BANGKOK – Das thailändische Kabinett hat den Grundsatz für vier Gesetzesentwürfe zur Reform des Kapitalmarkts gebilligt. Die Vorlagen sollen den Markt an die digitale Wirtschaft anpassen, die Aufsicht verschärfen und Anleger besser schützen. Als Nächstes werden sie dem Parlament vorgelegt.
Vier Gesetze gehen ins Parlament
Die Entwürfe betreffen das Wertpapier- und Börsengesetz, das Gesetz über Terminkontrakte, das Gesetz über Trusts für Geschäfte am Kapitalmarkt sowie Änderungen an der Notverordnung über das Geschäft mit digitalen Vermögenswerten aus dem Jahr 2018.
Finanzminister und stellvertretender Ministerpräsident Ekniti Nitithanprapas teilte mit, dass der Rechtsrat die Entwürfe bereits geprüft hat. Die Regierung will damit den Kapitalmarkt modernisieren, das Vertrauen der Anleger stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes verbessern. Die Reform soll außerdem das Wirtschaftswachstum nachhaltig vorantreiben.
Digitale Anbieter geraten stärker unter Aufsicht
Die geplanten Regeln sollen digitale Geschäfte am Kapitalmarkt erleichtern und den Zeit- und Kostenaufwand für Bürger und Unternehmen senken. Auch Anbieter digitaler Infrastruktur, die für den Kapitalmarkt von großer Bedeutung sind, sollen künftig beaufsichtigt werden.
Nach Angaben von Winij Wisetsuwannaphum, dem Leiter des Amts für Finanzpolitik und Sprecher des Finanzministeriums, soll die Reform den Handel mit Wertpapieren ausweiten und den Austausch von Kapitalmarktdaten verbessern.
Neue Regeln für Unternehmen und Finanzberichte
Die Aufsicht über Großaktionäre von Kapitalmarktunternehmen soll erweitert werden. Bei der Offenlegung von Finanzberichten sind flexiblere Regeln vorgesehen, damit Anleger schneller und einfacher auf die Daten zugreifen können.
Wird einer Wertpapierfirma die Lizenz entzogen, soll sie nicht automatisch aufgelöst werden müssen. Sie könnte dann andere Geschäfte fortführen, während Kunden ihre Dienste in diesen Bereichen weiter nutzen können.
Mehr Wettbewerb bei Börsen und Abwicklung
Die Entwürfe sollen den Betrieb von Wertpapierhandelsplätzen für Unternehmen mit entsprechender Technologie und Interesse an diesem Geschäft erleichtern. Anleger sollen dadurch mehr Auswahl erhalten.
Gleichzeitig wird die Aufsicht über Clearinghäuser, Wertpapierverwahrer und Wertpapierregister überarbeitet. Nach Darstellung des Finanzministeriums soll das das Vertrauen in den thailändischen Kapitalmarkt stärken.
Strengere Vorgaben für Prüfer und verbundene Dienste
Finanzberichte von Unternehmen am Kapitalmarkt sollen künftig von Wirtschaftsprüfern und Prüfungsgesellschaften geprüft werden, die von der thailändischen Wertpapieraufsicht genehmigt wurden.
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Auch Anbieter verbundener Kapitalmarktdienste sollen eine Genehmigung der Wertpapieraufsicht benötigen. Die Regierung erwartet davon verlässlichere Finanzberichte und eine wirksamere Kontrolle dieser Anbieter.
Schnellere Verfahren bei schweren Verstößen
Mitarbeiter der Wertpapieraufsicht sollen bei bestimmten schweren Verstößen gemeinsam mit Ermittlern oder Sonderermittlern tätig werden können. Das soll Verfahren vor einer Anklage verkürzen, wenn die Taten den Kapitalmarkt und die Wirtschaft des Landes stark beeinträchtigen.
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Für bestimmte Fälle sind außerdem nichtstrafrechtliche Geldbußen vorgesehen. Nach Angaben des Finanzministeriums können solche Verfahren schneller abgeschlossen werden als Strafverfahren. Die Entwürfe sehen auch eine breitere Zusammensetzung des Ausschusses der Wertpapieraufsicht sowie klarere Befugnisse zur Senkung oder Befreiung von Gebühren vor. Der Staat soll zudem über schnelle und der Art des Verstoßes angemessene Instrumente zur Rechtsdurchsetzung verfügen und damit das Vertrauen in- und ausländischer Anleger stärken. Anschließend sollen die vier Vorlagen im Parlament beraten werden.

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