BANGKOK, THAILAND – Der frühere Staatssekretär im Handelsministerium Palat Sirikunphisut warnt, dass Thailand vor einer neuen Inflationswelle stehen könnte. Er fordert einen Kurswechsel weg von Konsum-Anreizen und Geldspritzen hin zu mehr Produktivität, um die Lebenshaltungskosten langfristig zu senken.
Warnung vor neuer Inflationsrunde
Am 16. April 2026 äußerte sich Palat Sirikunphisut, ehemaliger Sekretär des Handelsministers und früherer Kandidat im Bangkoker Bezirk 1 für die Partei Ruam Thai Sang Chart, zur wirtschaftlichen Lage Thailands.
Auslöser seiner Warnung ist die Lage im Nahen Osten, die nach seiner Einschätzung die Inflation erneut anheizen und Preissteigerungen bei Waren und Dienstleistungen wahrscheinlicher machen könnte.
Lebenshaltungskosten steigen spürbar
Palat betonte, viele Menschen würden bereits jetzt deutlich höhere Lebenshaltungskosten wahrnehmen.
Die geopolitische Unsicherheit erhöhe zusätzlich das Risiko, dass Preise weiter steigen, was den Druck auf Haushalte und Konsum verstärken könne.
Kritik an einseitiger Geldpolitik
In der Vergangenheit hätten politische Parteien die Bank of Thailand (BoT) häufig in die Hauptverantwortung genommen, um das Problem teurer Lebenshaltung über Geldpolitik und Geldmengensteuerung zu lösen.
Palat hält das für unzureichend und argumentiert, die Zentralbank könne die Teuerung nicht allein bekämpfen, wenn strukturelle Ursachen im Wirtschaftssystem bestehen bleiben.
Weg vom „Demand drive“: Keine Geldspritzen mehr
Der Ex-Beamte fordert, die Regierung solle ihre Leitlinien von einer nachfragegetriebenen Politik (Konsum stimulieren) hin zu einer angebotsseitigen Strategie (Produktions- und Effizienzsteigerung) verschieben.
Frühere Maßnahmen wie zusätzliche Mittel im System könnten kurzfristig helfen, seien aber nicht nachhaltig und könnten langfristig zu anhaltendem Inflationsdruck beitragen.
Subventionen mit Nebenwirkungen für Preise und Tourismus
Palat verwies darauf, dass staatliche Hilfen zur Senkung einzelner Lebenshaltungskosten zwar entlasten können, aber zugleich Preissteigerungen im Inland begünstigt hätten.
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Das könne die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus beeinträchtigen: Er berichtete von Sorgen bei Reisenden aus China und Japan über steigende Kosten in Thailand bis hin zu Aussagen, man wolle „nicht mehr nach Thailand kommen“.
Produktivität als Schlüssel – besonders in Landwirtschaft und Services
Als zentrale Lösung nannte Palat ein aktives „Produktivitätsmanagement“ in Produktion und Dienstleistungen, mit besonderem Fokus auf die Landwirtschaft.
Mehr Effizienz solle helfen, die Kostenbasis zu senken und damit die Teuerung bei Alltagsgütern langfristig zu dämpfen, statt nur Symptome über Konsumprogramme zu bekämpfen.
China als Vergleich: Löhne rauf, Preise stabiler
Palat führte China als Fallbeispiel an: Dort seien die Einkommen in den vergangenen Jahren gestiegen, und Berufseinsteiger würden in manchen Städten mit etwa 6.000 bis 8.000 Yuan oder mehr starten.
Thailand bewege sich seiner Darstellung nach seit langer Zeit eher im Bereich von 15.000 bis 20.000 Baht, während in China trotz steigender Löhne Produktpreise teils gesunken oder zumindest nicht im gleichen Maß gestiegen seien, was die Kaufkraft stütze.
Taxi-Beispiel: Wettbewerb, Energiepreise und E-Autos
Als weiteres Beispiel nannte Palat Taxifahrten in China, die er als günstiger als in Thailand beschrieb, unter anderem wegen niedrigerer Kosten für Fahrzeuge und Energie.
Der stärkere Einsatz von Elektroautos und hoher Wettbewerb führten laut ihm zu einem großen Angebot, sodass Fahrgäste in Städten oft innerhalb von drei Minuten ein Auto rufen könnten.
Technologie in der Landwirtschaft und Effizienz in der Industrie
In der Landwirtschaft habe China Produktivität durch Technologie erhöht, Arbeitskräfte reduziert und gleichzeitig die Produktionsmenge gesteigert, zudem verwies Palat auf Entwicklungen im Bereich Bio-Landwirtschaft.
In der Industrie betone China laut ihm „Productivity & Efficiency“ sowie Infrastruktur und ein wirtschaftliches Ökosystem, das Skaleneffekte und Synergien ermöglicht, um Preise stabil zu halten und dennoch Gewinne zu erzielen.
Appell an Thailands Behörden und BOI
Thailand müsse eine ähnliche wirtschaftliche Umstrukturierung beschleunigen, so Palat, insbesondere über zuständige Wirtschaftsbehörden und das Board of Investment (BOI), um die Produktivität des Landes zu erhöhen.
Das solle langfristig dazu beitragen, die Belastung der Bevölkerung durch steigende Lebenshaltungskosten zu verringern und die Wirtschaft widerstandsfähiger gegen Inflationsschübe zu machen.
Deine Meinung
Sollte Thailand bei steigenden Preisen konsequent auf Produktivität, Technologie und Effizienz setzen – auch wenn kurzfristige Geldhilfen dann geringer ausfallen?
Welche Maßnahmen wären aus deiner Sicht am dringendsten: Landwirtschaft modernisieren, Energie- und Transportkosten senken oder Investitionen über den BOI stärker auf Wertschöpfung ausrichten? Diskutiere in den Kommentaren.



Inflations-Alarm???? Aber der Baht bewegt sich nicht nach Unten.Komisch.
Die Inflation kann man als Farang locker ausgleichen,indem man auf BARS,LADYS,FARANG FOOD in Restaurants verzichtet!
Der Spritpreis interessiert mich z.Z.überhaupt nicht,denn ich habe vor 5 Wochen ,100 Liter G95 zu einem Preis von 31 Baht/Liter auf Halde gekauft!
Da komme ich mit meiner Wave 125ccm sehr weit!
Es ist alles im grünen Bereich…