Polizei-Eklat in Surat Thani: Beamter feuert 13 Schüsse auf Parteibüro

Racheakt am Parteibüro: Der Schütze ist ein hoch bewaffneter Polizist. Warum der Beamte bei seinem Amoklauf durchdrehte und was die Hintergründe über seinen geistigen Zustand für die Ermittler bedeuten.

SURAT THANI, Thailand – Ein Polizist feuerte aus Rache 13 Schüsse auf ein Parteilokal, weil er einen Abgeordneten nicht antraf. Der Beamte, der unter psychischen Problemen leidet, wurde Stunden später in einem Einkaufszentrum festgenommen. Seine Vorgesetzten wussten von seiner Erkrankung, doch nach einem Postenwechsel riss die Betreuung ab.

13 Schüsse auf Bhumjaithai-Büro: Rache für Bruder

Am 20. Juni suchte Polizeihauptkommissar Ekachai Supithak (37) das Koordinationszentrum der Bhumjaithai-Partei in Surat Thani auf. Er wollte den Abgeordneten Phichai Chomphuphon sprechen, traf ihn aber nicht an.

Daraufhin zückte der Beamte eine 9-Millimeter-Pistole und gab innerhalb weniger Momente 13 Schüsse auf das Büro ab. Später gab er an, sein Bruder sei zuvor von demselben Politiker bedroht worden – die Tat sei reine Rache gewesen.

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Täter ist Ausbilder bei der Polizei – mit psychischer Vorgeschichte

Die Überwachungskameras zeichneten den Angreifer deutlich auf. Schnell stellten die Ermittler fest: Der Schütze ist kein Unbekannter, sondern ein Kollege. Ekachai arbeitete als stellvertretender Inspektor im Stab des Ausbildungszentrums der Provinzialpolizei Region 8.

Noch am selben Tag bestätigte Provinzpolizeichef Suwat Suksri, ein ehemaliger Vorgesetzter des Mannes, dass der Beamte früher in psychiatrischer Behandlung war. „Seine Erkrankung war uns bekannt“, erklärte Suwat. Nach einem versetzungsbedingten Wechsel der Zuständigkeit habe jedoch niemand mehr den Therapieverlauf kontrolliert.

Festnahme auf der Toilette – Spezialeinheit wartete zwei Stunden

Nach dem Angriff begab sich Ekachai in ein bekanntes Einkaufszentrum in der Stadt Surat Thani und setzte sich in ein Restaurant. Weil er weiterhin bewaffnet war und viele Besucher unterwegs waren, griffen die Beamten der Spezialeinheit (NOP) zunächst nicht ein – der Mann galt als psychisch instabil und unberechenbar.

Um 11 Uhr bezogen die zivilen Einsatzkräfte Position und beobachteten den Polizisten aus der Distanz. Erst als er gegen 13.30 Uhr auf die Toilette ging, schlugen sie zu. Die Festnahme verlief ohne Schusswechsel. Anschließend brachten sie ihn in die Ermittlungsabteilung.

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Gericht erlässt Haftbefehl – vier Anklagepunkte

Zunächst hatte die Polizei Anklage in drei Punkten erhoben: unerlaubtes Waffentragen in der Öffentlichkeit, Schießen ohne Grund sowie Sachbeschädigung. Wenige Stunden später erließ das Provinzgericht Chaiya jedoch einen Haftbefehl mit vier Anklagepunkten.

Nun werden Ekachai zusätzlich der Besitz von Schusswaffen und Munition ohne Erlaubnis vorgeworfen. Die übrigen Vorwürfe blieben bestehen: öffentliches Tragen einer Waffe ohne Grund, Schießen in bewohntem Gebiet sowie Zerstörung fremden Eigentums.

Psychiater eingeschaltet – Angehörige werden befragt

Die Polizei sicherte Schmauchspuren, nahm einen Urintest ab und zog einen Psychiater zur Begutachtung des Beschuldigten hinzu. Anschließend wurde Ekachai dem Ermittler der Polizeistation Sawiad überstellt.

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Zusätzlich sollen seine Ehefrau und weitere Angehörige vernommen werden, um das Motiv weiter zu erhellen. Provinzpolizeichef Suwat meldete den Vorfall zudem an den Kommandeur des Ausbildungszentrums der Region 8.

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Was bleibt nach dem Angriff

Der Beschuss eines Parteilokals durch einen offenbar kranken Polizisten wirft ein Schlaglicht auf Lücken bei der Kontrolle psychisch labiler Beamter. Ekachai war als Waffenträger tätig, obwohl seine Erkrankung aktenkundig war.

Die Justiz prüft jetzt, wie es zu der Eskalation kommen konnte. Neben den strafrechtlichen Ermittlungen drohen dem 37-Jährigen auch disziplinarische Konsequenzen.

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Quelle: Thairath