BANGKOK – In Thailand dürfen ab dem 16. Oktober 2026 Krypto-ETFs an der Börse gehandelt werden, die direkt in Bitcoin oder Ether investieren. Die Wertpapieraufsicht SEC hat dafür elf Regelwerke erlassen, die Bekanntmachung zur Auswahl der zulässigen Kryptowährungen erschien am 15. Oktober im Amtsblatt Royal Gazette. Jeder Fonds darf nur einen der beiden Werte abbilden und muss im Jahresdurchschnitt mindestens 80 Prozent seines Nettovermögens darin anlegen.
Neue Krypto-ETFs in Thailand: Was die SEC-Regeln vorschreiben
Die Fonds müssen passiv verwaltet werden und die Kursentwicklung von Bitcoin oder Ether nachbilden. Gemischte Fonds mit beiden Währungen sind nicht vorgesehen, weitere Kryptowerte bleiben in der Anfangsphase ausgeschlossen. Die Bekanntmachung der Aufsichtsbehörde trägt die Nummer 15/2569 und gilt laut Text ab dem 16. Oktober.
Das Vermögen der Fonds muss bei Verwahrstellen für digitale Vermögenswerte liegen, die von der SEC beaufsichtigt werden. Gehandelt werden die Anteile ausschließlich an der Börse von Thailand (SET). Fondsgesellschaften müssen zudem nachweisen, dass sie Personal, Systeme und Dienstleister für den Betrieb besitzen.
Erste Bitcoin-ETFs an der Börse: Wann Anleger kaufen können
Der 16. Oktober ist der Stichtag, ab dem die Regeln gelten, nicht der erste Handelstag. Fondsgesellschaften müssen ihre Produkte noch registrieren, genehmigen lassen und an der SET listen. Nach den bisher veröffentlichten Mitteilungen hat die SEC weder einen Anbieter noch einen Starttermin oder ein Börsenkürzel für den ersten Fonds genannt.
Bereits 2024 wurde in Thailand ein Bitcoin-Fonds von One Asset Management zugelassen. Er investierte in elf ausländische Bitcoin-Fonds und blieb vermögenden und institutionellen Anlegern vorbehalten. Neu ist, dass Krypto-ETFs nun über die Börse auch Privatanlegern offenstehen sollen.
Krypto-ETF für Privatanleger: Schutzregeln und Einschränkungen
Privatanleger müssen vor dem ersten Kauf bestätigen, dass sie die Risiken kennen, und die Broker müssen die Eigenschaften der Produkte erläutern. Wertpapierfirmen dürfen keine Kredite zum Kauf von Krypto-ETFs vergeben, ein Handel auf Kredit ist damit ausgeschlossen.

Der Zugang zu ausländischen Krypto-ETFs bleibt für die meisten Anleger gesperrt. Wertpapierfirmen dürfen solche Anlagen nur institutionellen und sehr vermögenden Kunden vermitteln, Hinterlegungsscheine auf ausländische Fonds sind anfangs nicht erlaubt. Anleger werden damit auf heimische Produkte gelenkt.
Steuer auf Krypto-Gewinne: Was für Expats in Thailand gilt
Für Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen über lizenzierte Plattformen gilt in Thailand eine Befreiung von der Einkommensteuer, befristet vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2029. Die Mehrwertsteuer auf solche Geschäfte wurde bereits im Februar 2024 gestrichen.
Ob die Befreiung auch Gewinne aus Krypto-ETF-Anteilen erfasst, geht aus den vorliegenden SEC-Mitteilungen nicht hervor. Expats sollten das vor einem Kauf mit einem Steuerberater klären, zumal für Steuerpflichtige in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zusätzlich die Regeln des Heimatlandes gelten können.
Wertpapierdepot in Thailand: Was sich für Expats ändert
Wer Krypto-ETFs kaufen will, braucht in der Regel ein Wertpapierdepot bei einem thailändischen Broker, denn der Handel findet nur an der SET statt. Welche Voraussetzungen ausländische Kunden für die Depoteröffnung erfüllen müssen, legt der jeweilige Broker fest.
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Auch thailändische Investmentfonds und Privatfonds dürfen künftig inländische Krypto-ETFs kaufen, bislang waren nur ausländische erlaubt. Die bestehenden Anlagegrenzen gelten weiter. Für Sparer mit thailändischen Fondsprodukten kann damit indirekt ein Krypto-Anteil entstehen, sofern die Fondsmanager davon Gebrauch machen.
Weitere Kryptowährungen in Thailand: Aussichten für den ETF-Markt
Die SEC will weitere Kryptowerte nach Kriterien wie Liquidität, Marktakzeptanz, Netzwerksicherheit und Anlegerschutz festlegen. Zunächst beschränkt sie die ETFs auf zwei Währungen, um Marktstruktur, Schutzmechanismen und Anlegerwissen aufzubauen. Einen Zeitplan für eine Ausweitung nennen die vorliegenden Mitteilungen nicht.
Aus der Branche kommen positive Signale. Ein Mitgründer der Krypto-Börse Bitkub sieht Chancen für Vermögensverwalter, Verwahrstellen und weitere Finanzdienstleister. Kurzfristig hängt die Wirkung davon ab, wie viele Fonds tatsächlich starten und wie genau sie die Kurse von Bitcoin oder Ether abbilden.
Redaktionelle Hinweise
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Die Angaben stützen sich auf Mitteilungen der thailändischen Wertpapieraufsicht und Medienberichte mit Stand 15. Oktober 2026; Anbieter und Starttermin der ersten Fonds sind noch nicht bestätigt. Krypto-ETFs unterliegen starken Kursschwankungen, ein Totalverlust ist möglich. Der Beitrag ist keine Anlageberatung.

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