CHIANG MAI, THAILAND – Skrupellose Kriminelle haben in Chiang Mai eine Mutter und ihre kleinen Kinder in ihre Gewalt gebracht. Die Täter nutzten die sechs und zwölf Jahre alten Mädchen als Geiseln. So zwangen sie die verzweifelte Frau dazu, bei großangelegten Online-Betrügereien als Finanzagentin mitzuwirken.
Kinder als Geiseln genommen
Die thailändische Mutter suchte über eine Online-Anzeige nach einer Stelle als Haushälterin. Zu dem Treffen im Gebiet Mae Hia brachte sie ihre beiden Töchter mit. Vor Ort eskalierte die Situation sofort, als zwei chinesische Männer die Kinder als Druckmittel missbrauchten.
Die Verdächtigen hielten die Mädchen fest, um die Mutter zur Kooperation zu zwingen. Sie musste ihr Bankkonto für den Empfang von Geldern aus kriminellen Geschäften bereitstellen. Ohne die Sicherheit ihrer Kinder hatte die Frau keine andere Wahl, als den Forderungen zu folgen.
Zwang zum Gesichtsscan
Die Täter verlangten von der Mutter, ihr Gesicht für Scans zur Verfügung zu stellen. Nur so konnten sie die illegalen Transaktionen auf ihrem Konto autorisieren. Später begleiteten die Männer sie sogar direkt zu einer Bank, um weitere Überweisungen abzuschließen.
Ermittlungen ergaben, dass das Geld von Betrugsopfern aus anderen Provinzen wie Nakhon Pathom stammte. Die Polizei sicherte auf den Telefonen der Verdächtigen belastende Fotos. Diese zeigten riesige Mengen an Bargeld und wertvolle Goldbarren.
Geldwäsche mit Goldbarren
Bereits am 19. April sollen die Verdächtigen Erlöse aus ihren Taten investiert haben. Sie kauften davon 20 Mobiltelefone und weiteres Gold. Die Behörden werten diese Käufe als klassischen Teil einer organisierten Geldwäscheoperation.
Eine thailändische Frau soll die Bande bei ihren Geschäften unterstützt haben. Sie ist die Freundin eines Verdächtigen und koordinierte offenbar den Handel mit Konten. Auch bei Finanztransaktionen soll sie eine zentrale Rolle in dem Netzwerk gespielt haben.
Ermittlungen werden ausgeweitet
Weitere Opfer aus Sisaket und Samut Sakhon haben sich inzwischen bei der Polizei gemeldet. Auch sie wurden dazu gebracht, ihre Konten für betrügerische Überweisungen zur Verfügung zu stellen. Die Ermittler verfolgen nun die Finanzströme, um weitere Hintermänner zu fassen.
Dieser Fall zeigt die erschreckende Skrupellosigkeit, mit der Betrügerbanden unschuldige Familien in den Ruin treiben. Die Polizei bittet weitere Betroffene, sich dringend zu melden, um das gesamte Ausmaß der Taten aufzuklären.
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