Pfui Teufel? Das war die erste Reaktion vieler Europäer, wenn sie in Pattaya, Chiang Mai oder Bangkok einen 65-Jährigen mit einer 30-Jährigen sehen. Dabei übersehen sie eines: In Thailand ist das kein Import aus dem Westen. Das war schon immer so. Lange vor dem ersten Farang.
Das Mia-Noi-Prinzip: Kein westliches Phänomen
Mia Noi heißt übersetzt „kleine Frau“ – gemeint ist die Zweitfrau. In der Thai-Gesellschaft ist das kein Skandal, sondern ein offenes Thema. Thai-Männer mit Geld und Status haben Mia Noi. Thai-Geschäftsmänner Mitte 50 mit jungen Begleiterinnen ernten kein Kopfschütteln aus dem eigenen Umfeld.
Das System ist seit Generationen verankert. Der Vorwurf, ältere Europäer würden eine fragwürdige Beziehungskultur importieren, geht am Befund vorbei. Die Struktur war da. Der Farang hat sie nur sichtbarer gemacht.
Was ältere Männer attraktiv macht – aus Thai-Sicht
Stabilität. Das Wort fällt in Gesprächen mit Thai-Frauen immer wieder. Kein Drama, keine nächtlichen Eskapaden, kein Eifersucht-Theater. Ein Mann, der die Eltern respektiert und zuverlässig da ist. In Thailand ist das keine nette Eigenschaft, sondern Grundvoraussetzung.
Dazu kommt Erfahrung: Wer Fehler schon gemacht hat, macht sie seltener erneut. Junge Thai-Männer gelten im Vergleich oft als unzuverlässig, spielsüchtig oder trinkselig. Das ist ein Klischee, aber eines, das in Familiengesprächen ernsthaft vorkommt.
Finanzielle Sicherheit: Warum das kein Schmutzwort ist
Viele Thai-Frauen tragen Familienpflichten, die im deutschen Wohlfahrtsstaat schlicht unbekannt sind. Eltern ohne Rente, kranke Geschwister, ein Haus auf dem Land, das dringend repariert werden muss. Ein Partner, der dafür mitsorgt, ist Teil eines funktionierenden Solidaritätsgefüges.
Wer das mit Käuflichkeit gleichsetzt, hat nie verstanden, wie Absicherung in einer Gesellschaft ohne Sozialstaat aussieht. Die Frage ist nicht: Ist Geld im Spiel? Die Frage ist: Weiß die andere Seite davon? Wenn ja, ist es ein Deal. Wenn nicht, ist es Betrug. Aber das kennt Europa auch.
Altersunterschied in Thailand: Was die Gesellschaft wirklich denkt
Nicht alle nicken wohlwollend. Gebildete Frauen in Bangkok, Universitätsabsolventinnen, Frauen der Mittelschicht: Viele finden das Bild des alten Farang mit junger Isaan-Frau problematisch. Ihr Einwand ist aber selten moralischer Natur.
Es ist ein Image-Problem. Das Klischee beschädigt das Ansehen aller Thai-Frauen. Wer mit einem älteren Ausländer ausgeht, muss sich erklären, auch wenn die Beziehung seriös und freiwillig ist. Das ist die eigentliche Last, die das Klischee hinterlässt.
Buddhismus und Respekt vor dem Alter: Was stimmt, was nicht
Ja, Respekt vor dem Alter ist im Buddhismus tief verankert. Das bedeutet aber nicht, dass jede junge Thai-Frau automatisch auf ältere Männer steht. Es bedeutet, dass Altersunterschied als Kategorie weniger dramatisch bewertet wird als in Europa.
Der 70-jährige Deutsche mit der 35-jährigen Frau fällt im Dorf weniger auf als im Münchner Englischen Garten. Trotzdem fällt er auf. Und das Getuschel ist dasselbe: Was hat sie, was hat er, und wer hat das bessere Geschäft gemacht?
Sugar Daddy in Thailand: Was dahintersteckt
Der Begriff Sugar Daddy klingt nach amerikanischem Reality-TV. In Thailand ist das Modell nüchterner: Ein älterer Mann, meist mit gesichertem Einkommen, unterstützt eine jüngere Frau finanziell. Im Gegenzug bekommt er Gesellschaft, Fürsorge, oft auch eine echte Beziehung.
Das läuft in Thailand auf allen Ebenen: unter Thai-Männern, unter Ausländern, unter Geschäftsleuten aus Singapur und Japan. Wer glaubt, das sei ein Spezifikum des Sextourismus, hat den Markt in Bangkok nie genau angeschaut.
Die Frage, die niemand stellt: Was will die Frau?
Der europäische Blick diskutiert den Mann: naiv, kaufkräftig, einsam. Oder die Frau als Opfer. Selten die Frau als Akteurin, die eine Entscheidung trifft. Aber genau das passiert. Sie wählt. Nicht er.
Und die Wahl sieht oft so aus: ein jüngerer Thai-Mann mit Schulden und schlechtem Charakter, oder ein älterer Farang, der zuverlässig überweist und die Kinder mag. Das ist keine Romantisierung. Das ist die Rechenaufgabe, die manche Frauen tatsächlich machen.
Sprache als Beziehungsproblem: Warum Thailändisch lernen entscheidet
Was auf Englisch nach Zweck klingt, klingt auf Thai nach Fürsorge. Was nach Berechnung aussieht, folgt einer anderen emotionalen Logik. Wer Thailändisch lernen möchte, versteht irgendwann, wie anders diese Gespräche in der Originalsprache klingen.
Paare mit großem Altersunterschied scheitern häufig nicht am Altersunterschied. Sie scheitern daran, dass niemand wirklich weiß, was der andere will, weil das Vokabular dafür fehlt. Das ist das eigentliche Problem.
Wenn es schief läuft: Die klassischen Muster
Der Mann glaubt, er kaufe Zuneigung. Die Frau wollte Sicherheit und bekommt einen Aufpasser. Beide investierten, keiner hat gesprochen. Das ist kein Thailand-Phänomen. Es ist ein menschliches Problem, das hier nur besonders sichtbar wird.
Missverständnisse bleiben unausgesprochen, bis sie explodieren. Erwartungen werden nicht verhandelt. Das Ergebnis kennen viele aus den Expat-Foren: Betrug, Bitterkeit, Enttäuschung auf beiden Seiten. Nicht wegen des Altersunterschieds. Weil niemand gefragt hat.
Pfui Teufel: Was der Vorwurf wirklich trifft
Der moralische Zeigefinger aus Europa trifft am Ende das Falsche. Er trifft nicht den Mann, der eine Beziehung eingeht. Er trifft die Frau, die er für nicht entscheidungsfähig hält. Das ist der eigentliche Paternalismus in dieser Debatte.
Thailand hat andere Regeln. Wer die eigenen für universell hält, hat die falschen mitgebracht. Das gilt übrigens auch für diejenigen, die das Modell blindlings romantisieren. Beide Seiten irren sich. Die Wahrheit liegt im Vertrag, der nie ausgesprochen wurde.
Redaktionelle Hinweise
Lesen Sie auch: Willkommen in Thailand – ab 5 Uhr morgens wird es laut
Dieser Artikel beschreibt gesellschaftliche Muster und Beziehungsmodelle in Thailand aus beobachtender Perspektive. Aussagen über kulturelle Normen beziehen sich auf allgemeine Strukturen, nicht auf Einzelfälle. Hinweis: Dieser Artikel enthält Links zu unseren Werbepartnern.
Lesen Sie auch: Der Farang macht's falsch – und überlebt es meistens

Da kann ich ja wohl von Glück reden, dass meine 30 Jahre jüngere Thai-Freundin völlig aus dem Klischee fällt und mich seit nunmehr über zwei Jahren im täglichen Leben in Hua Hin und auf meinen zahlreichen Abenteuerreisen mit dem Motorrad begleitet! Schöne Grüße gerade aus Vietnam… 🇻🇳🏍️🏍️
Solange du den Sponsor abgibst…
Ansonsten bleibt dir nur deine Handmarie übrig😝
Appropo Motorrad?
Hast deine Mio.KM schon auf der Uhr???😆
Lächerliche 1 Million Kilometer?! Das wären bei mir ja gerade mal 18.000 km pro Jahr… 🌏🌎🌍🏍️🤣🤣🤣
Sorry, hat mit dem WB Thema nichts zu tun:
Mit dem EIGENEN Motorrad in Vietnam?
Einzelfahrer oder „lizensierte“ Gruppe?
DAS hat absolut mit dem Thema zu tun! Lies doch einfach mal die Überschrift des WB Artikels und auch meinen Kommentar richtig… 🧠🤓
PS: Ich bin noch NIE jemandem hinterher gefahren… 🌏🌎🌍🏍️🤣
…mir wurde gesagt ich könne mit meinem Bike nicht nach Vietnam einreisen. Wenn, dann nur als Gruppe mit Führer. Oder nach V. fliegen und dort ein Motorrad mieten.
Falls du bessere Infos hast würde ich mich über eine Mail freuen. peterpepermans@hotmail.com
ja da hast du glück gehabt das deine das nicht macht 5555555555555
Es geht nicht darum, was sie nicht macht, sondern was sie alles mit mir mitmacht! 1 von 1 Million in Thailand… 🌏🌎🌍💃🏻🏍️🏍️🕺💪🏽🤣
Super dann hast du ja Glück gehabt. Zwei Jahre zusammen, tolle Leistung, mag ich dir gönnen. Frei nach dem Motto meine ist anders.
Beende mal den Geldfluss.Dann ist sie schneller verschwunden,wie du deine Unterhose wechseln kannst. Brüder Grimm lassen Grüßen. Sie sind immer alle anders wie vermutet.
Der Geldfluss hält sich in Grenzen. Und das bleibt auch so! Einen Scooter, ein Auto oder ein Haus finanziere ich nicht. Und eine thailändische Familie sowieso nicht… 🤪
„Meine ist anders.“😂
5555555555555555555555555555555555555555555555555
Die Zeiten ändern sich.Es gibt ältere Thaifrauen mit Geld, die halten sich 30 Jahre jüngere Farangs.
wo gibt es die denn?muss aber ne seltene spezies sein-ich habe in 30j noch keine gesehen
dann gehörst du ja auch nicht mehr zu der Zielgruppe dieser älteren reichen Frauen nach 30Jahren + X
Da Ausländer in Thailand kaum legal arbeiten können, bleiben natürlich eher die Ausländer im Land, die finanziell ausgesorgt haben und nicht mehr arbeiten müssen. Und oh Wunder, sind das natürlich eher ältere Personen. Die jüngeren die von ihren YouTube-Videos wirklich leben können sind doch eher die Minderheit. Das Lohngefüge ist für Westler auch ziemlich uninteressant in Thailand.
Dies und die Visa-Bedingungen sorgen also dafür, dass man eher ältere ausländische Männer in Thailand sieht als jüngere. Es gäbe sicher auch genug jüngere, die gerne dauerhaft in Thailand bleiben würden, aber die Kombination aus möglichem Einkommen und Visa-Bedingungen macht es für diese nun einmal ziemlich unattraktiv.
Alles richtig was Du schreibst. Wenn man jetzt noch die andere Seite betrachtet… die meisten Thailänderinnen, die man als älterer Mann „finden kann“, sind ja nun mal jüngere Frauen. Von daher ist die Überschrift nur logisch und hat mit pfui nichts zu tun.
Meine Frau ist 6 Jahre jünger als ich. Sie geht noch arbeiten, verdient was ich an Rente bekomme und versorgt ihre Familie.
Ich finanziere nur unser beiden Leben. Auch der Rest der Familie entstammt der Thai Mittelschicht.
Schwiegervater war erst skeptisch über den Farang in der Familie. Als die Geschwister aber gutes über mich berichteten hat er mich bei unserem ersten Treffen lächelnd umarmt und Abends sogar ein Bier mit mir getrunken, was er sonst nie macht.
Es gibt sie durchaus, die guten Frauen. Mann darf halt nicht nur in Bars oder Massagen suchen
„Pfui Teufel“, sicher die falsche Einlassung zu diesem Thema. Zum Einem weil es auch im Westen krasse Altersunterschiede bei Beziehungen gibt und zum Anderen weil solange kein gesetzlich definierter Missbrauch vorliegt der Alterskontrast auch nicht verabschäuungswürdig ist. „Pfui Teufel“ würde viel eher auf die zahlreichen Thailändische Erzeuger zutreffen deren Verhalten hier als Klischee abgehandelt wird und häufig der Grund ist weshalb sich junge Frauen überhaupt älteren Männer anschließen müssen.
Das Fragezeichen im Titel haben Sie übersehen – „Pfui Teufel?“ ist keine Aussage, sondern eine Frage, die der Artikel sofort verneint. Die Antwort steht im Text: Nein, verurteilenswürdig ist das nicht.
Überschrift: „Pfui Teufel“, wie kann man so etwas in einem halbwegs seriösenBlatt, wie dem „Wochenblitz“, schreiben? Wenn sich ältere Männer z. B. nach 20 Jahren Ehe von ihrer gleichaltrigen Frau scheiden lassen, dann geschieht das nicht spontan, sondern dem gehen jahrelange, nervenaufreibende Auseinandersetzungen voraus – und endlich dann der Befreiungsschlag, endlich frei, wie ein Vogel im Wind, jetzt neu durchstarten!
Wenn das mit einer viel jüngeren Thai möglich ist, na dann, herzlichen Glückwunsch. Fivty-fivty, wie überall, so gibt es auch bei diesen Partnerschaften
keine 100%ige Erfolgsgarantie, aber der ältere Farang hat es jedenfalls versucht und hat zumindest einige glückliche Jahre vor sich.
Dieses „Pfui Teufel“ höre ich manchmal nun schon seit 20 Jahren in Pattaya, und möchte diesem älteren Herren meinen Respekt ausdrücken, der [Satz entfernt] wir haben noch tagelang gelacht 🤣
Teile des Kommentars wurden entfernt
Das Fragezeichen im Titel haben Sie übersehen – „Pfui Teufel?“ ist keine Aussage, sondern eine Frage, die der Artikel sofort verneint.
Und Ihr Punkt ist gut: Wer nach 20 Jahren eine schwierige Ehe hinter sich lässt und noch einmal neu anfängt, verdient Respekt, keinen Spott. Fifty-fifty gilt überall – warum sollte es in Thailand anders sein?
Die Geschichte mit der Schelle lassen wir lieber aus dem Kommentarbereich – Gewalt bejubeln wir nicht, auch wenn die Provokation verständlich war.
Noch vor ein paar Jahren war bei Geburten zwei zu eins. Die doppelte Anzahl an Frauen wird von den Männern total ausgenutzt und sehr viele Frauen haben von den Thai Männern die Schnauze voll.
I LIKE MONEY5555555555