Overstay in Thailand – Das droht, wenn der Stempel abläuft

Ein paar Tage zu lange im Land: Für viele ist das nur eine Zahlung am Flughafen. Doch wer aufgegriffen wird, erlebt etwas ganz anderes. Auf den Weg kommt es an.

Overstay in Thailand - Das droht, wenn der Stempel abläuft
KI generiertes Symbolbild

Wer in Thailand länger bleibt, als der Stempel im Reisepass erlaubt, begeht einen Overstay. Das Wort steht für eine ganze Spanne von Folgen, die von einer Zahlung am Flughafen bis zur Haft reicht. Entscheidend sind zwei Dinge: wie lange der Aufenthalt überzogen wurde und auf welchem Weg die Immigration davon erfährt. Wer die Regeln kennt, kann einen Fehler rechtzeitig beheben, bevor aus einem Versehen ein ernstes Problem wird.

Was als Overstay gilt

Ein Overstay beginnt an dem Tag, der auf das gestempelte Ablaufdatum folgt. Entscheidend ist das Datum im Pass und nicht die Erinnerung an die Dauer. Das gilt für die visumfreie Einreise, für Touristenvisa und für Verlängerungen. Seit Mitte September gilt bei visumfreier Einreise ein Aufenthalt von höchstens 30 Tagen.[1]

Wer den Stempel nicht prüft, verliert schnell den Überblick. Ein Blick auf das Datum bei der Einreise und ein Eintrag im Kalender helfen. Fehlt der Einreisestempel im Pass ganz, steht der Vorwurf der illegalen Einreise im Raum. Auch dann drohen Geld- oder Haftstrafen und die Abschiebung.[1]

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Bußgeld pro Tag

Die Geldstrafe beträgt 500 Baht für jeden Tag Overstay. Bei 40 Tagen ist das Maximum von 20.000 Baht erreicht, mehr wird als Pauschale nicht verlangt. Für zehn Tage sind es also 5.000 Baht, für 40 Tage und länger 20.000 Baht. Wer länger bleibt, zahlt nicht mehr, riskiert aber andere Folgen.[2]

Die Pauschale gilt für kurze Fälle. Rechtlich ist der Overstay eine Straftat nach Paragraf 81 des Einwanderungsgesetzes. Dort stehen Haft bis zu zwei Jahren, eine Geldstrafe bis 20.000 Baht oder beides. Wer freiwillig am Schalter zahlt, erledigt den Fall in der Regel damit.[6]

Wenige Tage drüber, Zahlung am Flughafen

Bei einem kurzen Overstay genügt in der Regel die Zahlung am Schalter vor der Ausreise. Wer krank war und den Flug verschieben musste, zahlt für vier Tage 2.000 Baht und reist ab. Der Beamte nennt die Dauer und den Betrag und stellt einen Beleg aus. Ein Einreiseverbot folgt bei weniger als 90 Tagen nicht, wenn man sich freiwillig meldet.[3]

Bei einem Overstay von wenigen Stunden wird die Strafe oft erlassen. Das liegt im Ermessen der Beamten, einen Anspruch darauf gibt es nicht. Bargeld gehört deshalb in die Reisetasche. Der Pass erhält bei der Zahlung einen Stempel, der den Overstay vermerkt und bei einer späteren Einreise auffallen kann.[7]

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Freiwillig melden oder aufgegriffen werden

Für die Folgen zählt, wie die Immigration vom Overstay erfährt. Wer sich selbst meldet und ausreist, wird milder behandelt. Wer bei einer Polizeikontrolle, einer Hotelkontrolle oder einer Razzia auffällt, wird festgenommen. Dann gelten längere Sperren und ein Strafverfahren.[7]

Die Regel lautet, dass man sich sofort bei der Immigration melden soll, sobald man den Overstay bemerkt. Am Flughafen gilt die Ausreise in der Praxis meist als freiwillig, im Zweifel entscheidet aber der Beamte. Wer sehr lange überzogen hat, holt vorher Rat bei einem Anwalt für Einwanderungsrecht ein.[5]

Einreiseverbote nach Dauer

Bei freiwilliger Meldung gibt es unter 90 Tagen kein Einreiseverbot. Bei mehr als 90 Tagen sind es ein Jahr, bei mehr als einem Jahr drei Jahre, bei mehr als drei Jahren fünf Jahre und bei mehr als fünf Jahren zehn Jahre. Die Sperre läuft ab dem Tag der Ausreise.[4]

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Wer aufgegriffen wird, bekommt bei weniger als einem Jahr Overstay fünf Jahre Sperre und bei mehr als einem Jahr zehn Jahre. Das regelt eine Anordnung des Innenministeriums. Dieselbe Dauer führt also je nach Weg zu sehr verschiedenen Folgen.[5]

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Festnahme und Abschiebehaft

Wer aufgegriffen wird, muss mit Festnahme rechnen. In der Praxis folgt zuerst ein Termin beim Gericht, das die Geldstrafe nach Paragraf 81 festsetzt. Danach kommt die Haft im Abschiebezentrum der Immigration. Kann die Strafe nicht bezahlt werden, droht eine Ersatzfreiheitsstrafe.[1]

Das Abschiebezentrum in Suan Phlu in Bangkok gilt als überfüllt. Ehemalige Insassen berichten von Zellen mit 200 und mehr Personen. Die Haftbedingungen werden als sehr hart beschrieben. Das Zentrum ist für etwa 1.100 Personen ausgelegt. Ein früherer Insasse berichtet, er habe in der Zelle die ganze Nacht auf der Seite schlafen müssen, weil der Platz nicht reichte.[8]

Abschiebung und Flugkosten

Die Abschiebung ordnet die Immigration nach Paragraf 54 des Einwanderungsgesetzes an. Den Flug bezahlen in der Praxis die Betroffenen selbst, ihre Familie oder die Botschaft. Der Staat Thailand übernimmt die Kosten normalerweise nicht.[9]

Wer kein Geld für ein Ticket hat, bleibt in Haft, bis jemand es bezahlt. Eine Haft über 48 Stunden braucht eine schriftliche Verlängerung, später die Genehmigung des Gerichts in Abschnitten von zwölf Tagen. Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Ein verlorener Pass kostet zusätzlich Wochen, bis die Botschaft Ersatz ausstellt.[9]

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Stempel im Reisepass und schwarze Liste

Bei der Zahlung am Schalter erhält der Pass einen Stempel mit dem Vermerk des Overstays. Bei einem Overstay, der eine Sperre auslöst, kommt der Eintrag auf die schwarze Liste der Immigration dazu. Die Sperre beginnt mit dem Tag der Ausreise und endet nach der festgelegten Dauer.[9]

Auch ohne Sperre bleibt der Overstay nicht ohne Spur. Wer später wieder einreist, muss mit mehr Fragen der Immigration rechnen, und wiederholte Fälle fallen besonders auf. Nach Ablauf der Sperre ist die Einreise wieder möglich.[7]

Overstay vermeiden

Die Verlängerung um 30 Tage kostet bei der Immigration 1.900 Baht. Sie ist für touristische Aufenthalte einmal möglich und muss vor Ablauf des erlaubten Aufenthalts beantragt werden. Mitzubringen sind der Reisepass, Kopien der Passseiten, ein aktuelles Foto und das Formular TM.7.[10]

Nach Ablauf des Stempels ist eine Verlängerung nach Angaben von Anwälten nur noch aus medizinischen Gründen möglich. Wer das Datum verpasst hat, geht deshalb sofort zur Immigration oder zahlt bei der Ausreise am Flughafen. Eine Erinnerung im Handy einige Tage vor dem Ablaufdatum verhindert die meisten Fälle.[10]

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Redaktionelle Hinweise

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Offen ist die Praxis am Schalter: Ob eine Ausreise als freiwillig gilt und ob die Strafe bei wenigen Stunden erlassen wird, entscheidet der einzelne Beamte. Die Angaben zur Verlängerung nach Ablauf des Stempels stammen aus Berichten von Anwälten, nicht aus einer amtlichen Quelle. Stand der Angaben ist Oktober.

  1. Visumfreie Dauer, Verlängerung vor Ablauf, Strafe von 500 Baht pro Tag, Gericht und Abschiebehaft bei Zahlungsunfähigkeit, fehlender Einreisestempel: Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise Thailand, auswaertiges-amt.de ↩
  2. Strafe von 500 Baht pro Tag, Maximum 20.000 Baht ab 40 Tagen, Ablauf der Zahlung am Schalter: Regierung Thailands, thailand.go.th ↩
  3. Keine Sperre unter 90 Tagen bei Zahlung vor der Ausreise, Strafe bei wenigen Stunden oft erlassen: Thailändische Botschaften in Canberra und Bukarest, Canberra und Bukarest ↩
  4. Sperre ab dem Tag der Ausreise nach Anordnung 1/2558 des Innenministeriums: Thailändische Botschaft in Abu Dhabi, abudhabi.thaiembassy.org ↩
  5. Sperren nach Dauer bei freiwilliger Meldung und bei Aufgriff, Hinweis auf Ermessen beim Flughafen: Bangkok Post, bangkokpost.com; Phuket News, thephuketnews.com; Thai Visa Services, thai-visa-services.com ↩
  6. Paragraf 81 des Einwanderungsgesetzes mit Haft bis zu zwei Jahren und Geldstrafe bis 20.000 Baht: Khaosod English, khaosodenglish.com ↩
  7. Overstay-Stempel, Aufgriff bei Kontrollen, Wirkung bei späterer Einreise: ThaiLawOnline, thailawonline.com ↩
  8. Überfüllung und Zellenbelegung im Abschiebezentrum Suan Phlu: Global Detention Project, globaldetentionproject.org ↩
  9. Abschiebung nach Paragraf 54, Flug auf eigene Kosten, Haftdauer, Blacklist: ThaiLawOnline, thailawonline.com ↩
  10. Verlängerung um 30 Tage für 1.900 Baht, Unterlagen, keine Verlängerung nach Ablauf: Bangkok Post, bangkokpost.com; Thai Visa Services, thai-visa-services.com ↩

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