waffe eingesetzt wurde. Danach prüfen Staatsanwaltschaft und gegebenenfalls Gericht den Fall auf Grundlage der Beweise und der festgestellten Tatsachen.
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