Heldenkind verhindert Massaker: Kind entdeckt Bombe in Narathiwat

Vor der Moschee: Ein Kind beobachtet einen Unbekannten an einem Polizeiwagen und löst Alarm aus – Minuten später reißt eine gewaltige Explosion den Dienstwagen in Stücke. Wer steckt hinter dem Attentat?

Heldenkind verhindert Massaker: Kind entdeckt Bombe in Narathiwat
DailyNews

NARATHIWAT – Ein Kind hat am Freitag einen Bombenanschlag auf Polizisten im muslimischen Süden Thailands vereitelt. Der Junge sah einen Unbekannten, der einen Sprengsatz unter einem geparkten Polizeiauto vor einer Moschee platzierte, und schlug Alarm. Die Beamten evakuierten sofort das Gebiet – nur zehn Minuten später detonierte die Bombe. Verletzt wurde niemand.

Junge sieht Mann unter Polizeiauto hocken und warnt die Dorfbewohner

Gegen 13:10 Uhr ging bei Polizeioberst Taweesak Sawatdiraksa, dem Leiter der Buketa Police Station, die Meldung ein: Unter einem bronzefarbenen Toyota, den Polizeiobermeister Aseeri Chenoh vor der Darussadah-Moschee abgestellt hatte, klemmte ein verdächtiger Gegenstand. Der Wagen stand im Dorf Ban Buketa im Bezirk Waeng, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Malaysia entfernt. Aseeri nahm zu diesem Zeitpunkt mit anderen Beamten an einem Freitagstreffen mit religiösen und kommunalen Führern in der Moschee teil.

Doch schon zuvor hatte ein Kind den entscheidenden Hinweis geliefert. Es beobachtete einen Mann, der sich neben den Toyota hockte, dort hantierte und dann verschwand. Das Kind alarmierte umgehend Anwohner. Diese schauten unter das Fahrzeug und fanden einen am Fahrgestell befestigten Sprengsatz. Sie informierten Aseeri, der sofort die Räumung des Moscheeumfelds anordnete und den Entschärfungsdienst Anothai zur Hilfe rief.

Nur zehn Minuten später zerfetzt die Bombe den Wagen – doch alle sind in Sicherheit

Bevor die Entschärfer eintrafen, explodierte der Sprengsatz. Die Druckwelle zersplitterte die Windschutzscheibe, sprengte die Heckscheibe heraus und riss den Fußraum auf. Trümmer flogen durch die Luft. Ein wenige Meter entfernt geparkter grüner Kia wurde ebenfalls beschädigt – die Stoßstange verformte sich, ein Reifen platzte. Weil die Polizei das Areal rechtzeitig abgesperrt hatte, gab es keine Verletzten.

Die Detonation löste unter den Gläubigen Panik aus, viele rannten ins Freie. Die Bombe war etwa zehn Minuten nach ihrer Entdeckung hochgegangen – ein Zeitfenster, das Leben rettete. Hätten die Beamten den Wagen nach dem Treffen ohne Vorwarnung bestiegen, wären sie der vollen Wucht ausgesetzt gewesen.

Stahlbehälter und Zeitzünder sichergestellt – Bombe direkt am Unterboden montiert

Forensiker und Spürhunde durchkämmten nach der Explosion den Tatort. Sie bargen Fragmente eines anderthalb bis zwei Kilo schweren Stahlbehälters, dazu Teile eines Zeitmechanismus. Schon vor Ort bestätigten die Spezialisten: Der Sprengsatz war am Fahrgestell fixiert. Die Bombe hätte exakt dann zünden sollen, wenn der Toyota die Moschee in Richtung Polizeistation verließ.

Für die Ermittler steht fest, dass der Täter die Ladung sorgfältig platzierte, um die Beamten auf ihrer Rückfahrt zu treffen. Das Attentat scheiterte nur, weil das Kind den Mann unter dem Auto hantieren sah und die Kette der Warnungen auslöste.

Überwachungskamera filmt Verdächtigen – Fahndung in drei Provinzen läuft

In den Stunden danach sichteten Polizisten Aufnahmen von Überwachungskameras rund um die Moschee. Die Bilder zeigen einen Mann, der sich dem geparkten Toyota nähert, einen Gegenstand darunter schiebt und dann vom Tatort weggeht. Das Material wurde an sämtliche Sicherheitskräfte in Narathiwat, Pattani und Yala verteilt.

Eine regionale Großfahndung läuft. Die Polizei prüft, ob das Vorgehen mit früheren Anschlagstaktiken lokaler Aufständischer übereinstimmt. Die Bombe per Zeitzünder an einem Polizeifahrzeug zu befestigen, passt genau in das Muster, das die Sicherheitsbehörden im tiefen Süden seit Jahren erleben.

Über 7.000 Tote seit 2004 – Polizei im Visier der Aufständischen

Narathiwat und die Nachbarprovinzen Pattani und Yala werden seit 2004 von einem blutigen Aufstand erschüttert. Bombenanschläge, Schießereien und Morde forderten seither mehr als 7.000 Menschenleben, tausende weitere wurden verletzt. Polizisten, Soldaten und Regierungsbeamte zählen zu den bevorzugten Zielen der militanten Gruppen.

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ZUM ANGEBOT

Der Bezirk Waeng mit seiner Nähe zu Malaysia ist ein Brennpunkt der Gewalt. Immer wieder geraten Polizeistationen, Kontrollpunkte und Gotteshäuser unter Beschuss. Die Behörden unterhalten deshalb eine massive Militär- und Polizeipräsenz, doch Angriffe auf Fahrzeuge von Ordnungskräften reißen nicht ab.

Sicherheitsvorkehrungen in Narathiwat nach dem Anschlag hochgefahren

Nach der Explosion vom Freitag zogen die Behörden die Schrauben an. Zusätzliche Patrouillen und Kontrollpunkte wurden eingerichtet, sämtliche Beamten angewiesen, geparkte Wagen nahe öffentlicher Gebäude, Schulen und Moscheen deutlich genauer unter die Lupe zu nehmen.

Gleichzeitig geht die forensische Arbeit weiter. Die Ermittler untersuchen die sichergestellten Zünderteile und Metallfragmente, um die Herkunft der Bombe einzugrenzen. Anhand der Videoaufzeichnungen und Zeugenaussagen versuchen sie zudem, die Bewegungen des flüchtigen Verdächtigen vor und nach der Tat zu rekonstruieren.

Warum der Plan scheiterte – und ein zum Helden wurde

Die Bombe explodierte wie vom Täter vorgesehen, doch der Plan ging nicht auf. Weil ein Junge einen Mann unter dem Polizeiauto hocken sah und sofort Alarm gab, evakuierten die Beamten das Gebiet und brachten sich und die Moscheebesucher in Sicherheit. Das Fahrzeug wurde zerstört, ein zweiter Wagen beschädigt – niemand kam zu Schaden.

Die Polizei leitete eine Fahndung nach dem unbekannten Tatverdächtigen ein. Die Ermittler sichern Beweismaterial und werten Videoaufnahmen aus, um den Täter zu identifizieren. Die Sicherheitsmaßnahmen in Narathiwat wurden verschärft, um weitere Anschläge zu verhindern.

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Quelle: Thai Examiner

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