Thailand verzeiht vieles, nur nicht den Leichtsinn der ersten Tage. Wer Besuch aus Europa bekommt oder selbst gerade erst ankommt, steht schnell vor Angeboten, die freundlich klingen und teuer enden. Manche Fallen kosten nur ein paar Baht Ärger, andere einen guten Teil der Monatsrente. Und bei einem Thema werden mir viele Leser widersprechen, das weiß ich jetzt schon. Gemeinsam ist allen Fallen, dass man sie leicht umgeht, wenn man sie kennt.
Dem Mann mit der Ping-Pong-Show folgen
In Patpong, an der Soi Cowboy und auf Pattayas Walking Street spricht Sie früher oder später ein Anwerber an. Er hält eine laminierte Karte hin: Eintritt frei, Bier für 100 Baht, Show im Obergeschoss. Das klingt nach einem billigen Abend, ist aber die älteste Rechnungsfalle der Rotlichtviertel. Mit dem Mitgehen beginnt das Problem.
Oben gelten ganz andere Preise als auf der Karte. Am Ende liegt eine Rechnung auf dem Tisch, von einigen tausend Baht bis zu fünfstelligen Summen, samt Getränken, die niemand bestellt hat. Türsteher sorgen dafür, dass man nicht einfach geht. Mein Rat ist schlicht: gar nicht erst mitgehen. Wer schon drinnen sitzt, bleibt ruhig und ruft die Tourist Police unter 1155.
Auf einem Elefanten reiten
Elefantenreiten ist in Thailand bisher nicht verboten, und deshalb gibt es weiterhin Camps, die es anbieten. Tierschützer lehnen es ab, weil die Tiere für den Dienst als Reittier hart abgerichtet werden und das Gewicht auf dem Rücken ihnen schadet. Indonesien hat solche Ritte inzwischen landesweit untersagt, in Thailand kämpfen Tierschutzgruppen noch darum.
Wer Elefanten sehen will, sucht ein Camp, in dem nicht geritten wird. Bekannt ist der Elephant Nature Park bei Chiang Mai. Vorsicht beim Wort Sanctuary: Manche Anbieter schreiben es aufs Schild und lassen abseits der Straße trotzdem Reiter aufsitzen. Fragen Sie vorher, ob geritten, gebadet oder vorgeführt wird. Ich weiß, dass sich hier mancher Leser ärgert, und das darf auch sein.
Affen- und Tigershows ansehen
Für ein Foto mit einem Tigerjungen zahlen Touristen noch immer, und die Tiere zahlen den Preis. Tierschützer berichten, dass die Jungtiere schon nach zwei bis drei Wochen von der Mutter getrennt und den ganzen Tag für Selfies herumgereicht werden. Ihre Faustregel lautet: Wer ein Wildtier umarmen, streicheln oder füttern darf, sieht ein misshandeltes Tier.
Gefährlich ist das auch für die Besucher. Auf Phuket wurde ein Tourist bei einem Selfie im Gehege von einem Tiger angegriffen. Bei Affenshows und Krokodilvorführungen dokumentieren Tierschützer enge Käfige und Tiere, die für Zuschauer vorgeführt werden. Wer Tiere sehen möchte, findet in Nationalparks und in anerkannten Auffangstationen genug zu entdecken.
In ein Taxi ohne Taxameter steigen
In Bangkok muss ein Taxi das Taxameter einschalten. Wer stattdessen einen Festpreis nennt, nennt fast immer einen zu hohen. Die Grundgebühr liegt bei 35 Baht, dazu kommen je nach Strecke Autobahngebühr und am Flughafen ein Zuschlag. Sagen Sie ausdrücklich „Meter, please“, bevor Sie einsteigen. Mehr braucht es meistens nicht.
Weigert sich der Fahrer oder behauptet, das Gerät sei kaputt, steigen Sie aus. Das ist keinen Streit wert. Dem Fahrer droht eine Geldstrafe bis zu 2.000 Baht, und am Flughafen Suvarnabhumi können Sie ihn unter 1584 melden. Einfacher gehen Grab oder Bolt, bei denen der Preis vorher feststeht. Uber gibt es in Thailand nicht, auch wenn Ihre Enkel das App-Symbol kennen.
Dem Tuk-Tuk-Fahrer glauben, der Tempel sei heute geschlossen
Vor dem Königspalast in Bangkok erzählt Ihnen jemand sehr freundlich, der Palast sei heute wegen einer Zeremonie zu. Er wisse aber eine Alternative, und das Tuk-Tuk koste nur wenige Baht. Das ist die bekannteste Masche der Stadt. Der Palast ist fast immer geöffnet, und geschlossen wird höchstens an einzelnen Tagen für Staatsfeiern.
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Die Fahrt endet nicht an einem Tempel, sondern bei Schneidern und Juwelieren, wo der Fahrer Provision bekommt. Prüfen Sie Schließtage auf der offiziellen Webseite des Palastes, bevor Sie losgehen, und gehen Sie auf jeden Fall bis zum Eingang weiter. Antworten müssen Sie dem freundlichen Herrn nicht. Ein Lächeln und ein Kopfschütteln genügen völlig.
Eine Tour bei Unbekannten buchen
Auch unter den Tourveranstaltern gibt es schwarze Schafe. Straßenstände, Anwerber und Facebook-Seiten verkaufen billige Ausflüge, bei denen es vor allem um Einkaufsstopps geht. Die Behörden gehen dagegen vor: Das Tourismusamt hat in der ersten Jahreshälfte mehr als 3.100 Betriebe und Reiseführer kontrolliert und knapp 200 Verstöße gefunden.
Für ältere Reisende ist das besonders ärgerlich, weil Ausflüge etwa nach Koh Larn oft in Gruppen laufen. In Pattaya wurde eine Veranstalterin festgenommen, die ohne Lizenz Fahrten für Senioren organisiert hatte. Ob ein Anbieter zugelassen ist, zeigt die Webseite des Tourismusamtes dot.go.th. Im Zweifel buchen Sie über Ihr Hotel oder bei einem Anbieter mit festem Büro.
Feilschen, ohne kaufen zu wollen
Auf Märkten und an Straßenständen ist Feilschen üblich. In Einkaufszentren, Supermärkten und an Essensständen gelten feste Preise, wer dort Rabatt verlangt, macht sich unbeliebt. Auf dem Markt sollten Sie vorher wissen, was Ihnen die Ware wert ist, und bei zwei oder drei Ständen nach dem Preis fragen.
Beginnen Sie nicht bei der Hälfte des genannten Preises. Mit etwa zwei Dritteln liegen Sie näher an dem, was die Verkäufer erwarten, und immer freundlich, mit einem Lächeln. Nach dem Preis fragen und weitergehen ist in Ordnung. Wer erst lange handelt und dann ohne Kaufabsicht geht, verdirbt dem Verkäufer das Geschäft. Bei kleiner Rente zählt jeder Baht, aber 20 Baht Streit sind selten Ihr Geld wert.
Im Tempel zu viel Haut zeigen
Tempel und Paläste sind Orte der Andacht, und am Eingang schickt das Personal unpassend gekleidete Besucher zurück. Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Ärmellose Oberteile, Westen, kurze Röcke, enge Hosen und Schlafanzugkleidung sind am Königspalast ausdrücklich nicht erlaubt. In großen Tempeln gibt es meist Tücher oder Sarongs zum Ausleihen.
Am Königspalast wartet noch eine zweite Überraschung: Ausländer zahlen 500 Baht, Thais kommen mit dem Ausweis kostenlos hinein. Das ist so festgelegt und kein Betrug, es steht auf der offiziellen Webseite. Kleine Tempel haben oft kein Schild, die Regeln gelten trotzdem. Stecken Sie ein leichtes Hemd und eine lange Hose ein, dann entfällt die Leihe am Eingang.
Jetski oder Roller ohne Prüfung mieten
Die Jetski-Masche gibt es seit Jahren in Pattaya und auf Phuket. Nach der Fahrt entdeckt der Vermieter einen Schaden, den es vorher schon gab, und verlangt mehrere tausend Baht. Die Polizei geht immer wieder dagegen vor, aus der Welt ist das Problem nicht. Am sichersten ist, gar keinen Jetski zu mieten. Wer es doch tut, fotografiert und filmt das Gerät vorher.
Beim Roller kommt die Passfrage dazu. Geben Sie nie Ihren Reisepass als Pfand ab, sondern eine Kopie oder eine Barkaution. Ohne passenden Führerschein riskieren Sie rund 500 Baht Strafe, und die Versicherung kann im Unfall die Zahlung verweigern. Ein Autoführerschein reicht für den Roller nicht. Auch der Helm ist Pflicht, für Fahrer und Mitfahrer.
Redaktionelle Hinweise
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Preise, Gebühren und Regeln ändern sich schnell, der Stand ist Oktober. Bei Streit mit Vermietern, Taxifahrern oder Tourveranstaltern hilft die Tourist Police unter 1155, Englisch wird gesprochen. Öffnungszeiten und Schließtage des Königspalastes stehen auf royalgrandpalace.th, zugelassene Tourveranstalter zeigt die Seite dot.go.th.
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Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Wer diese nicht übersteht geht wieder heim und andere bleiben für immer.