Die Thai-Massage gilt als Heilkunst und als Kulturgut Thailands. Auf der Straße sehen Besucher davon oft wenig. Neben seriösen Salons gibt es Läden, die mit der Massage nur werben und etwas ganz anderes verkaufen. Auch Gäste, die nur ihren Rücken behandeln lassen wollen, geraten dort in Situationen, die sie nicht bestellt haben. Wer einige Merkmale kennt, erkennt den Unterschied schon vor der Tür und erspart sich Ärger, Geld und Schmerzen.
Woran Sie einen echten Massagesalon erkennen
Der wichtigste Hinweis hängt an der Tür oder am Empfang: ein Aufkleber des Gesundheitsministeriums. Salons für Massage und Spa brauchen eine Lizenz des Ministeriums, die fünf Jahre gilt. Der Aufkleber muss gut sichtbar angebracht sein. Fehlt er, ist das ein Warnzeichen. Gehen Sie dann weiter und suchen Sie einen anderen Salon.[1]
Ob ein Aufkleber echt ist, lässt sich vor Ort schwer prüfen. Rückfragen beantwortet die Hotline des Gesundheitsministeriums für diese Betriebe unter der Nummer 1426.[2] Zu einem seriösen Salon gehört auch eine Preisliste mit Dauer und Betrag. Sie hängt draußen oder am Empfang und wird nicht erst auf Nachfrage gezeigt.[3]
Was Kleidung und Einrichtung verraten
Eine klassische Thai-Massage läuft ohne Öl. Sie liegen auf einer Matratze oder Matte und tragen weite, bequeme Kleidung, die der Salon oft selbst stellt.[4] Verlangt ein Laden, dass Sie sich ausziehen, passt das nicht zu dieser Massageform. Fragen Sie in diesem Fall nach der genauen Behandlung, bevor Sie sich hinlegen.
Die Einrichtung sagt weniger aus, als viele denken. Einfache Läden trennen die Liegen nur mit Vorhängen. Große Ketten bieten abgeschlossene Räume, und das ist ganz normal.[4] Entscheidend ist nicht die Tür, sondern ob Preis, Dauer und Art der Massage vorher klar genannt werden und ob der Aufkleber des Ministeriums hängt.
Thai-Massage Preise: Was eine Stunde kostet
In einfachen Läden kostet eine Stunde Thai-Massage etwa 200 bis 350 Baht, das sind rund 5 bis 9 Euro. An Stränden wie in Patong reicht die Spanne von 250 bis 1.000 Baht, je nach Lage und Können der Therapeutin. Üblich ist ein Trinkgeld von 50 bis 100 Baht für die Stunde.[3]
In bekannten Ketten wie Let’s Relax liegt die Thai-Massage bei 600 bis 1.200 Baht, also bei etwa 16 bis 32 Euro. Hotelspas verlangen für eine Behandlung 1.500 bis 4.500 Baht und mehr, das sind rund 40 bis 120 Euro. Dafür bekommen Sie ruhige Räume und feste Abläufe.[3][4]
Wann ein Billigpreis ein Warnsignal ist
Ein sehr niedriger Lockpreis an der Tür ist verdächtig, wenn danach Extras folgen. Warnzeichen sind Zusatzangebote mitten in der Massage, ein fehlender Preisaushang und ein fehlender Aufkleber des Ministeriums. Wer eines davon bemerkt, sollte den Laden verlassen, solange noch nichts bezahlt ist.[3]
Auch das Gegenteil kommt vor. Draußen steht ein günstiger Preis, an der Kasse folgt ein höherer Betrag. In Touristenorten gilt diese Masche als bekannt. Ein einfacher Laden, der für eine normale Massage deutlich mehr als 600 Baht verlangt, verlangt zu viel. Fragen Sie deshalb vorher nach dem Endpreis für Ihre Dauer.[3]
So lehnen Sie Extras höflich ab
Sagen Sie zu Beginn klar, was Sie wollen: eine Thai-Massage für eine Stunde, zum Preis auf der Liste. Ein ruhiger Satz wie „No extra, only massage“ genügt. Er ist höflich und wird verstanden. Wiederholen Sie ihn, wenn während der Behandlung ein Zusatzangebot kommt. Lächeln Sie dabei, aber bleiben Sie bei Ihrer Antwort.
Fühlen Sie sich unwohl, beenden Sie die Massage sofort. Sie müssen sich dafür nicht rechtfertigen. Bieten Sie an, die bisherige Zeit zum Listenpreis zu bezahlen, und gehen Sie. Bleiben Sie freundlich und diskutieren Sie nicht lange. Je ruhiger Sie auftreten, desto weniger Spielraum bleibt für eine Auseinandersetzung im Laden.
Was bei einem Streit um die Rechnung hilft
Klären Sie Preis und Dauer, bevor Sie sich hinlegen, und machen Sie ein Foto der Preisliste. Zahlen Sie bar und möglichst passend. Geben Sie Ihre Karte nicht aus der Hand. In Patong ließ ein Salon nach Angaben eines Gastes 40.000 Baht von dessen Kreditkarte abbuchen, vereinbart waren 1.200 Baht.[8]
Kommt es zum Streit, bleiben Sie ruhig und rufen Sie die Touristenpolizei unter der Nummer 1155 an. Die Hotline arbeitet rund um die Uhr in acht Sprachen, darunter Deutsch. Vorfälle lassen sich auch über die App der Touristenpolizei melden. Das ist besser, als im Laden weiter zu verhandeln.[5]
Was das Gesetz für Kunden bedeutet
Prostitution ist in Thailand verboten, auch wenn das Gesetz kaum durchgesetzt wird. Massagesalons sind als normale Betriebe angemeldet. Die Betreiber trifft das Gesetz härter als die Frauen, die dort arbeiten. Auch Kunden können sich strafbar machen. Wer sexuelle Dienste bestellt, bewegt sich also nicht in einer erlaubten Grauzone.[6]
Das Risiko liegt nicht nur beim Gesetz. Wer in einem solchen Laden in einen Streit um Geld gerät, hat keine saubere Ausgangslage, weil er selbst etwas Verbotenes bestellt hat. Wer das vermeiden will, wählt einen Salon mit Aufkleber und klarer Preisliste und bleibt bei der Massage, für die er gekommen ist.
Rückenschmerzen nach der Massage: Wann zum Arzt
Ein Ziehen im Muskel kommt nach einer kräftigen Massage vor. Ernster sind plötzliche, starke Nackenschmerzen mit Kopfschmerz, Schwindel, Erbrechen oder Doppelbildern. Fallberichte beschreiben, dass nach Nackenmassagen die Wirbelarterie einriss und ein Schlaganfall folgte. Das ist selten, aber gefährlich, und auch eine Thai-Massage war darunter.[7]
Gehen Sie bei diesen Zeichen sofort in die Notaufnahme eines Krankenhauses und sagen Sie, dass zuvor am Hals massiert wurde. Die Ärzte prüfen dann die Gefäße mit einer Bildgebung. Lehnen Sie ruckartige Drehungen des Kopfes und ein Knacken im Nacken von vornherein ab. Bitten Sie darum, den Nacken nur locker zu behandeln.[7]
Woran Sie saubere Hygiene erkennen
Schauen Sie sich vor dem Hinlegen um. Frische Laken oder Auflagen, ein sauberer Boden und ein gepflegtes Fußbecken gehören zu einem ordentlichen Betrieb. Riecht der Raum muffig oder sind die Tücher fleckig, gehen Sie wieder. Das kostet Sie nichts und sagt mehr aus als jedes Werbeschild an der Straße.
Haben Sie empfindliche Haut, wählen Sie die klassische Thai-Massage, denn sie läuft ohne Öl.[4] Möchten Sie eine Ölmassage, fragen Sie vorher, welches Öl verwendet wird, und lehnen Sie ab, wenn niemand es Ihnen sagen kann. Bei Hautreizungen nach der Behandlung hilft ein Arzt oder eine Apotheke.
Welche Salons verlässlich sind
Verlässlich sind große Ketten mit festen Preisen. Let’s Relax hat mehr als 38 Filialen in Bangkok, auf Koh Samui, in Hua Hin, Chiang Mai, Krabi, Phuket und Pattaya. Health Land findet man vor allem in Bangkok, aber auch in Pattaya. Dort sind Preis, Dauer und Räume klar geregelt, und die Behandlung wird nicht erst an der Kasse verhandelt.[4]
Auch Hotelspas sind eine sichere Wahl, kosten aber mehr. In kleinen Läden hilft ein Blick auf die Bewertungen bei Google Maps. Gute Salons haben viele Rückmeldungen, die die Massage selbst loben. Misstrauen sollten Sie bei Einträgen, die nur Fotos oder sehr allgemeine Sätze zeigen und keine Angaben zur Massage enthalten.
Redaktionelle Hinweise
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Die Preise gelten für Oktober und unterscheiden sich je nach Ort und Salon. Umgerechnet wurde mit rund 38 Baht je Euro. Wie das Verbot sexueller Dienste im Einzelfall ausgelegt wird, entscheiden die Behörden vor Ort. Auskunft zu lizenzierten Betrieben gibt die Hotline des Gesundheitsministeriums unter 1426, im Notfall hilft die Touristenpolizei unter 1155.
- Lizenz und Aufkleber für Massagebetriebe: Bangkok Post, bangkokpost.com ↩
- Hotline 1426 der Abteilung für Gesundheitseinrichtungen: Thailändische Regierung, thailand.go.th ↩
- Preise in Phuket, Warnsignale, Trinkgeld: Phuket Expat Guide, phuketexpatguide.com; Patong: Thailand Magazine, thailandmagazine.com ↩
- Ketten, Preise und Räume: Thailand Magazine, thailandmagazine.com; Health Land Asoke, monkeytravel.com; Thai-Massage ohne Öl, expedia.com ↩
- Touristenpolizei 1155 in acht Sprachen: Nation Thailand, nationthailand.com ↩
- Gesetz zur Verhinderung und Bekämpfung der Prostitution: ILO NATLEX, natlex.ilo.org; Kundenseite: Nation Thailand, nationthailand.com ↩
- Fallberichte zu Wirbelarterien-Einriss nach Massage: Cureus, ncbi.nlm.nih.gov; New Zealand Medical Journal, iasp-pain.org ↩
- Abbuchung von 40.000 Baht in Patong: Thaiger, thethaiger.com ↩
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„nichts für Ungut“, aber Thailand Kenner können sich über so einen Artikel nur amüsieren und Neulingen wied er mehr verunsichern als nützlich sein. Ich frage mich ob der Verfasser die reale Praxis kennt, vorallem auf Pattaya und einige Bereiche von Bangkok bezogen. Ich habe in meinen 13 Jahre Thailand Aufenthalt sicher schon mehr als 1000 Massagen in diversen Lokalitäten mehr oder weniger genossen wurde aber niemals genötigt oder gar vergewaltigt weder physisch noch materiell. Dienstleistungen unter dem Begriff Massage können vielfältig ausfallen, auch wenn man im allgemeinen davon eine vorgegebene Auffassung hat. Ein Mysterium sollte man daraus aber nicht ableiten um Aufklärung zu betreiben.
Guten Tag,
vielen Dank für Ihre offene Rückmeldung. Mit 13 Jahren Erfahrung in Thailand kennen Sie die Praxis in Pattaya und Bangkok gut, und wir nehmen Ihre Kritik ernst.
Der Artikel will niemanden verunsichern und sagt nicht, dass es in den Salons die Regel wäre, bedrängt oder abgezockt zu werden. Er richtet sich an Gäste, die zum ersten Mal einen Salon aussuchen. Er zeigt, woran man einen lizenzierten Betrieb erkennt, was eine Stunde ungefähr kostet und wie man Zusatzangebote freundlich ablehnt. Einzelne Streitfälle um überhöhte Rechnungen gibt es, und dafür sollen Neulinge gewappnet sein.
Dass unter dem Begriff Massage sehr unterschiedliche Angebote laufen, sehen wir genauso. Wenn Sie aus Ihrer Erfahrung Tipps haben, die Neulingen helfen, schreiben Sie uns gern. Gute Hinweise aus der Praxis nehmen wir auf.
Freundliche Grüße
Ihre Wochenblitz-Redaktion