Philippinen gegen Thailand im Visa-Vergleich

Visa, Rentnerprogramm, Steuern und Krankenversicherung: Wir vergleichen die Philippinen mit Thailand und zeigen, wo das Nachbarland punktet und wo es schlechter ist.

Philippinen gegen Thailand im Visa-Vergleich
KI generiertes Symbolbild

Kambodscha und Vietnam: Mit diesen beiden Nachbarn haben wir Thailand in diesen Spalten schon verglichen, und trotzdem landet bei uns immer wieder dieselbe Leserpost. Wie sieht es eigentlich auf den Philippinen aus? Welche Visa gibt es dort, was läuft besser als in Thailand, und was ist schlechter? Ich habe Behördenseiten und Gesetzestexte gewälzt, damit sich das nicht jeder selbst antun muss. Der Inselstaat liegt in denselben Tropen und tickt bei Visa, Banken und Steuern doch ganz anders.

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Visumfrei einreisen: Thailand und Philippinen im Vergleich

DACH-Reisende bekommen auf den Philippinen bei der Ankunft 30 Tage gebührenfrei, wenn sie ein Rück- oder Weiterflugticket vorzeigen und ihr Reisepass noch sechs Monate über den Aufenthalt hinaus gültig ist. Dazu kommt die Registrierung über eTravel, die frühestens 72 Stunden vor der Reise möglich ist.[1][2]

In Thailand gilt seit dem 15. September für 60 Länder, darunter die DACH-Länder, ebenfalls nur noch ein visumfreier Aufenthalt von 30 Tagen, vorher waren es 60.[8] Nanu, wird mancher sagen, das hatte ich anders im Kopf. Eben. Wer länger bleiben will, braucht dafür eine Verlängerung oder ein passendes Visum.

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Verlängerung und Aufenthaltsdauer als Tourist

Auf den Philippinen lässt sich der Touristenaufenthalt beim Bureau of Immigration verlängern, Schritt für Schritt, für Staatsangehörige ohne Visumpflicht bis zu 36 Monate, für Visumpflichtige bis zu 24. So steht es in den Hinweisen der philippinischen Botschaften zur Long-Stay-Regelung.[2] Drei Jahre am Stück als Tourist sind in Thailand nicht möglich.

Die Kehrseite ist der Behördengang: Verlängerungen laufen über das Bureau of Immigration und kosten jedes Mal Gebühren, die sich über die Jahre läppern. In Thailand sieht es ähnlich aus. Wer ohne Visum kommt, hat 30 Tage, danach heißt es Einwanderungsbehörde oder Flughafen. Wer länger bleiben will, sucht sich besser gleich eine richtige Visaart.

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Rentnervisum SRRV: Einlage statt Finanznachweis

Das Rentnervisum der Philippinen heißt SRRV und läuft über die Philippine Retirement Authority. Die Classic-Variante gibt es seit der Reform vom September 2025 ab 40 Jahren, gegen eine Einlage bei einer akkreditierten Bank: 15.000 US-Dollar ab 50 mit Pension, 30.000 ohne Pension, bei 40 bis 49 Jahren 25.000 beziehungsweise 50.000.[3]

Als Pension gelten mindestens 800 Dollar im Monat für Einzelpersonen und 1.000 für Familien, dazu kommen einmalig 1.500 Dollar Bearbeitungsgebühr und danach 360 Dollar im Jahr.[3] In Thailand genügt dem Non-O ab 50 entweder ein Guthaben von 800.000 Baht oder ein Einkommen von 65.000 Baht im Monat.[8] Das LTR-Visum über zehn Jahre richtet sich eher an Vermögende.[8]

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Heirat mit Einheimischen: 13A-Visum und Thai-Ehe-Visum

Wer mit einer Filipina oder einem Filipino verheiratet ist, kann auf den Philippinen das 13A-Einwanderungsvisum beantragen, das die Einwanderungsbehörde als Immigrant Visa by Marriage führt.[2] Üblicherweise beginnt es als Probevisum für ein Jahr und wird danach in ein dauerhaftes umgewandelt. Eine Einlage wie beim SRRV ist dafür nach meinem Stand nicht vorgesehen.

In Thailand läuft die Sache über das Non-O auf Basis der Ehe. Nach der Einreise folgt die Jahresverlängerung, und dafür verlangt Immigration 400.000 Baht auf dem Konto oder 40.000 Baht Einkommen im Monat.[8] Papierkram gibt es in beiden Ländern reichlich, nur in anderer Aufmachung.

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Remote arbeiten: DTV in Thailand, Nomad-Visum auf den Philippinen

Thailand hat mit dem DTV ein Visum für Menschen, die aus der Ferne für Auftraggeber im Ausland arbeiten: fünf Jahre gültig, je Einreise bis zu 180 Tage, Nachweis von mindestens 500.000 Baht.[8] Arbeit für Thai-Firmen oder thailändische Kunden bleibt ausdrücklich verboten, auch als Freiberufler.

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ZUM ANGEBOT

Die Philippinen haben ihr Gegenstück im April 2025 per Executive Order 86 auf den Weg gebracht, für ein Jahr mit Option auf ein weiteres.[2] Ob und wie man es beantragen kann, habe ich bis heute nicht verlässlich herausgefunden, eine Länderliste des Außenministeriums fand ich nicht. Bis dahin bleibt in der Praxis die lange Tourist-Verlängerung.

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Steuern auf Auslandseinkommen im Vergleich

Die Philippinen besteuern Ausländer, ob ansässig oder nicht, nur auf Einkünfte aus philippinischen Quellen, so steht es im Steuergesetzbuch, Section 23.[5] Eine Rente aus dem DACH-Raum bleibt dort also außen vor. Das heißt nicht, dass das Finanzamt daheim nichts mehr will: Wegzug, Doppelbesteuerungsabkommen und Meldepflichten klärt man vorher.

Thailand sieht das seit dem 1. Januar 2024 strenger. Wer sich 180 Tage oder länger im Jahr im Land aufhält, ist Steuerresident, und Auslandseinkommen, das ab 2024 entstanden ist, wird besteuert, sobald es nach Thailand überwiesen wird.[9] Wer weniger Tage zählt, ist kein Steuerresident. Ein Steuerberater, der beide Länder und die Heimat kennt, ist hier kein Luxus.

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Krankenversicherung und Krankenhäuser

Ausländer können auf den Philippinen der staatlichen Krankenversicherung PhilHealth beitreten, entweder mit dem SRRV oder mit der ACR I-Card der Einwanderungsbehörde.[4] Die Beiträge hat PhilHealth in der Vergangenheit pauschal festgelegt, wer beitreten will, fragt daher vor Ort nach dem aktuellen Satz.

Ob Philippinen oder Thailand: Eine private Auslandskrankenversicherung schließt man ab, bevor man sie braucht, denn mit Alter und Vorerkrankungen werden die Türen enger. Ich sage das ungern, aber es ist so. Beim Vergleich der Tarife lohnt der Blick auf Altersgrenzen, Vorerkrankungen und Kündigungsfristen, nicht nur auf den Monatsbeitrag.

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Immobilien: Wohnung kaufen, Land bleibt tabu

Auf den Philippinen darf ein Ausländer kein Land besitzen, das verbietet die Verfassung. Eigentumswohnungen darf er kaufen, solange Ausländer in einem Projekt insgesamt nicht mehr als 40 Prozent halten. Ein Haus darf er besitzen, das Grundstück darunter nicht, Pacht ist möglich.[7]

In Thailand ist es ähnlich: Land bleibt Ausländern verschlossen, Eigentumswohnungen sind erlaubt, in Thailand mit einer Quote von 49 Prozent je Projekt.[7] Das Kleingedruckte hat in beiden Ländern seine Tücken, und wer Lösungen über Strohmänner angeboten bekommt, geht besser eilig weiter.

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Was die Philippinen besser machen

Englisch ist auf den Philippinen Amtssprache.[1] Wer in Thailand schon einmal mit einem Formular in Thai am Schalter stand, weiß den Wert zu schätzen, und das gilt für Bank, Behörde und Arztpraxis gleichermaßen. Auch Verträge und Behördenschreiben lassen sich so ohne Übersetzer lesen, was vor allem Neuankömmlingen den Einstieg erleichtert.

Dazu kommt das niedrigere Eintrittsalter: Den SRRV gibt es ab 40, das Non-O in Thailand verlangt 50.[3][8] Und wer das Land erst ausprobieren will, kann das mit der langen Tourist-Verlängerung tun, ohne vorab eine Einlage zu hinterlegen. Für alle, die sich noch nicht festlegen wollen, ist das ein spürbarer Vorteil gegenüber Thailand.

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Was dort schlechter ist als in Thailand

Das Auswärtige Amt hat für die Philippinen eine Teilreisewarnung ausgesprochen, unter anderem für die Bangsamoro-Region in Mindanao und den Sulu-Archipel. Von nicht notwendigen Reisen in weitere Teile Mindanaos wird abgeraten, mit Ausnahmen wie Davao City, Camiguin, Dinagat und Siargao.[1] Als Risiken nennt das Amt Terror, Entführungen und hohe Straßenkriminalität.

Hinzu kommt die Natur: Im Schnitt ziehen rund 20 Tropenstürme pro Jahr durch das philippinische Seegebiet, acht oder neun davon queren das Land, die Hauptzeit liegt zwischen Juli und Oktober.[6] Außerdem liegt das Land auf dem Pazifischen Feuerring, mit über 50 aktiven Vulkanen.[1] Wer dorthin zieht, plant Erdbeben- und Flutrisiko bei der Wohnungswahl mit ein.

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Anmerkungen der Redaktion

Lesen Sie auch: Neu anmelden nach dem Urlaub? Der TM30-Mythos

Einlagen und Gebühren des SRRV stammen aus dem Merkblatt der Philippine Retirement Authority vom August 2025 und können angepasst werden, ob Staatsangehörige aus dem DACH-Raum das Digital-Nomad-Visum der Philippinen beantragen können, ist nach unserem Kenntnisstand nicht offiziell bestätigt, vorher bei der Botschaft nachfragen. Angaben zur Thai-Ehe-Verlängerung und zur 49-Prozent-Quote bei Wohnungen beruhen auf Fachveröffentlichungen, nicht auf dem Gesetzestext, und sollten vor einem Antrag bei der Behörde bestätigt werden. Steuer- und Meldepflichten im Heimatland unterscheiden sich im DACH-Raum von Land zu Land.

  1. Auswärtiges Amt, Philippinen: Reise- und Sicherheitshinweise (Stand 15.10.2026): visumfreie Einreise, Passgültigkeit, eTravel, Teilreisewarnung, Kriminalität, Feuerring. Amtssprache Englisch: GIZ-Länderinformation. ↩
  2. Philippinen, Einreise und Visa: Bureau of Immigration (eTravel-Hinweis vom 5.10.2026, Visaliste mit 13A), Long-Stay-Visitor-Visa-Extension (Botschaft Ottawa, Department of Foreign Affairs), Executive Order 86 zum Digital-Nomad-Visum (Daily Tribune, 20.7.2026). ↩
  3. Expanded SRRV Program, Philippine Retirement Authority, Stand August 2025. ↩
  4. PhilHealth Circular 2017-0003, Mitgliedschaft für Ausländer. ↩
  5. Section 23 des philippinischen Steuergesetzbuchs, dargestellt in KPMG Tax Business Brief Philippines. ↩
  6. Tropical Cyclone Information, PAGASA. ↩
  7. Grundstücks- und Wohnungsrecht Philippinen: SyCipLaw Real Estate Guide, NDV Law. Quote in Thailand: Fachveröffentlichung, Rumavi. ↩
  8. Thailand, Visa: Royal Gazette vom 31.8.2026, zusammengefasst bei Siam Legal. Non-Immigrant O (Retirement) und Aufenthalt als Rentner (Immigration Bureau), DTV (Thai-Botschaft Budapest), LTR-Visum (Board of Investment), Thai-Ehe-Verlängerung: Thaiger. ↩
  9. Thailand, Steuer: Departmental Instruction Por. 161/2566 des Revenue Department (rd.go.th), erläutert von KPMG. ↩

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