PAI, THAILAND – Im Backpacker-Ort Pai (Provinz Mae Hong Son) sind die Touristenzahlen laut Anwohnern um fast 90% eingebrochen, während gefährlicher Smog den Norden Thailands seit Wochen belastet. Behörden warnen vor erheblichen Gesundheitsrisiken durch Feinstaub (PM2.5) und kämpfen weiter gegen zahlreiche Brandherde.
Tourismus in Pai bricht drastisch ein
In Pai sind die Ankünfte von Touristen nach Angaben von Behörden und Einwohnern nahezu kollabiert, weil die Luftverschmutzung im Norden anhält. Besonders ausländische Besucher bleiben aus oder reisen schneller wieder ab.
Jurairat Kantasuk, ehemalige Dorfvorsteherin in Pai, spricht von einem Rückgang ausländischer Touristen um fast 90% in den vergangenen zwei Monaten. Selbst vorab gebuchte Gäste würden oft nur einen Tag bleiben, weil sie die Bedingungen nicht ertragen.
PM2.5-Werte weit über dem Grenzwert
Daten des thailändischen Pollution Control Department zeigten am Freitag im Norden PM2.5-Werte zwischen 63,1 und 193,2 µg/m³, eingestuft als gesundheitsschädlich bis sehr gesundheitsschädlich. In Mae Hong Son wurden im Bezirk Pai Spitzenwerte von bis zu 182,7 gemessen.
Damit liegt Pai deutlich über dem genannten Sicherheitsstandard von 37,5 µg/m³. Die anhaltend hohen Werte verdeutlichen, warum sich Alltag und Reisepläne in der Region massiv verändern.
Seit fast einem Monat Rauch und Dunst
Nach Schilderung von Jurairat Kantasuk leben die Menschen in Pai seit fast einem Monat mit Rauch aus Wald- und Flächenbränden. Sie berichtet, dass viele morgens nur noch mit Maske durchatmen können.
Der Rauch nehme täglich zu, ein normales Leben sei kaum möglich, so die Anwohnerin. Viele fragten inzwischen, wann die Belastung endlich endet.
Gesundheitsrisiken treffen besonders gefährdete Gruppen
Die gesundheitlichen Sorgen wachsen laut der ehemaligen Dorfvorsteherin vor allem bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit Atemwegserkrankungen. Betroffene hätten vermehrt Atemprobleme und weitere Beschwerden.
Die Behörden stufen die Lage weiterhin als ernstes Risiko für die öffentliche Gesundheit ein. Sie rufen dazu auf, die Warnungen konsequent zu beachten, solange Brände und Smog nicht unter Kontrolle sind.
Behörden verteilen Masken und schicken Gesundheitshelfer
Lokale Stellen haben die Gegenmaßnahmen verstärkt, unter anderem durch die Ausgabe von Schutzmasken. Zudem werden Bewohner aufgefordert, Aktivitäten im Freien zu vermeiden.
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Gesundheitskräfte wurden in Gemeinden entsandt, um zu beraten und besonders gefährdete Gruppen zu überwachen. Diese Maßnahmen sollen akute Belastungen abfedern, ersetzen aber keine nachhaltige Eindämmung der Ursachen.
Über 1.000 Hotspots – illegales Abbrennen erschwert die Lage
Satellitendaten registrierten am Freitag 1.073 Feuer-Hotspots in 17 Nordprovinzen, wobei Chiang Mai zu den am stärksten betroffenen Gebieten zählte. Die Vielzahl der Brandpunkte zeigt, wie groß die Herausforderung für die Einsatzkräfte bleibt.
Offizielle räumten ein, dass illegales Abbrennen die Eindämmung weiterhin untergräbt – sogar während der Songkran-Zeit. Solange Brände weiter aufflammen, bleibt auch die Smogbelastung schwer zu senken.
Chiang Mai ebenfalls mit gefährlicher Luft – teils weltweit unter den schlimmsten Werten
Auch in Chiang Mai blieb die Luftqualität gefährlich, einige Messstationen meldeten PM2.5-Werte von über 100 µg/m³. Damit ist nicht nur Pai betroffen, sondern ein großer Teil Nordthailands.
In globalen Rankings wurde Chiang Mai an manchen Tagen zu den am stärksten verschmutzten Städten weltweit gezählt. Das unterstreicht die internationale Dimension eines Problems, das jedes Jahr wiederkehrt, wenn Brände und Wetterlagen zusammenkommen.
Deine Meinung
Wie erlebst du die aktuelle Smog-Situation in Nordthailand – und welche Auswirkungen hat sie auf Reisen, Alltag oder Gesundheit in deiner Umgebung? Schreib uns in die Kommentare, ob du Pai oder Chiang Mai derzeit meiden würdest.
Welche Maßnahmen sollten Behörden deiner Ansicht nach priorisieren: strengere Kontrollen gegen illegales Abbrennen, mehr Schutz für Risikogruppen oder andere Ansätze? Diskutiere mit der Wochenblitz-Community unten im Kommentarbereich.



„solange Brände und Smog nicht unter Kontrolle sind.“
Will man denn die wirklich unter Kontrolle bringen? Lippenbekenntnisse und Empfehlungen alleine genügen nicht. In unserem Baan habe ich die freiwilligen Löschkräfte mit 50 Tausend THB unterstützt und somit haben wir nur noch den „Raucheindrang“ auswärtiger Brandherde einzuatmen.