PARIS, FRANKREICH – Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt, dass Europa bei anhaltender Blockade wichtiger Transportwege in wenigen Wochen in eine kritische Knappheit an Flugtreibstoff geraten könnte. Im schlimmsten Fall drohen bereits im Sommer Flugausfälle, wenn Ersatzlieferungen aus anderen Regionen nicht schnell genug verfügbar sind.
IEA schlägt Alarm: Nur noch wenige Wochen Reserve
Am 17. April warnte die Internationale Energieagentur (IEA), Europa könne innerhalb weniger Wochen mit einem Mangel an Flugkraftstoff konfrontiert sein.
Nach Einschätzung der IEA könnten die Vorräte in Europa nur noch für etwa sechs Wochen reichen, bevor die Lage im Juni einen kritischen Punkt erreicht.
Hintergrund: Anhaltende Schließung der Straße von Hormus
Auslöser der Warnung ist laut Bericht die fortgesetzte Schließung der Straße von Hormus durch den Iran, wodurch zentrale Transportwege beeinträchtigt werden.
Wenn die Blockade der Schifffahrtsrouten anhält, wird es für Europa schwieriger, Lieferungen aus dem Nahen Osten wie bisher zu beziehen.
Sommerreiseverkehr in Gefahr: Risiko von Flugstreichungen
IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol erklärte, dass bei weiter blockierten Routen schon bald Flugstreichungen sichtbar werden könnten.
Grund sei eine unzureichende Menge an verfügbarem Flugtreibstoff, die den Betrieb an Flughäfen direkt einschränken kann.
Wie viel Ersatz reicht? Die 50%- und 75%-Schwellen
Die IEA geht davon aus, dass es an einzelnen Flughäfen zu realen Engpässen kommen kann, wenn Europa weniger als 50% der wegfallenden Mengen ersetzen kann.
Selbst bei einer Ersatzquote von 75% könne das Risiko bis August bestehen bleiben, falls sich die Lage nicht entspannt.
Europas Abhängigkeit vom Nahen Osten vor der Krise
Vor der aktuellen Krise bezog Europa laut IEA rund 75% seiner Flugtreibstoff-Importe aus dem Nahen Osten.
Diese hohe Importabhängigkeit macht die Versorgung besonders anfällig, wenn Lieferketten plötzlich unterbrochen werden.
Suche nach Alternativen: USA und Nigeria als Lieferquellen
Mehrere Länder bemühen sich laut IEA um neue Lieferquellen, unter anderem aus den USA und aus Nigeria.
Obwohl die US-Exporte in den vergangenen Wochen schnell gestiegen seien, könnten sie den Ausfall bislang nur zu etwas mehr als der Hälfte ausgleichen.
Deine Meinung
Wie groß schätzt du das Risiko ein, dass es in Europa tatsächlich zu Flugausfällen im Sommer kommt – und sollten Airlines frühzeitig reagieren, etwa mit angepassten Flugplänen?
Welche Maßnahmen wären aus deiner Sicht sinnvoller: mehr strategische Treibstoffreserven, neue Lieferverträge oder eine stärkere Reduzierung des Flugverkehrs? Diskutiere mit in den Kommentaren.



Das Kerosinnachschubproblem dürfte sich von ganz alleine lösen. Wenn sich nur noch eine ganz kleine Minderheit in Europa Flugreisen und insbesondere Fernflüge leisten kann, werden sich die Flugpläne automatisch entsprechend anpassen. Und damit werden nicht nur die Europäer zu kämpfen haben.