NONTHABURI, THAILAND – Eine 36-jährige Frau soll von einem Restaurant in Nonthaburi gratis Essen oder 25.000 Baht verlangt haben. Als die Besitzerin ablehnte, folgten Drohungen mit schlechten Bewertungen. Bei der Überprüfung der Verdächtigen stießen die Beamten auf einen offenen Haftbefehl wegen Betrugs, nun wird nach ihr gefahndet.
Gesuchte 36-Jährige: Offener Haftbefehl wegen Betrugs
Die Polizei entdeckte den Haftbefehl bei der Prüfung der Vorgeschichte der Frau. Er stammt aus einem separaten Fall am Polizeirevier Bang Bua Thong in Nonthaburi. Dabei geht es um Betrug gegenüber der Öffentlichkeit und den Verdacht, dass die Frau in sogenannte Mule-Konten verwickelt war, über die Geld aus Betrugsfällen weitergeleitet wird.
Laut Berichten soll die Frau außerdem früher mit Drogendelikten aufgefallen sein. Verurteilungen sind in den vorliegenden Berichten jedoch nicht belegt. Bis Dienstag war keine Festnahme im Zusammenhang mit der Restaurantanzeige bestätigt.
Restaurant in Sai Noi: Anzeige nach mehreren Tagen Überlegung
Der Fall dreht sich um das Prakai Cafe & Cuisine Bangyai in Nong Phrao Ngai im Distrikt Sai Noi, nördlich von Bangkok. Die Besitzerin Sarocha Rungratsamee, 33, genannt Cake, betreibt es gemeinsam mit ihrem Mann Patipol Jaengsutthiworawat.
Am Sonntag, 25. Oktober, meldete sie sich zunächst auf der Polizeistation Sai Noi. Am Montag, 26. Oktober, gegen 10 Uhr, erstattete sie offiziell Anzeige gegen die Frau.
Ein Video und viele Hinweise anderer Betroffener
Zunächst wollte die Restaurantbesitzerin die Sache auf sich beruhen lassen, weil kein Geld geflossen war und kein Essen herausgegeben wurde. Das änderte sich, als sie ein Video über die Forderungen in den sozialen Medien veröffentlichte. Danach meldeten sich mehrere Geschäftsleute, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wollen.
Einige Nutzer warfen dem Restaurant vor, die Geschichte nur für Werbung zu nutzen. Das Ehepaar wies diese Vorwürfe zurück und hielt an seiner Darstellung fest. Die Hinweise anderer möglicher Opfer überzeugten Sarocha Rungratsamee, doch Anzeige zu erstatten.
Sieben Gerichte, vier Getränke und 25.000 Baht
Die Frau soll sich als Testerin einer Food-Seite auf Facebook ausgegeben haben. Auf Facebook nutzte sie den Namen Sophia. Ihre Food-Seite hieß „Talui Kin Talui Chim“ und hatte laut eigener Angabe mehr als 300.000 Follower. Zunächst bot sie einen Besuch, Kostproben und Werbung an.
Dann sollen die Forderungen konkreter geworden sein. Laut der Zeitung Daily News verlangte die Frau sieben Gerichte, darunter eine große Portion gegrillter Flussgarnelen, sowie vier Getränke, zwei Fruchtsäfte, einen Kokos-Matcha und einen Matcha-Latte. Alles sollte gratis sein, im Gegenzug für Werbung, oder die Frau wollte 25.000 Baht.
Drohung mit Ein-Stern-Bewertung nach der Absage
Als das Restaurant ablehnte, soll die Frau mit Kritik im Netz und einer Ein-Stern-Bewertung gedroht haben. Sarocha Rungratsamee und ihr Mann gaben weder Essen heraus noch zahlten sie Geld. Sie begannen daraufhin, das Konto der Frau zu prüfen.
Die Ermittler sehen in den Drohungen den Kern der Anzeige. Ob der Fall als versuchte Erpressung eingestuft wird, ist noch offen.
Polizei prüft versuchte Erpressung und Einschüchterung
Polizeioberst Nattadecha Thanisaphatrapong, Leiter der Polizeistation Sai Noi, bestätigte, dass eine Anzeige wegen versuchter Erpressung vorbereitet wird. Außerdem prüfen die Beamten Vorwürfe wegen Einschüchterung, Belästigung und störenden Verhaltens.
Die Polizei nannte die möglichen Strafen: Erpressung kann bis zu fünf Jahre Haft nach sich ziehen. Einschüchterung, die Angst oder Beunruhigung auslöst, kann mit bis zu einem Monat Haft oder 10.000 Baht Geldstrafe geahndet werden. Der Oberst stellte zudem infrage, dass die Frau tatsächlich als Food-Influencerin arbeitet, und sprach von einem Vorgehen, das eher nach Betrug gegen Gastronomen aussieht.
Frau entschuldigte sich telefonisch, Anzeige bleibt bestehen
Nach Angaben des Portals Manager Online meldete sich eine Frau telefonisch im Restaurant. Sie gab an, die ursprünglichen Nachrichten geschrieben zu haben, und entschuldigte sich bei den Besitzern. Zugleich bat sie darum, weder ihre Identität noch den Namen der Seite zu veröffentlichen.
Die Entschuldigung änderte an der Anzeige nichts. Die Besitzerin wollte, dass die Ermittler alle beteiligten Konten prüfen und klären, ob weitere Straftaten begangen wurden.
Konten gelöscht, Vorwürfe über Geld und Ware
Der lokale Sender Channel 8 berichtete über weitere Anzeigen, in denen es um Geld und Waren geht. Genannt werden Amulette und gebrauchte Kleidung. Demnach sollen Menschen Geld überwiesen oder Ware verschickt haben. Verurteilungen gibt es daraus bisher nicht.
Nach der Veröffentlichung verschwanden die Konten, die mit der Anfrage beim Restaurant in Verbindung standen. Ein dazugehöriges TikTok-Konto wurde ebenfalls deaktiviert. Die Ermittler konnten die Frau nach Berichten zuvor über ihre Online-Konten identifizieren.
Die Polizei sucht weiter nach der Frau
Bis Dienstag, 27. Oktober, gab es keine bestätigte Festnahme im Zusammenhang mit der Anzeige des Restaurants. Auch endgültige Anklagepunkte hat die Polizei noch nicht festgelegt. Die Beamten werten die Beweise der Besitzerin aus und suchen weiter nach der 36-Jährigen.
Der Fall hat sich weit über den Streit um ein gratis Menü hinaus entwickelt. Was mit Forderungen nach sieben Gerichten und vier Getränken begann, ist nun eine laufende Ermittlung. Die Polizei prüft, ob hinter den Anfragen ein Muster steckt, das Gastronomen gezielt ins Visier nimmt.
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