Geldwäsche-Schock: Thailand friert 35,8 Milliarden Baht ein

Der Südafrikaner Benjamin Mauerberger knüpfte laut Behörden Kontakte bis in die höchsten Regierungskreise und floh im September 2025 kurz vor der großen Polizeiermittlung aus Thailand.

Geldwäsche-Schock: Thailand friert 35,8 Milliarden Baht ein
Whale Hunting

BANGKOK, THAILAND – Die thailändischen Behörden haben Vermögenswerte im Wert von 35,8 Milliarden Baht beschlagnahmt und eingefroren. Die Werte stehen im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen internationalen Geldwäschenetz, das mit dem südafrikanischen Geschäftsmann Benjamin Mauerberger und dem in Kambodscha geborenen Unternehmer Yim Leak in Verbindung stehen soll. Ermittlern zufolge schleuste das Netzwerk Erlöse aus Straftaten über kambodschanische Banken und ausländische Investmentfonds und nutzte sie, um große Anteile an Firmen an der Thailändischen Börse zu kaufen.

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Aktien für 14,8 Milliarden Baht beschlagnahmt

Ein großer Teil der Werte sind Aktien. Beschlagnahmt wurden Anteile an Bangchak Corporation, VGI und MFC Asset Management im Umfang von rund 14,8 Milliarden Baht.

Die Ergebnisse stellten am Dienstag in Bangkok hochrangige Vertreter der Polizei, der thailändischen Geldwäschebehörde Amlo und der Börsenaufsicht SEC vor.

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Haftbefehle gegen sieben Verdächtige

Gegen sieben Personen liegen Haftbefehle vor. Die Vorwürfe lauten auf Geldwäsche, Verschwörung zur Geldwäsche, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Verstöße gegen das Wertpapiergesetz.

Zu den Verdächtigen zählen Mauerberger, seine Frau Cattaliya Beevor, Yim Leak, Suparat Sanga-mueang, der Singapurer Eugene Tang, der Australier Kai Ping Chen und Nattakorn Athithanawanich. Die ersten sechs halten sich nach Polizeiangaben vermutlich im Ausland auf. Für sie gibt es internationale Fahndungsausschreibungen von Interpol.

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Ausgangspunkt war ein mutmaßlicher Betrugsfall

Den Ermittlern zufolge entwickelte sich aus einem Fall eines laotischen Geschäftsmanns, der nach Angaben der Polizei betrogen worden sein soll. Der Fall betraf auch ein Betrügernetzwerk.

Aus diesem Fall entwickelte sich die Untersuchung des Geldnetzes. Polizeigeneralmajor Thassaphoom Charuprat leitet die Abteilung zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität.

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Gelder liefen ab 2019 über private und Firmenkonten

Ermittler unterscheiden drei Phasen. Von 2019 bis 2021 nahm das Netzwerk Gelder über private Konten von Mitgliedern und deren Angehörigen sowie über Firmenkonten an.

In den Jahren 2022 und 2023 flossen Gelder direkt aus Kambodscha auf mit dem Netzwerk verbundene Konten in Thailand. Von dort wurden sie in Investmentfonds mit Sitz in Singapur weitergeleitet.

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Kambodschanische Bank finanzierte Beteiligungen an Börsenfirmen

Von 2024 bis 2025 überwies die B.I.C. Bank in Kambodscha Dutzende Milliarden Baht an Capital Asia Investments (CAI), eine in Singapur lizenzierte Fondsgesellschaft. Das Geld diente dem Kauf größerer Anteile an Unternehmen, die an der Börse in Thailand gelistet sind.

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Die Einzelheiten dieser Beteiligungskäufe hat das Recherchenportal Whale Hunting ausführlich dokumentiert.

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Früheres Berufsverbot in Neuseeland

Mauerberger, der auch unter dem Namen Ben Smith auftritt, war in Neuseeland zuvor sieben Jahre lang als Wertpapiermakler gesperrt worden. Diesen Hinweis gab Thassaphoom bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Der 48-Jährige lebte danach mehrere Jahre in Bangkok. Dort knüpfte er laut Behörden Kontakte bis in die höchsten Ebenen von Regierung und Politik. Den Behörden zufolge spielte er in dieser Zeit eine zentrale Rolle bei der Geldwäsche.

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Paar floh im September 2025 aus Thailand

Mauerberger und seine thailändische Ehefrau flohen im September 2025 aus Thailand. Das geschah kurz vor einer großen Polizeiermittlung und parlamentarischen Untersuchungen zu dem Netzwerk.

Die Polizei wirft dem Paar Betrug und Geldwäsche vor. Der dabei entstandene Schaden soll bei rund 1 Milliarde Baht liegen.

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Nattakorn am Montag verhört und wieder freigelassen

Die Polizei hat Nattakorn Athithanawanich am Montag verhört und ihm Vorwürfe eröffnet. Danach kam er wieder frei.

Bei Durchsuchungen an vier Orten stellten Beamte Darlehensverträge, Unterlagen zu Investmentfonds und Kryptowährungen, Datenträger und Computer sicher.

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Yacht, Autos und Grundstücke neben den Aktien beschlagnahmt

Neben den Aktien beschlagnahmten die Behörden eine Yacht, Autos, Bankeinlagen und Grundstücke. Das bestätigte Amlo-Vizegeneralsekretär Kamonsit Wongbutnoi.

Mit diesen Maßnahmen soll Vermögen aus den mutmaßlichen Straftaten zurückgeholt werden. Geschädigte können über Zivilverfahren Schadenersatz verlangen, ohne auf ein Ende des Strafverfahrens zu warten.

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VGI-Aktien für 8,85 Milliarden Baht unter Verdacht

SEC-Generalsekretärin Pornanong Budsaratragoon zufolge fanden die Ermittler Unregelmäßigkeiten bei VGI-Aktien im Wert von 8,85 Milliarden Baht, die über Privatplatzierungen an drei Gruppen ausländischer Fonds ausgegeben wurden.

Wirtschaftlich berechtigt sollen Gruppen gewesen sein, die Yim Leak, Cattaliya Beevor und Suparat Sanga-mueang zugeordnet werden und die auf Weisung Mauerberger handelten. Sie hielten über 25 Prozent der Anteile, ohne dies zu melden oder ein Pflichtangebot zur Übernahme abzugeben, was gegen das Wertpapiergesetz verstoßen könnte.

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Quelle: Bangkok Post

2 Kommentare zu „Geldwäsche-Schock: Thailand friert 35,8 Milliarden Baht ein“

  1. Man kann noch ein paarmal darüber berichten, aber der „Schock“ kommt deshalb kein bisschen öfter und auch die 35,8 Milliarden werden über die Jahre auch nicht mehr.

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