PHUKET, THAILAND – Ein ehemaliger Spitzenpolitiker der Regierungspartei Palang Pracharath zerreißt die jüngste Personalrochade in der Provinz Phuket als reine Show. Suradech Yasawat bezeichnet die Versetzung des Gouverneurs und seiner zwei Stellvertreter als „oberflächliche Beruhigungspille“, die das System aus Korruption und illegalen ausländischen Geschäften kein bisschen antastet.
Versetzung nach Songkhla? Keine Strafe, sondern "A-Klasse"-Belohnung
Für Yasawat ist die Sache glasklar: Die zwei Vize-Gouverneure, die in Phuket für mächtige Konflikte gesorgt haben sollen, wurden einfach in die ebenso lukrativen Provinzen Nakhon Si Thammarat und Songkhla abgeschoben. Er kontert die offizielle Darstellung und sagt, im Innenministerium wisse jeder, dass diese Posten als begehrte „A-Klasse“-Jobs gelten – mit einem Potenzial für Vorteile, das dem von Phuket in nichts nachsteht.
„Die Absicht war lediglich, den öffentlichen Druck zu reduzieren“, kritisiert der Ex-Vizechef der Palang-Pracharath-Partei. Auch die Versetzung des Gouverneurs zum stellvertretenden Staatssekretär wertet er als Beweis dafür, dass die seit Langem kursierenden Drohungen gegen den Gouverneur handfeste Gründe hatten.
Zentralpolizei soll korrupte Beamte vor Ort in Angst versetzen
Für Yasawat braucht Phuket keine kosmetischen Korrekturen, sondern einen massiven Eingriff von außen. Er fordert den Einsatz von Eliteeinheiten wie der Kriminalpolizei oder dem Department of Special Investigation, um das lokale Gleichgewicht der Macht zu zerschlagen. Die Regierung wisse haargenau, wer die Drahtzieher der Schutzgeld-Netzwerke seien und welche Verbindungen zu ausländischen Strohmann-Gruppen bestünden.
„Die Präsenz der Zentralpolizei führt dazu, dass die Beamten vor Ort wachsam und ängstlich werden und es nicht mehr wagen, Bestechungsgelder anzunehmen“, sagt Yasawat. Er drängt darauf, die Touristenprovinz als Modell für den Kampf gegen einflussreiche kriminelle Strukturen zu nutzen.
Nominee-Strohmänner: Bis zu 3 Jahre Haft und Millionenstrafe möglich
Ein zentraler Punkt seiner Kritik sind jene ausländischen Geschäftsleute, die über thailändische Strohmänner Firmen betreiben, um das Gesetz über ausländische Geschäftstätigkeiten zu umgehen. Yasawat verweist auf den drastischen Strafrahmen von 1999: Bis zu drei Jahre Haft, Geldstrafen zwischen 100.000 und einer Million Baht oder sogar beides, kombiniert mit einer täglichen Zusatzstrafe von bis zu 50.000 Baht.
Doch das Gesetz sei Papiertiger, solange die Regierung keine Exempel statuiere. Genau das sieht er durch den massiven Zustrom von Menschen aus Kriegs- und Konfliktregionen wie der Ukraine, Russland oder China als immer dringlicher an. Sie suchten nicht nur Zuflucht, sondern brächten auch Kapital mit, das in den legalen Markt dränge und Thailändern Arbeitsplätze wegnehme.
Visafreiheit komplett streichen? "Selbst 10 Tage sind nutzlos"
Yasawats radikalster Vorstoß zielt auf die komplette Abschaffung der Visafreiheit. Bei jährlich über 30 Millionen Touristen sieht er eine enorme Sicherheitslücke. Selbst eine Verkürzung der erlaubten Aufenthaltsdauer von 60 auf 30, 15 oder gar 10 Tage hält er für wirkungslos, denn entscheidend sei die unkontrollierte Einreise an sich.
Er will das Außenministerium zwingen, alle Reisenden bereits in ihren Heimatländern durch die Botschaften auf kriminelle Vergangenheit zu überprüfen. So soll verhindert werden, dass „graues Kapital“ aus China oder Gruppen wie jene Israelis, die Koh Phangan und Pai besetzen würden, ungehindert ein- und ausgehen und als Scammer oder illegale Geschäftemacher Netzwerke knüpfen.
"Lösen Sie die Probleme konkret, nicht nur oberflächlich"
Die Sorge vor einem Tourismus-Einbruch weist Yasawat zurück. Wer Qualitätstouristen wolle, müsse eine strenge Filterung an den Botschaften durchsetzen. Internationale Beziehungen seien kein Hindernis, da das Außenministerium die Notwendigkeit des Schritts mit der angespannten Sicherheitslage im Land begründen könne. Er richtet einen letzten, unmissverständlichen Appell an die höchste Ebene: „Ich möchte, dass der Premierminister und die Regierung ernsthaft vorgehen, nicht nur oberflächlich, nicht nur durch Besuche vor Ort, nicht nur durch die Zuweisung von Aufgaben an Minister, nicht nur durch die Versetzung von Gouverneuren und Vize-Gouverneuren, sondern indem sie die Probleme konkret lösen und den Einheimischen das Gefühl geben, dass die Probleme gelöst wurden und deutlich abgenommen haben.“
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.



Dieser Suradech Yasawat ist schon eine Klasse für sich! Da war dieser Herr bis 2025 stellvertretender Vorsitzender der langjährigen Regierungspartei PPRP. Dazu noch Senator und zeitweise sogar Vorsitzender des Tourismusausschusses im Senat. In all der Zeit an den Trögen der Macht sind ihm all die skandalösen Zustände so rein gar nicht aufgefallen. Aber nun als alter, abgehalfterter Ex-Politiker den Bedeutungsverlust zu verkraften ist natürlich auch nicht so einfach. Da muss man natürlich schon den einen oder anderen derben Spruch raushauen um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Sei ihm der Moment gegönnt und dann weiter im Text.