NORDTHAILAND – Entlang der Flüsse Mae Nam Kok und Mae Nam Sai liegen Arsen und Schwermetalle seit fast zwei Jahren über den Grenzwerten. Das Department of Health rät, Garnelen, Muscheln und Fischinnereien aus den betroffenen Abschnitten zu meiden. Ob die Beschwerden der Menschen tatsächlich mit den Schadstoffen zusammenhängen, ist bislang nicht belegt.
Warnung vor Garnelen, Muscheln und Fischinnereien
Das Department of Health empfiehlt den Anwohnern, Garnelen, Muscheln und Fischinnereien aus Mae Nam Kok und Mae Nam Sai nicht zu essen. Die Empfehlung gilt für die Abschnitte, in denen Arsen und Schwermetalle über den Standardwerten gemessen wurden.
Betroffen ist die Bevölkerung entlang der beiden Flüsse. Seit fast zwei Jahren überschreiten die Werte dort die zulässigen Grenzen.
Keine bestätigten Arsenvergiftungen bisher
Die Gesundheitsbehörden können bislang nicht bestätigen, dass die Krankheiten der Menschen in der Region direkt mit den Schadstoffen zusammenhängen. Es wurden bisher keine Fälle einer akuten Arsenvergiftung festgestellt.
Die Behörden weisen darauf hin, dass sich Giftstoffe über lange Zeit im Körper ansammeln können. Mögliche Folgen könnten deshalb erst langfristig sichtbar werden.
Vorläufige Ergebnisse zeigen auffällige Leberwerte und Schilddrüsenhormone
Ein Forschungsprojekt der Fakultät für öffentliches Gesundheitswesen der Universität Chiang Mai und des Department of Disease Control untersucht Menschen im Flussgebiet des Kok im Bezirk Mae Ai in der Provinz Chiang Mai. Ziel ist es, im Körper nach Biomarkern zu suchen, die auf Belastungen hinweisen.
Die ersten Ergebnisse zeigen Abweichungen bei den Leberenzymen und Veränderungen bei den Schilddrüsenhormonen. Die Werte gelten als Warnsignal, mit dem die Gesundheit der Bevölkerung genau beobachtet werden sollte. Ein Beweis, dass die Schadstoffe im Fluss die Ursache sind, ist das aber nicht.
Blei verschärft die Sorge um Kinder und Schwangere
Associate Professor Waranggana Naksen, stellvertretender Dekan der Fakultät, sagt, dass Arsen nicht das einzige Problem ist. Das Pollution Control Department hat auch Blei über dem Standardwert gemessen.
Blei kann sich über lange Zeit im Körper ansammeln und das Nervensystem sowie die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen. Besonders genau überwacht werden müssen deshalb Kinder und schwangere Frauen.
Familien zahlen bis zu 1.800 Baht im Monat für sauberes Wasser
Bei einer Befragung von 400 Personen in Chiang Mai und Chiang Rai zeigte sich: Fast alle mussten auf gekauftes sauberes Wasser umsteigen. Sie meiden Wasser aus belasteten Quellen.
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Die Zusatzkosten liegen bei bis zu 1.800 Baht pro Monat. Die Verschmutzung belastet damit die Sicherheit im Alltag ebenso wie das Haushaltsbudget.
Offenlegung von Daten zu 20 Minen in Tachileik gefordert
Im Fokus steht auch Informationen zu 20 Minen in Tachileik im Nachbarland Myanmar. Viele Seiten halten die Offenlegung der Daten für dringend.
Die thailändische Regierung soll mit allen Beteiligten verhandeln, um die grenzüberschreitende Verschmutzung einzudämmen oder abzuschwächen. Betroffen sein könnten die Menschen im Flussgebiet des Kok und in der Umgebung.
Grenzüberschreitende Verschmutzung fehlt in der Regierungspolitik
Senatorin Maneerat Khemawong, Beraterin des HIA-Projekts zum Kok, fordert, die Verschmutzung über die Grenze zur nationalen Aufgabe zu machen. Nach ihren Angaben steht das Thema trotz anhaltender Bemühungen vieler Seiten nicht in der jüngsten Regierungspolitik.
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Die Behörden untersuchen und speichern ihre Daten bislang getrennt, ein gemeinsamer und systematischer Datenaustausch fehlt. Die Lage passt nach ihrer Ansicht nicht zu den erklärten Zielen der Regierung bei Wirtschaft, Sicherheit und Umwelt. Eine abgestimmte Lösung steht damit noch aus.
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