Die deutsche Botschaft Bangkok hat ihre Hochwasserwarnung für Thailand deutlich ausgeweitet. Seit der letzten Meldung vom 25. September hat sich die Lage verschärft: 21 Provinzen mit rund 85.000 betroffenen Menschen, Bangkok offiziell Katastrophengebiet.
Bangkok: Alle 50 Bezirke zum Katastrophengebiet erklärt
Die Stadtverwaltung hat heute das gesamte Stadtgebiet zum Katastrophengebiet erklärt. Das bedeutet nicht, dass alle Stadtteile überflutet sind – die Erklärung erleichtert vor allem die Koordination von Hilfsmaßnahmen. Tatsächlich sind jedoch zahlreiche Straßen im Norden und Osten der Stadt überflutet und für Pkw unpassierbar. Die Kanäle sind vielerorts voll, Notunterkünfte wurden eingerichtet, die Behörden warnen per Handy-Warnmeldung (Cell Broadcast).
Am Chao Phraya wird die Wasserabgabe am Staudamm weiter erhöht. In tief gelegenen Gebieten außerhalb der Deiche steigen die Pegel. Weitere Schwerpunkte liegen im Osten des Landes – Chachoengsao, Sa Kaeo, Prachin Buri, Chonburi, Chanthaburi, Trat – sowie entlang des Flusses in Ayutthaya. Im Norden und Nordosten bestehen weiterhin Überschwemmungen.
Überflutete Straßen: Tourist in Pattaya vermisst
Die Botschaft warnt ausdrücklich davor, überschwemmte Straßen, Gehwege oder Brücken zu Fuß oder mit dem Fahrzeug zu durchqueren. Unter der Wasseroberfläche können offene Kanalschächte, starke Strömungen und stromführende Leitungen verborgen sein. In Pattaya wird seit dem 24. September ein ausländischer Tourist vermisst, der beim Durchqueren einer überfluteten Straße in einen Kanal gestürzt ist.
Wer in gefährdeten Wohnlagen lebt, sollte Dokumente, Wertsachen und Elektrogeräte in höhere Etagen bringen, Fahrzeuge erhöht parken und bei eindringendem Wasser den Strom abschalten. Die Botschaft empfiehlt außerdem, Trinkwasser, Lebensmittel, Medikamente und Bargeld für mindestens drei Tage bereitzuhalten – Stromausfälle sind möglich.
Flughäfen in Betrieb, Anfahrt deutlich länger einplanen
Suvarnabhumi und Don Mueang sind weiterhin in Betrieb. Wegen überfluteter Zufahrten sollten Flugreisende jedoch deutlich mehr Zeit einplanen und ihren Flugstatus direkt bei der Fluggesellschaft prüfen. Verbindungen des öffentlichen Personennahverkehrs können zeitweise ausfallen oder mit starken Verspätungen unterliegen.
Von Reisen in die betroffenen Regionen rät die Botschaft weiterhin dringend ab. Auch Ausflüge in Nationalparks und auf die Inseln im oberen Golf von Thailand sollten am Wochenende vermieden werden. Khao Yai ist bis zum 27. September geschlossen. Kleine Boote dürfen wegen hoher Wellen bis 27. September nicht auslaufen, Fähren können ausfallen.
Wie lange dauert die Lage noch an?
Der thailändische Wetterdienst warnt vor weiterem Starkregen bis mindestens 27. September. Die Wasserbehörde sieht ein erhöhtes Überflutungsrisiko bis etwa 30. September. An Flüssen können die Pegel auch danach noch steigen.
Nach Kontakt mit Hochwasser die Haut gründlich waschen und bei Fieber einen Arzt aufsuchen – es besteht Infektionsgefahr, unter anderem durch Leptospirose. In sozialen Medien kursieren übertriebene oder veraltete Meldungen; die Botschaft bittet, sich ausschließlich auf amtliche Informationen zu verlassen.
Notfallnummern
Deutsche Botschaft Bangkok, Notfall (außerhalb der Dienstzeiten): +66 (0) 81 845 6224
Notruf / Polizei: 191 | Tourist Police (Englisch): 1155 | Katastrophenschutz DDPM: 1784 | BMA-Hotline Bangkok: 1555
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