BANGKOK – Thailand weist den Vorwurf Kambodschas zurück, der Aggressor zu sein, und verweist auf Raketenangriffe auf zivile Gebiete. Nach Angaben des thailändischen Luftwaffenmarschalls Prapas Sornchaidee schlugen BM-21-Raketen in Thailand ein und verursachten Tote und Verletzte. Thailand begründet seinen Einsatz von Gewalt mit Selbstverteidigung und fordert vor neuen Gesprächen einen echten Waffenstillstand.
Thailand spricht von Raketen auf zivile Gebiete
Prapas Sornchaidee, stellvertretender Oberbefehlshaber der thailändischen Luftwaffe und Leiter des gemeinsamen Informationszentrums Thailand-Kambodscha, sagte, Angriffe auf thailändische Kräfte sowie der Einsatz von BM-21-Raketen dürften in der Darstellung des Konflikts nicht ausgelassen werden.
Thailand wolle keinen Krieg und habe keine Politik, das Gebiet eines Nachbarlandes zu besetzen. Der Einsatz von Gewalt habe nach thailändischer Darstellung dem Schutz der Bevölkerung, der eigenen Kräfte und der Souveränität gedient – nicht dazu, kambodschanische Zivilisten zu schädigen.
Prapas fordert eine vollständige Chronologie
Prapas wies die Vorwürfe des kambodschanischen Militärchefs zurück, Thailand sei der Aggressor gewesen, gegen das Memorandum of Understanding von 2000 verstoßen und schwere Waffen brutal und unmenschlich eingesetzt.
Vorwürfe dieser Tragweite müssten sich nach überprüfbaren Fakten, einer vollständigen Abfolge der Ereignisse und zugänglichen Belegen richten. Dabei müsse geklärt werden, was wann und wo geschah, wer zuerst handelte und welche Beweise unabhängig geprüft werden könnten.
Es sei nicht akzeptabel, nur Thailands Reaktion zu schildern und die vorausgegangenen Ereignisse aus der Darstellung zu entfernen.
Gemeinsame Erklärung vom 27. Dezember
Prapas forderte Kambodscha auf, die gemeinsame Erklärung vom 27. Dezember 2025 erneut zu prüfen. Ihr Zweck sei gewesen, die Spannungen zu senken, den Waffenstillstand zu sichern und eine weitere Eskalation zu verhindern.
Nach einem zentralen Grundsatz der Erklärung sollten beide Seiten ihre Truppen an den bisherigen Positionen belassen. Kein Land solle die Lage nach dem Waffenstillstand nutzen, um sich einseitig einen militärischen Vorteil zu verschaffen.
Streit über das Abkommen von 2000
Auf den Vorwurf, Thailand halte das Abkommen von 2000 nicht ein, verlangte Prapas konkrete Belege. Die öffentliche Darstellung eines Gebiets oder einer Karte nach nur einer nationalen Auslegung mache die umstrittene Fläche nicht automatisch zum Hoheitsgebiet eines Landes.
Solange beide Seiten über ein Gebiet streiten, müssten die gemeinsam vereinbarten Verfahren genutzt werden, sagte Prapas. Eine Seite könne nicht einfach erklären, das Gebiet gehöre ihr und jeder dort anwesende Mensch sei deshalb ein Aggressor.
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Warnung vor einem Informationskrieg
Thailand bedauere den Tod von Zivilisten auf allen Seiten, sagte Prapas. Solche Verluste dürften aber nicht benutzt werden, um die eigene Darstellung zu rechtfertigen und die andere Seite ohne Blick auf die gesamte Ereignisfolge als brutal oder unmenschlich darzustellen.
Zu prüfen sei, wer zuerst Waffen eingesetzt habe, welche Waffen verwendet wurden, wohin sie abgefeuert worden seien und welche Ziele getroffen werden sollten. Auch die Auswirkungen auf Zivilisten und die Schutzmaßnahmen beider Seiten müssten berücksichtigt werden.
Keine Partei solle für die internationale Gemeinschaft sprechen. Wer von seiner Darstellung überzeugt sei, solle Beweise, eine vollständige Chronologie, Koordinaten und weitere überprüfbare Informationen an die zuständigen Stellen übermitteln.
Thailand fordert Ende der Provokationen
Ein ernsthafter Friedensversuch setze voraus, dass Provokationen am Boden und im Informationsraum beendet werden. Thailand und Kambodscha teilten eine Grenze und müssten weiterhin nebeneinander leben, sagte Prapas.
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Vor neuen Verhandlungen müssten beide Seiten den Waffenstillstand einhalten, ihre Truppen an den vereinbarten Positionen belassen und einseitige Vorwürfe als angebliche Tatsachen beenden. Thailand wolle keinen Krieg und kein fremdes Gebiet, werde aber nach eigener Darstellung seine Bevölkerung, seine Kräfte und seine Souveränität verteidigen.

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