Ein Overstay beginnt mit einem Datum im Pass, das niemand mehr beachtet. Aus einigen Tagen werden Wochen, aus Wochen werden Monate. In Foren für Auswanderer wird derzeit der Fall eines betagten Rentners diskutiert, der schon sehr lange ohne gültige Aufenthaltserlaubnis in Thailand lebt. Für ihn gelten feste Regeln, und sie lassen kaum Spielraum. Wer sie kennt, versteht, warum sich so ein Fall nicht von selbst löst.
Was 16 Monate Overstay bedeuten
Maßgeblich ist das Datum im Einreisestempel, nicht das Ablaufdatum des Visums. Wer danach im Land bleibt, begeht nach dem Einwanderungsgesetz eine Straftat. Der Strafrahmen reicht bis zu zwei Jahren Haft, bis zu 20.000 Baht Geldstrafe oder beidem.[2] Einen kurzen Overstay erledigt die Immigration üblicherweise am Schalter mit einer Zahlung.
Der Rentner aus den Foren liegt seit 16 Monaten über seiner Frist. Er ist 83 Jahre alt. Die Immigration stuft Overstays nach den Grenzen von 90 Tagen, einem Jahr, drei Jahren und fünf Jahren ein. Seine Überschreitung fällt in die Stufe zwischen einem und drei Jahren. Was daraus folgt, hängt davon ab, ob er sich selbst meldet oder aufgegriffen wird.
Die Geldstrafe pro Tag
Die Geldstrafe beträgt 500 Baht für jeden Tag der Überschreitung. Ab dem 40. Tag ist sie bei 20.000 Baht gedeckelt. Bezahlt wird bei der Ausreise am Flughafen oder am Grenzübergang.[1] Ein Overstay von 16 Monaten kostet damit nicht mehr als einer von 40 Tagen. Die Stufen für kürzere Fälle beschreibt der Beitrag Overstay Thailand: Strafen, Blacklist und was zu tun ist.
Das Geld ist bei langen Überschreitungen nicht das Problem. Wer vor Gericht gestellt wird, kann eine niedrigere Geldstrafe als 20.000 Baht erhalten.[2] Die Zahlung erledigt aber nur die Tage der Überschreitung. Das Einreiseverbot bleibt davon unberührt und gilt zusätzlich.
Einreiseverbot Thailand nach Overstay
Grundlage ist eine Anordnung des Innenministeriums, die seit mehreren Jahren gilt.[2] Wer sich selbst meldet, erhält nach mehr als 90 Tagen ein Einreiseverbot von einem Jahr. Bei mehr als einem Jahr sind es drei Jahre, bei mehr als drei Jahren fünf Jahre und bei mehr als fünf Jahren zehn Jahre.[1]
Die Sperre beginnt am Tag der Ausreise, nicht am Tag des Ablaufs der Aufenthaltserlaubnis.[1] Wer sich versteckt, verschiebt deshalb den Beginn der Frist und rückt zugleich in die nächste Stufe vor. Weitere Regeln beschreibt der Beitrag Haft, Rauswurf, Einreiseverbot: Thailands neue Regeln.
Selbst melden oder aufgegriffen werden
Bei 16 Monaten gilt: Meldet sich der Mann selbst bei der Immigration, beträgt das Einreiseverbot drei Jahre. Wird er bei einer Kontrolle aufgegriffen, sind es zehn Jahre.[1] Bei einem Overstay von unter einem Jahr liegt die Sperre nach einer Festnahme bei fünf Jahren. Die Ausgangslage ist in beiden Fällen dieselbe, nur der Weg zur Immigration unterscheidet sich.
Als freiwillig gilt eine Meldung nur, solange noch keine Festnahme oder Ermittlung läuft.[2] Wer wartet, bis die Polizei kommt, verliert diese Möglichkeit. Der Unterschied beträgt in diesem Fall sieben Jahre Einreiseverbot.
Abschiebehaft in der Immigration
Wer aufgegriffen wird, kommt zunächst auf eine Polizeiwache und vor Gericht. Danach folgt die Abschiebehaft, meist im Immigration Detention Center in Bangkok im Stadtteil Suan Plu.[4] Die Haft hat nach dem Gesetz keine feste Höchstdauer, und die Kosten trägt der Betroffene selbst.[2][5]
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Menschenrechtsgruppen meldeten zuletzt eine Auslastung von 155 Prozent.[2] Die britische Botschaft nennt für Overstayer Haftzeiten zwischen zwei Wochen und drei Monaten. Bei der Aufnahme untersucht ein Arzt die Häftlinge. Vorerkrankungen und nötige Medikamente sollten dort sofort genannt werden.[4]
Rückflug und Kosten der Ausreise
Den Rückflug bezahlen der Betroffene, seine Angehörigen oder die Botschaft. Thailand übernimmt die Kosten in der Regel nicht.[3] Bis das Ticket gekauft ist, bleibt die Person in Haft. Wer kein Geld hat, ist deshalb auf Hilfe von außen angewiesen.
Die Geldstrafe wird vor Gericht festgesetzt. Danach läuft die Organisation der Ausreise. Wie schnell das geht, hängt von den Reisedokumenten und vom Ticket ab. Fehlt ein gültiger Pass, kann die Haft deutlich länger dauern.[2]
Anwalt für Immigrationsrecht
Ein Anwalt kann bei der Selbstmeldung helfen und den Ablauf mit der Immigration abstimmen. Nach dem Gesetz kann ein Betroffener beantragen, statt in Haft an einem eigenen Ort zu bleiben. Dann gilt eine Meldepflicht an festen Tagen, gegen Kaution.[2] Nach Einschätzung einer Anwaltskanzlei ist dieser Antrag früh im Verfahren am sinnvollsten.
Bei Krankheit oder familiären Notlagen kann der Innenminister im Einzelfall eine Ausnahme vom Einreiseverbot gewähren.[2] Solche Anträge dauern lange und stützen sich auf Belege aus der Zeit des Overstays, etwa ärztliche Atteste. Gerichte stellen Overstay-Verfahren nur selten ein. Die Erfolgsaussichten sind deshalb ungewiss.
Jahresverlängerung für Rentner über 50
Rentner ab 50 Jahren können bei der Immigration eine Jahresverlängerung ihres Aufenthalts beantragen. Nachgewiesen werden 800.000 Baht auf einem Thai-Konto, ein Einkommen von 65.000 Baht im Monat oder eine Kombination aus beidem. Die Gebühr beträgt 1.900 Baht.[6][7] Das Non-O-Visum für drei Monate verlangt diese Summe noch nicht.
Die Verlängerung muss vor Ablauf des Stempels beantragt werden, je nach Immigration-Büro frühestens 30 bis 45 Tage vorher. Wer die Frist verpasst hat, muss zuerst den Overstay klären.[2] Für den 83-Jährigen ist dieser Weg damit verschlossen. Alle anderen sollten ihre Frist früh planen.
Den Stempel im Pass richtig lesen
Nach jeder Einreise lohnt ein Blick auf den Stempel. Dort steht das Datum, bis zu dem der Aufenthalt erlaubt ist. Das Datum im Visum ist ein anderes: Es zeigt, bis wann man einreisen darf.[2] Wer beides verwechselt, überzieht schnell, ohne es zu merken. Ein Overstay zählt ab dem ersten Tag und kostet 500 Baht.
Lässt sich eine Frist nicht halten, hilft nur eine Verlängerung vor Ablauf oder die rechtzeitige Ausreise. Wer einen Visa-Agenten beauftragt hat, prüft im Pass selbst, ob die Verlängerung wirklich eingetragen ist.[2] Was bei verpassten Terminen zu tun ist, steht im Beitrag Du hast die Frist verpasst: Was jetzt?
Wohin sich Betroffene wenden können
Betroffene in Haft haben Anspruch auf Kontakt zu einem Anwalt und zu ihrer Botschaft. Die Botschaft hat eigene Besuchszeiten im Detention Center und hilft häufig bei der Reiseplanung.[2] Wer sich selbst melden will, geht zur Immigration oder zum Abfertigungsschalter, bevor er ausreist.[1]
In den Forenberichten ist der Mann ein Veteran des Vietnamkriegs. Wie es für ihn weitergeht, ist nicht bekannt. Seine Lage zeigt, wie früh ein Overstay geklärt werden muss: Jede Stufengrenze, die verstreicht, verlängert die Sperre.
Redaktionelle Hinweise
Lesen Sie auch: Overstay in Thailand – Das droht, wenn der Stempel abläuft
Stand der Angaben ist Oktober. Die Sperrfristen beruhen auf einer Anordnung des Innenministeriums und können sich ändern. Der Fall des 83-Jährigen wurde in Foren für Auswanderer beschrieben, Name und Wohnort sind nicht bekannt. Auskunft zu Fristen und Verlängerungen erteilt die Immigration vor Ort, zu Haft und Rückreise die zuständige Botschaft.
- Geldstrafe von 500 Baht pro Tag, Deckel bei 20.000 Baht, Sperrfristen bei Selbstmeldung und Festnahme, Beginn der Sperre am Ausreisetag: thailand.go.th, Verfahren bei Overstay (Immigration Phang Nga) ↩
- Strafrahmen nach Section 81, Anordnung 1/2558 (in Kraft seit 20. März 2016), Haft nach Section 54, Rechte in Haft, Auslastung, Gerichtspraxis, Härtefallantrag, Stempel und Visum: ThaiLawOnline, Thailand Visa Overstay ↩
- Rückflug wird von Betroffenen, Angehörigen oder Botschaft bezahlt: ThaiLawOnline, Glossar Deportation ↩
- Ablauf nach Festnahme, Haft in Bangkok, ärztliche Untersuchung bei der Aufnahme: GOV.UK, Thailand: visa overstay and deportation ↩
- Kosten der Haft trägt der Betroffene: Global Detention Project, Länderbericht Thailand ↩
- Nachweis von 800.000 Baht oder 65.000 Baht Einkommen für die Jahresverlängerung: The Thaiger, Retirement Visa ↩
- Gebühr von 1.900 Baht, Antragsformular TM.7: ThaiLawOnline, Extension of Stay ↩

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