El Niño Schock für Thailands Reisbauern: Dürre bedroht den Exportmarkt

Drohende Dürrekatastrophe: Das El-Niño-Phänomen könnte Thailands Reisernte 2026 massiv gefährden. Während die Weltmärkte bereits nervös reagieren und Preise steigen, steht das Land vor einer ungewissen Zukunft der Wasserversorgung.

El Niño Schock für Thailands Reisbauern: Dürre bedroht den Exportmarkt
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Thailand – El-Niño bringt Thailands Reismarkt in Bewegung: Ab Mitte 2026 drohen in vielen Regionen Wassermangel und unterdurchschnittliche Niederschläge, während die weltweite Nachfrage nach Reis steigt. Importländer stocken ihre Reserven auf, und die Preise ziehen bereits an. Für Thailand geht es damit nicht nur um Wetter, sondern um Ernte, Export und Wasserreserven.

El-Niño trifft Thailand ab Mitte 2026

Das thailändische Wetteramt geht mit einer Wahrscheinlichkeit von 61 Prozent davon aus, dass sich die Bedingungen zwischen Mai und Juli 2026 in Richtung El Niño verschieben. Das Phänomen soll bis zum Jahresende anhalten.

Für Thailand bedeutet das: weniger Regen als normal und leicht höhere Temperaturen. Besonders betroffen könnten Gebiete außerhalb von Bewässerungszonen sein, wo zwischen Mai und August 2026 Wassermangel drohen kann.

Trockenheit trifft nicht alle Regionen gleich

Das Hydro-Informatics Institute erwartet für 2026 ebenfalls Temperaturen leicht über dem Normalwert und Niederschläge unter dem Durchschnitt. Einige Gebiete im Norden, in der Zentralregion, im Osten und an der Westküste des Südens könnten zwar mehr Regen als üblich bekommen.

Unterdurchschnittliche Niederschläge werden aber vor allem im Großteil des Nordostens sowie in den östlichen Provinzen Chanthaburi und Trat erwartet. Die Wetterlage bleibt dabei unruhig: Trotz El Niño sind Überschwemmungen nach wie vor nicht ausgeschlossen.

Regenmengen liegen unter früheren Werten

Das Institut rechnet damit, dass die Niederschläge 2026 nahe an den Werten von 2012 liegen werden. Damals fielen 1.479 Millimeter Regen, weniger als der 30-Jahres-Durchschnitt von 1.500 Millimetern.

Im Jahr 2025 wurden dagegen 1.816 Millimeter gemessen, als La-Niña-Bedingungen herrschten. Für 2027 wird befürchtet, dass die Wasserreserven durch die Entwicklung belastet werden könnten.

Reisernte unter Druck

Das Amt für Agrarökonomie schätzt Thailands Reisproduktion 2025/26 auf 35,44 Millionen Tonnen Rohreis. Davon entfallen 26,99 Millionen Tonnen auf den Hauptanbau und 8,45 Millionen Tonnen auf Reis außerhalb der Saison.

Der Hauptanbau ging damit um 0,32 Prozent zurück, der Reis außerhalb der Saison um 1,63 Prozent. Als Gründe nennt die Behörde Wetterbedingungen, Trockenperioden und Wasserknappheit in einigen Gebieten, auch wenn der Ertrag beim Reis außerhalb der Saison auf 654 Kilogramm pro Rai gestiegen ist.

Importländer kaufen für ihre Reserven

Die steigende El-Niño-Sorge treibt auch den Weltmarkt an. Malaysia und die Philippinen kaufen deutlich mehr Reis, um ihre nationalen Reserven auszubauen und die Ernährungssicherheit zu sichern.

Chukiat Opaswong von der Thai Rice Exporters Association sagt, viele große Importländer hätten mit dem Aufbau von Lagern begonnen. Malaysia habe seine Reserve von drei auf neun Monate erhöht, und die Philippinen könnten in diesem Jahr bis zu 6,5 Millionen Tonnen Reis importieren.

Preise ziehen bereits an

Die stärkere Nachfrage hat den Weltmarkt bereits spürbar nach oben gedrückt. Vietnamesischer 5-Prozent-Reis kostet inzwischen 400 US-Dollar pro Tonne, thailändischer Reis derselben Sorte rund 408 US-Dollar.

Zuvor lagen die Preise bei 350 bis 370 US-Dollar pro Tonne. Chukiat sieht darin ein Zeichen, dass der Markt enger wird.

OAE erwartet auch Gegenwind für die Preise

Das Amt für Agrarökonomie blickt beim Preisverlauf anders auf die Lage und erwartet sinkende Preise wegen eines Überangebots. Eine Rolle spielt dabei, dass Indien den Export von weißem Reis wieder aufgenommen hat.

Außerdem verfügen große Importeure wie die Philippinen und Indonesien über ausreichende Reserven und haben ihre Käufe verlangsamt. Indien bleibt dennoch ein entscheidender Faktor, weil mögliche El-Niño-Folgen dort die Exporte bremsen könnten.

Thailands Exportziel bleibt ambitioniert

Für 2026 hält Chukiat Opaswong ein Exportziel von 7 Millionen Tonnen für erreichbar. In den ersten vier Monaten des Jahres kamen die Ausfuhren jedoch erst auf 2,2 Millionen Tonnen. Thailand hofft damit weiter auf zusätzliche Aufträge, während andere Länder ihre Lager füllen und zugleich auf ihre eigene Versorgung achten.

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Quelle: Nation Thailand

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